Es beginnt mit den Augen

Flirten: Nur wer sich traut, gewinnt

Flirten kann jeder. Und zum "Anbandeln" ist eigentlich jede Jahreszeit geeignet. Wie aber sieht denn nun eine erfolgreiche "Anmache" aus?

Autor: Gabriele Möller
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Flirten? Das kann jeder!

Frauen Cafe Flirt
Foto: © panthermedia.net/ Diego Cervo

Flirten kann jeder. Flirten ist nämlich angeboren. Auch Schüchterne haben also keine Ausrede mehr, ihrem Glück nicht selbst auf die Sprünge zu helfen. Und der Frühling ist genau die richtige Zeit dafür. Wie aber sieht denn nun eine erfolgreiche "Anmache" aus? 

Flirten ist angeboren

Ob im Urwald Papua-Neuguineas, auf den eisigen Höhen des Himalaya oder in der deutschen Großstadt-Disco: Geflirtet wird überall, und zwar fast immer nach dem gleichen Schema. Irenäus Eibl-Eibesfeldt, Schüler des berühmten Verhaltensforschers Konrad Lorenz, hat es in seinem Buch „Grundriß der vergleichenden Verhaltensforschung“ fotografisch festgehalten: Ein Flirt beginnt in der Regel nicht mit Worten, sondern mit den Augen. Dabei ist die „Taktik“ fast überall identisch: Innerhalb von Sekunden entscheidet sich zunächst, ob man jemanden sympathisch findet oder nicht. Dann wird Blickkontakt gesucht. Man starrt dem Anderen aber nicht bohrend in die Augen, sondern wendet den Blick nach einigen Sekunden wieder ab – oft mit einem halb scheuen und zugleich koketten Lächeln. Schon unsere Urahnen signalisierten so, dass sie ihr Gegenüber nicht bedrohen wollen. Und auch heute noch wird unablässiges Anstarren als unhöflich und aggressiv empfunden. Nach kurzer Zeit ist Hingucken dann aber wieder erlaubt, ja sogar erforderlich, damit der Flirt in Gang kommt.

Flirten kann man (fast)überall

Eigentlich ist es also ganz leicht. Fassen Sie sich ein Herz und riskieren Sie ein Auge – egal, wo Sie sind. Ob im Supermarkt an der Kasse, beim Gassigehen mit dem Hund, in der Stadtbibliothek, auf dem Arbeitsamt, an der Straßenbahn-Haltestelle, im Café oder in der Disco. Wenn Sie jemanden sympathisch finden, schmachten sie ihn/sie aber nicht resigniert aus der Ferne an. Verlassen Sie sich auf Ihren Instinkt und starten Sie durch, denn wie’s jetzt weitergeht, weiß Ihr Stammhirn ja längst: Blickkontakt, Lächeln, Wegsehen, verschämt-kecken weiteren Blick riskieren. Checken, ob das Gegenüber reagiert. Wenn nein, nicht entmutigen lassen. „Neues Spiel – neues Glück“ heißt hier die unerschrockene Devise. Andere Mütter haben auch nette Söhne und Töchter!

Erfolgsrezept "Wir-Gefühl"

Lächelt der/die Auserwählte zurück, ist schon viel gewonnen. Jetzt kommt das zugegebenermaßen Schwierigste: Das Objekt der Begierde ansprechen und eine Unterhaltung in Gang bringen. Ein bisschen Fantasie muss jetzt schon sein, aber Sie brauchen nicht druckreif zu reden. Eine einfache Bemerkung zur langen Schlange (Supermarkt), zur endlosen Wartezeit (auf Ämter-Fluren oder Bahnsteigen), oder eine Frage nach den örtlichen Gegebenheiten: „wo muss ich eigentlich hin, wenn ich das und das suche“ (passt gut in Leihbüchereien, Buch- und andere Läden, Behörden usw.), tut’s auch. So entsteht leicht ein „Wir-Gefühl“. Man befindet sich in einer ähnlichen Situation, wundert, ärgert, freut sich über dasselbe. Das verbindet und schafft Gesprächsstoff – ganz zwanglos.

Schüchtern? Keine Panik!

Schüchterne fahren übrigens gut damit, ihre Schüchternheit nicht zu überspielen, sondern ganz einfach - und charmant - zuzugeben. Besonders geeignet für Partys und Feten, auf denen man kaum jemanden kennt, und sich daher unsicher fühlt. Stellen Sie sich zu einer der bestehenden Grüppchen im Raum, und sagen Sie einfach, dass Sie sich gern ins Gespräch mit einschalten möchten, weil Sie hier bisher noch niemanden kennen und sich daher ein bisschen einsam fühlen. Sie werden sicher gern aufgenommen.

Den Stier bei den Hörnern packen

Für die eher Mutigen eignen sich Orte wie Cafés, Kneipen, Discos und wiederum Parties natürlich besonders gut: Hier kann man den Stier bei den Hörnern packen, zu dem/der in die engere Wahl gezogenen Person gehen und direkt Interesse bekunden. Aber bitte nicht in ausgelutschte Plattitüden verfallen! Die Frage „Haben wir uns nicht irgendwo schon einmal gesehen?“ löst inzwischen im Bauch wohl eher Brechreiz als die berühmten Schmetterlingsgefühle aus. Und auch die Frage nach der Uhrzeit oder nach Feuer ist nicht besonders originell und überdies meist schnell beantwortet – und dann? Besser ist es, die Situation direkt beim Namen zu nennen: „Ich überlege schon die ganze Zeit, wie ich Dich ansprechen soll, aber irgendwie ist mir nichts Geniales eingefallen. Ich trau‘ mich jetzt aber einfach trotzdem, weil ich Dich gern kennenlernen möchte“.


Damit das Gespräch nicht stockt

Ist das Gespräch in Gang gekommen, stellen Sie ruhig viele Fragen – schließlich wollen Sie den Anderen ja richtig kennenlernen. Aber hören Sie auch zu, statt Ihren Flirtpartner vor Nervosität mit immer neuen Fragen zu bombardieren. Und stellen Sie keine Fragen, die kurz mit ja oder nein beantwortet werden können, sonst stockt das Gespräch bald. Machen Sie hier und da Komplimente (gilt auch für Frauen), aber keine plumpen.

Zeigen Sie Ihren Sinn für Humor. Aber nicht, indem Sie sich über Interessen und Ansichten des Flirtpartners lustig machen. Besser ist es zu zeigen, dass man auch mal über sich selbst lachen kann.

Vermeiden Sie es, sich missverständlich auszudrücken: Spaß und Ernst sollten Sie deutlich trennen. Bedenken Sie, dass Ihr Gegenüber Sie noch nicht gut genug kennt, um verborgene Anspielungen oder Ironie von ernsten Äußerungen trennen zu können.

Lassen Sie dem Gespräch freien Lauf, lenken Sie es nicht in eine bestimmte Richtung, seien Sie offen und unverkrampft. Vermeiden Sie es, zu lange über ernste oder komplizierte Themen zu reden, sonst wird aus dem Flirt eine trockene Diskussion – und die Stimmung ist hin.

Woran erkenne ich, ob mich der andere attraktiv findet?

Sie haben sich so richtig ins Zeug gelegt und waren so mutig wie schon lange nicht mehr. Woran können Sie erkennen, ob der andere „angebissen“ hat? Wenn Sie gemeinsam viel zu lachen haben, die Zeit wie im Flug vergeht und Sie am liebsten noch ewig miteinander reden mögen, ist das ein sehr gutes Zeichen. Noch sicherer ist jedoch ein Blick auf die Körpersprache: Psychologen haben festgestellt, dass sich flirtende Menschen häufig synchron bewegen, wenn die Luft zwischen ihnen „knistert“. So greifen sie zum Beispiel unbewusst oft dann zum Glas, um einen Schluck zu trinken, wenn ihr Gegenüber dies auch gerade tut. Auch lassen sie den Blickkontakt nicht abbrechen und bleiben in ihrer Körperhaltung offen. Verschränkt Ihr Gesprächspartner die Arme, meidet den Blickkontakt, lässt die Augen irgendwo im Raum oder an der Decke herumschweifen und wirkt unkonzentriert und abwesend, haben Sie schlechte Karten.

Nicht verzagen!

Seien Sie nicht zu enttäuscht, wenn Ihr Flirtpartner doch nichts weiter von Ihnen möchte, als ein nettes Gespräch. Wenn Sie mit der Haltung an die Sache herangehen, dass es „diesmal unbedingt klappen muss“, klappt am Ende gar nichts. Anziehungskraft und Sympathie lassen sich nicht künstlich herstellen, auch wenn man sich noch so sehr bemüht. Und manchmal findet man sich optisch sympathisch, um im Gespräch festzustellen, dass der Andere doch nicht so ist, wie man es sich ausgemalt hat. Vergessen Sie nie: Wenn der Funke nicht überspringt, liegt es nicht an Ihnen. Sie beide senden eben einfach nicht auf derselben Wellenlänge. Gehen Sie nicht mit hohen Erwartungen in einen Flirt. Flirten ist immer ein Spiel mit offenem Ausgang – nicht mehr und nicht weniger. Und wie bei jedem Spiel, gehört eine Portion Glück und vor allem Spaß unabdingbar mit dazu.

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