"Geburtenbringend?"

Das (Sex-)Vitamin E

Überall wird Vitamin-E als Wundermittel gegen Potenzstörungen feil geboten. Marianne Rudischer sagt Ihnen, was dran ist am vermeintlichen Wundermittel.

Autor: Marianne Rudischer
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Nomen est omen?

Mann Pillen in Hand
Foto: © iStockphoto.com/ Juanmonino

Ob Manager oder Maurer, Student oder Senior - für jede männliche Zielgruppe liegen in Apotheken, Reformhäusern und Supermärkten freiverkäufliche Dragees bereit. Mit einem Schlag ist Vitamin E als vermeintliche Potenzrakete modern geworden. In Erwartung der erhofften Effekte werden nach dem Motto "Viel hilft viel" häufig Megadosen der Zauberpillen geschluckt.

Vitamin E ist der Sammelbegriff für eine Gruppe Substanzen, die sich ähnlich sind und die gleiche Wirkung haben. Sie werden auch als Tocopherole bezeichnet, das sich vom griechischen tocos (Geburt) und pherein (hervorbringen) ableitet.

Der Name lässt hoffen: Ein Vitamin, das "Geburtenbringend" heisst, hat sicherlich stimulierende Eigenschaften auf Sex und Fruchtbarkeit. Kein Wunder, dass die Werbung für Vitamin-E-Kapseln oder Tabletten liebesmüden Männern Erlösung von Problemen verspricht:

  • "Standfest und mehr Mann sein - Vitamin E hilft, Störungen zu beheben."
  • "Verjüngt und leistungsstark mit dem Sex-Vitamin."
  • "Mit Vitamin E kommen Sie in Hochform!"

Potenzsteigerndes Wundermittel?

Der legendäre Ruf des Vitamin E hängt mit seiner Entdeckungsgeschichte zusammen. Ratten, die wegen einseitiger Ernährung unfruchtbar geworden waren, konnten sich nach Zufuhr von Vitamin E normal fortpflanzen. Beim Menschen blieben Versuche, solche Störungen mit Vitamin E zu beheben, allerdings erfolglos. Trotzdem wurde der vielversprechende Name "Geburtenbringend" geprägt.

Hartnäckig hält sich der weit verbreitete Wunderglaube über eine potenzsteigernde Wirkung und erlebt seit Jahrzehnten immer wieder eine Renaissance. Das Image eines Potenzhelfers übt offenbar eine starke Faszination aus und führt bei so manchem Verbraucher zu einem regelrechten Vitamin-E-Tick.

Funktion von Vitamin E

Vitamin E ist wichtig für den Fettstoffwechsel und schützt die Zellen vor schädlichen Einflüssen und vor Zerstörung. Vitamin E wird auch für die Funktion des Nervensystems und der Muskulatur benötigt.

Gibt es eine Vitamin-E-Unterversorgung?

Aber ein Vitamin-E-Mangel, z. B. durch Fehlernährung, kommt beim Menschen so gut wie nicht vor. Mit einer abwechslungsreichen, gemischten Kost wird genügend Vitamin E aufgenommen. Eine ausreichende Versorgung ist mit herkömmlichen Lebensmitteln, auch ohne zusätzliche Präparate, gewährleistet.

Natürliche Vitamin-E-Quellen

Sonnenblumen-, Weizenkeim-, Maiskeim-, Sojaöl, Weizenkeime, Haselnüsse. Bereits mit einem Esslöffel Weizenkeimöl pro Tag erreicht man die empfohlene Menge.

Vorsicht mit Vitamin-E-Präparaten! Sie können leicht überdosiert werden und dann zu Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen und Sehstörungen führen.

Verwendung in der Lebensmittelindustrie

Vitamin E wird fetthaltigen Lebensmitteln, z. B. Margarine, als natürliches Konservierungsmittel zugesetzt.

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