Stressfreie Hochzeitsvorbereitung

Heiraten mit einem Hochzeitsplaner?

Immer mehr Paare nehmen die Dienste von Hochzeitsplanern in Anspruch. Doch was machen „Weddingplaner“ eigentlich genau? Für wen sind ihre Dienste geeignet, welche Kosten kommen auf das Paar zu und wie findet man seriöse Anbieter?

Autor: Heike Byn
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Wedding-Planer: Schutzengel, Pannenhelfer und Vertrauter

Hochzeitsplaner
Foto: © colourbox

Patricia Follesa, Inhaberin der Kölner Agentur Hochzeitsprofis, hat schon viele Paare unter die Haube gebracht: Sie hat eine „kölsche Trauung“ im Kölner Zoo organisiert, Braut und Bräutigam beim Ringwechsel am Strand von Mallorca zugeschaut, Partys mit 20 und einigen Hundert Gästen geplant sowie Hochzeiten von vermögenden und gleichgeschlechtlichen Paaren. Follesa, schlicht elegantes Outfit, dezent geschminkt, sitzt in einer geräumigen Büroetage in der trubeligen Kölner Südstadt mit Blick auf eine erstaunlich ruhige und grüne Dachterrasse. Hier empfängt die Hochzeitsplanerin Paare zum Beratungsgespräch, lernt sie und ihre Wünsche besser kennen, zeigt ihnen Beispiel-Fotos, Einladungskärtchen und mögliche Tisch-Dekorationen. „Ich helfe bei der Suche nach der passenden Location, kümmere mich um Menü oder Buffet, organisiere Blumen, buche Zimmer für Übernachtungsgäste. Alles, was gewünscht wird“, erzählt sie. Natürlich ist sie auch am Hochzeitstag mit dabei, als eine Mischung aus Schutzengel, Pannenhelferin und enger Vertrauter.

Sind Hochzeitsplaner Profis?

Wie viele ihrer meist weiblichen Kollegen kam auch Patricia Follesa als Quereinsteigerin zur professionellen Hochzeitsplanung. Kunstgeschichte hat sie studiert, während des Studiums für eine Hochzeitsagentur gearbeitet und großen Spaß daran gefunden. Die Berufsbezeichnung „Hochzeitsplaner“ ist in Deutschland nicht geschützt, jeder darf sich so nennen. Und doch gibt es für Interessierte fundierte Bildungswege, die seriös und professionell zum Ziel führen: So ist eine Lehre zum Veranstaltungskaufmann ebenso eine gute Voraussetzung wie Ausbildungen in Gastronomie oder Hotellerie. Möglich ist auch ein BWL-Studium plus Aufbaustudium mit Fokus auf Eventmanagement, wie es Nikola Stiefelhagen – Chefin der Kölner Agentur HOCHZEITSTRAUM – absolviert hat. Sie war als Messe- und Eventmanagerin tätig, bevor sie sich für eine Existenzgründung als Hochzeitsplanerin entschied.

Handelskammer zertifiziert

Wer bereits im Berufsleben steht, kann durch Weiterbildungen Weddingplaner werden. Über entsprechende Kurse informieren zum Beispiel Industrie- und Handelskammern, die den Teilnehmern nach bestandener Prüfung das Zertifikat „Hochzeitsplaner/in IHK“ verleihen. Patricia Follesa bietet solche Seminare für angehende Hochzeitsplaner an, gemeinsam mit Vincent Schwiedeps, Hochzeitsprofi-DJ und Inhaber der Eventagentur HAI-Life sowie Michael Draksal vom Draksal Fachverlag. „Leider gibt es aber auch zahlreiche Nicht-Profis auf dem Markt, die nicht mehr Erfahrung vorzuweisen haben als die Organisation ihrer eigenen Hochzeit. Ihnen fehlt nicht zuletzt ein Netzwerk verschiedener Dienstleister, auf das sich ein guter Hochzeitsplaner verlassen kann“, erzählt Follesa. Weddingplaner arbeiten mit unterschiedlichen Dienstleistern zusammen – vom Grafiker über den Caterer bis hin zum Hochzeitsfotografen – und haben diese vorher ausführlich auf Herz und Nieren geprüft. Patricia Follesa setzt sich ebenso für Anerkennung und Qualitätsstandards ihres Berufszweigs ein, wie ihre Kollegin Nikola Stiefelhagen, die sich als Mitglied und zweite Vorsitzende im Bund deutscher Hochzeitsplaner engagiert. „Wir sind ein Zusammenschluss von Agenturen, die nachprüfbar hauptberuflich und seit mindestens fünf Jahren erfolgreich tätig sind und deren Arbeit durch Erfahrungen, geprüfte Netzwerke und regelmäßige Weiterbildungen für Qualität steht“, so Stiefelhagen.

Was kostet ein Hochzeitsplaner?

In der Hochsaison für Hochzeiten zwischen April und Oktober arbeiten Nikola Stiefelhagen und Patricia Follesa quasi rund um die Uhr. Auf einen mehrwöchigen Sommerurlaub und geregelte Freizeit müssen die beiden dann weitgehend verzichten, da sie fast immer mehrere Hochzeiten parallel vorbereiten und viel Abstimmungsbedarf mit den Paaren nötig ist. Solche Gespräche finden vor allem am Abend und Wochenende statt. „Klar, denn fast alle Paare sind berufstätig und haben nur dann Zeit. Im Winter stehen dann die Beratungs- und Planungsgespräche mit neuen Kunden statt sowie Organisationsarbeiten für das kommende Jahr an. Außerdem treffen wir Kooperationspartner und potenzielle neue Dienstleister“, erzählt Nikola Stiefelhagen.

Berufstätige wollen sich den Vorbereitungsstress sparen

Laut Statistischem Bundesamt ist der Mann bei einer Hochzeit durchschnittlich 33,3 Jahre alt, die Frau 30,5. Den mit der Organisation der Feier verbundenen Stress wollen sich mittlerweile zahlreiche Paare sparen. Und einen Berater können sich die oft schon seit Jahren berufstätigen Männer und Frauen leisten. Perfekt soll dann der schönste Tag im Leben werden – wenn man schon einen Profi anheuert: Vom Budgetplan, Zeitplan, Suche nach Location, Kirche und Standesamt, Getränke und Catering bis hin zur Papeterie und individuellen, ausgefallenen Deko-Ideen geben viele Paare die gesamte Organisation an den Weddingplaner ab. Für diese Art von Rundum-sorglos-Paket sind sie bereit, durchaus Beträge um die 10.000 Euro zu zahlen. Dazu kommt noch das Honorar des Hochzeitsplaners, der entweder 10 bis 15 Prozent des Gesamtbudgets für seine Arbeit berechnet oder pro Arbeitsstunde entlohnt wird, über die er transparent Buch führt. Nicht viel weniger kostet eine Hochzeit aber auch anspruchsvolle Paare, die alles in Eigenregie stemmen. Es ist also ein Vorurteil, dass der Weddingplaner nur Luxus-Dienstleister für Besserverdiener ist. Schließlich geht es finanziell immer auch eine Nummer kleiner. Wenn Paare zum Beispiel einen Teil der Fest-Organisation selber in die Hand nehmen, sind sie bereits mit ein paar tausend Euro dabei.

Keinen Hochzeitstrend verpassen

Wie in mittlerweile fast allen anderen Lebensbereichen sind auch bei Hochzeiten immer wieder neue Trends spürbar: Eine deutliche Entwicklung der letzten Jahre geht hin zur größeren, aber auch individuelleren Hochzeit, gerne in Form von Themen- oder Mottohochzeiten, die von der Location bis hin zur Deko mit den Berufen, Hobbys, Lieblings-Ferienzielen oder Vorlieben eines Paares spielt. Viele Brautpaare fühlen sich heute nicht mehr mit den traditionellen Hochzeitszeremonien in Kirche oder Standesamt wohl – und bevorzugen eine „freie Trauung“.

Marryoke oder Fotobox statt peinlicher Spiele

Hier entscheidet das Brautpaar selbst, wann, wo und wie die Zeremonie abläuft. Egal, ob um Mitternacht im eigenen Garten, bei Sonnenaufgang am Strand oder auf einer romantischen Lichtung im Wald. Für die Zeremonie buchen sie dann selbstständige Theologen, freie Priester oder Hochzeitsredner. Immer mehr Frauen und Männer wehren sich auch gegen peinliche Spiele mit Freunden und Familie, stattdessen werden Ideen beliebter, die oft aus England oder den USA kommen – wie die „Fotobox“: Dabei knipsen Gäste in einem improvisierten Fotostudio witzige Bilder von sich mit verschiedenen Accessoires. So entstehen ebenso komische wie emotionale Momentaufnahmen. Ein noch recht neues Konzept ist das „Marryoke“-Video, das wie ein Musikclip gedreht wird – die Stars sind hier das Brautpaar und die Gäste. Mit Spaß und Ideen können sich alle zu einem Wunschlied des Paares vor der Kamera ausleben. Auf Wunsch kann der Sound später durch die Original-Musik ersetzt werden, damit die Gäste keine Angst vor einer Blamage haben müssen.


Hochzeit ohne Stress

Wer einen Hochzeitsplaner engagiert, kann dem Tag der Tage ohne Stress entgegensehen; ist von lästigen Aufgaben wie Recherche oder Verhandlungen befreit und vertraut auf jemanden, der immer und überall den Überblick behält – nicht zuletzt auch bei der Budgetplanung, die bei vielen Paaren im Rausch der Vorbereitungen gerne aus dem Ruder läuft. Angst davor, irgendwann nicht mehr die Zügel in der Hand zu haben, müssen Paare jedoch nicht haben: „Wir planen ja eine Hochzeit mit dem Brautpaar zusammen und nicht im Alleingang“, betont denn auch Patricia Follesa. So entspannt, wie Brautpaare ihre durchorganisierte Hochzeit im besten Fall erleben, so stressig ist der Tag für einen Hochzeitsplaner, der immer auch mit Pannen und Zufällen rechnen muss. „Doch wenn ich sehe, wie gerührt Paare beim Ringwechsel oder Treueversprechen sind und erlebe, wie mich Braut und Bräutigam spät nachts dankbar umarmen, dann ist das für mich das schönste Feedback, das ich bekommen kann und entschädigt für alle Hektik“, erzählt die Weddingplanerin.

Wann, wen, wieviel? Tipps für Brautpaare

  • Wann sollten Sie sich an einen Hochzeitsplaner wenden?
    Beginnen Sie zwölf bis 18 Monate vor dem Hochzeitstermin mit der Planung, vor allem dann, wenn sie noch keine genauen Vorstellungen haben
  • Wie finden Sie einen seriösen, erfahrenen Hochzeitsplaner?
    Fragen Sie bei der für Sie nächsten IHK nach bereits zertifizierten Anbietern, recherchieren Sie beim Bund deutscher Hochzeitsplaner oder beim Hochzeitsprofis-Verbund, der dort ausgebildete Planer (mit IHK-Zertifikat) listet. Fragen Sie genau nach deren Erfahrung: Je mehr Hochzeiten eine Agentur bereits geplant hat, umso besser. Profi-Agenturen bieten Ihnen ein kostenloses Erstgespräch an. Unterschreiben Sie erst dann, wenn neben den Rahmenbedingungen auch die „Chemie“ stimmt
  • Mit welchen Kosten müssen Sie rechnen?
    Das kommt auf Ihre Ansprüche und das Budget an: Kaufen Sie nur Teilleistungen ein, wie zum Beispiel die Suche nach einer Location und deren Buchung, sind Sie unter Umständen schon mit ein paar Hundert Euro dabei. Auch für ein Budget von rund 3.000 Euro lässt sich schon eine schöne Hochzeit organisieren, wenn das Paar selbst ein paar Aufgaben übernimmt. Wer ein Rundum-sorglos-Paket wünscht, sollte nach der Faustregel „pro Gast 200 Euro (bei etwa 80 Personen)“ rechnen

Links im Netz:

Buchtipps:

  • Die Hochzeitsprofis: Die Hochzeitsprofis – Expertenwissen für Ihre Hochzeit. Der ultimative Hochzeitsplaner für Ihre Traumhochzeit. Mit vielen Checklisten, Zeitplaner und Budgetplaner Broschiert. Draksal Fachverlag 2012, 224 S., 19,90 €. ISBN 978-3-862-43080-2
  • Friederike Mauritz / Nikola Stiefelhagen: Der große Hochzeitsratgeber. So gelingt der schönste Tag. Stressfreie Organisation durch Checklisten und Zeitpläne. Mit Film: Der Hochzeits-Tanzkurs für zu Hause. Humboldt Verlag 2013, 304 S., 29,95 €. ISBN 978-3-869-10022-7
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