Nette Worte an das Paar

Herzlich und humorvoll: die Hochzeitsrede

Ob von Brauteltern, Eltern des Bräutigams oder guten Freunden gehalten - eine Rede gehört immer noch zum guten Ton auf einer Hochzeitsfeier. Aber in der Kürze liegt die Würze.

von Constanze Nieder
  • Druck
  • Kommentare
  • Email
Rede auf Hochzeit

Traditionell der Brautvater

Was wäre eine Hochzeitsfeier ohne eine Festtagsrede? Traditionell richtet in jedem Fall der Brautvater das Wort an das Hochzeitspaar, gibt in wohlüberlegten Sätzen einige Anekdoten über das "Töchterchen" preis, widmet sich vielleicht der ersten Begegnung mit seinem heutigen Schwiegersohn, den er natürlich samt seiner Verwandtschaft herzlich in der Familie begrüßt.

Er richtet seinen Blick in die Zukunft, wünscht dem Jubelpaar alles Gute, den Gästen eine schöne Feier und erhebt sein Glas, um meist vor dem zweiten Gang mit den andächtig lauschenden Zuhörern anzustoßen. Wenn der Pfarrer oder bei einer ökumenischen Trauung vielleicht sogar beide Geistliche anwesend sind, dann hat die Hochzeitsgemeinde manchmal schon vor dem Essen ein kurzes Gebet oder einige Wünsche für die Frischvermählten gehört.

Ring frei für den Redner-Reigen

Nachdem der Brautvater den Beifall für seine humorvollen und liebenswürdigen Ausführungen erhalten hat, ist der Vater des Bräutigams an der Reihe. Gerne gibt auch er einige Streiche und Peinlichkeiten seines Sohnes zum besten und heißt die Schwiegertochter nebst Verwandtschaft willkommen.

Dem Applaus und herzlichen Umarmungen folgt auch jetzt wieder ein Prosit auf die Brautleute. Hiernach ist das Redepult frei für alle anderen wortgewandten Gäste, die es nicht versäumen möchten, einige persönliche Worte an die Jungverheirateten zu richten.

Wer findet den richtigen Ton?

Wer wegen dieser strengen Rede-Reihenfolge Bauchschmerzen bekommt, dem sei gesagt: heute wird das alles nicht mehr so eng gesehen. Vielfach beginnt der Bräutigam oder die Braut mit dem Reigen der Ansprachen – wenn beide zu aufgeregt sind, stehen sie zusammen auf und begrüßen als Duo ihre Gäste, danken ihnen für das Kommen sowie die Geschenke und wünschen allen viel Vergnügen.

Es ist aber auch keine Schande, wenn Brautvater oder Vater des Bräutigams zu nervös oder schüchtern sind, um vor einer so großen Gruppe zu sprechen. Vielleicht sind ihre Frauen viel nervenstärker oder treffen den Ton sowieso besser als die Gatten, die sich vorher vielleicht ein wenig Mut antrinken müssten.

Jetzt kommt vielleicht von einigen Brautvätern das Argument: "Von mir wird doch eine Rede erwartet." Zum Glück sind jedoch die Zeiten weitestgehend vorbei, in denen sich ansonsten gestandene Männer wegen der Etikette um Kopf und Kragen reden mussten. Diese Peinlichkeit bleibt ungeübten Festrednern und Publikum heute in aller Regel erspart.

Vielmehr gilt eher der Grundsatz: Es rede, wer möchte. Allerdings sollten sich diejenigen, die ihr Wort ans Brautpaar richten wollen, vorher absprechen, damit nicht alle gleichzeitig zum Mikrofon stürzen. Der Zeremonienmeister nimmt bestimmt gerne eine Reihenfolge auf.

  • 1
  • 2