Spirale

Die Spirale – ein sicheres Verhütungsmittel

Neben Pille und Kondom ist die Spirale als  Methode zur Verhütung am weitesten verbreitet. Sie wird direkt in die Gebärmutter eingesetzt, wo sie ihren Wirkstoff abgibt und so eine Befruchtung verhindert. Die spiralförmige Gestalt der ersten Modelle diente dem Verhütungsmittel als Namenspatron – jedoch ist die heutige Spirale meist „T-förmig“ oder gleicht einem Anker. Häufig wird sie auch als Intrauterinpessar (IUP) bezeichnet. Die Verhütung mit der Spirale gilt als sehr sicher, bei guter Verträglichkeit kann sie bis zu zehn Jahre lang im Körper verbleiben.

Spirale
Foto: © Henrie - Fotolia.com

Grundsätzlich werden zwei Arten der Spirale unterschieden: die Kupferspirale und die Hormonspirale. Beide bestehen aus flexiblem Kunststoff, sind zwischen 2,5 und 3,5 Zentimetern groß und haben am Schaftende zwei Rückholfäden, die durch den Muttermund verlaufen und in der Scheide liegen bleiben – sie dienen dazu, die Spirale wieder zu entfernen. Wie Kupfer- und Hormonspiralen wirken und was ihre Vor- und Nachteile sind: urbia klärt auf.

Die Kupferspirale

Der Schaft der Kupferspirale ist mit einem Kupferfaden umwickelt, der kontinuierlich kleinste Mengen an Kupfer abgibt, was die Samenzellen auf ihrem Weg in die Eileiter unbeweglicher macht – so wird in der Regel eine Befruchtung vermieden. Außerdem stört das Kupfer den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und verhindert so die Einnistung einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutter, sollte es doch zu einer Befruchtung gekommen sein. Um die Wahrscheinlichkeit von Infektionen zu verringern, wird manchmal ein Goldplättchen in die Spirale eingearbeitet. Deren Wirksamkeit konnte bisher jedoch nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden. Kupferspiralen werden von einem Gynäkologen in die Gebärmutter eingesetzt, wo sie zwischen drei Jahren (Mini Spirale) und zehn Jahren (erhöhte Kupferdosis) verbleiben. Der beste Zeitpunkt dafür ist während der Regelblutung, weil der Muttermund in dieser Zeit weiter geöffnet ist und der Eingriff so angenehmer verläuft. Damit die Spirale als Verhütung so zuverlässig wie möglich bleibt, sollte ihre korrekte Lage regelmäßig im Abstand von sechs Monaten vom Arzt kontrolliert werden.

Vor- und Nachteile der Kupferspirale

Der große Vorteil der Kupferspirale liegt vor allem darin, dass sie nicht in den natürlichen Hormonhaushalt eingreift. Gerade in der Stillzeit ist dieses  Verhütungsmittel deshalb gut geeignet, da die  Muttermilch nicht belastet wird. Da sie außerdem professionell eingepflanzt wird, kommt es nicht zu Anwendungsfehlern und die Anwenderin muss sich für längere Zeit nicht um das Thema Verhütung kümmern. Auch einer Schwangerschaft steht nach dem Entfernen prinzipiell nichts im Wege, weil der Körper keine Umgewöhnungsphase benötigt. Das Entfernen ist jederzeit möglich.

Frauen, die zu starken Blutungen während ihrer  Menstruation neigen, sollten jedoch besser auf die Kupferspirale verzichten – sie kann die Blutung verstärken und verlängern und  Zwischenblutungen verursachen. In einigen, jedoch sehr seltenen Fällen kann die Spirale sogar Unterleibsentzündungen begünstigen, die zu Unfruchtbarkeit führen können. Obwohl die Gefahr sehr gering ist, sollten gerade Frauen, die noch Kinder haben wollen, sich dessen bewusst sein.

Die Hormonspirale

Äußerlich unterscheidet sich die Hormonspirale nicht von der Kupferspirale, auch sie hat die typische T-Form. Im Gegensatz zur Kupferspirale wirkt sie jedoch hormonell: In ihrem Inneren befindet sich ein Zylinder, der ein Depot mit dem Wirkstoff Levonorgestrel enthält – ein künstliches Hormon, das dem Gestagen sehr ähnelt. Geringe Mengen werden stetig in der Gebärmutterhöhle freigesetzt, wodurch es zur Verdickung des Schleims im Gebärmutterhals ( Zervixschleim) kommt. Darüber hinaus wird die Funktion der Spermien eingeschränkt und die Gebärmutterschleimhaut in ihrem Wachstum behindert. Die Hormonspirale wird vom Frauenarzt während der Regelblutung in die Gebärmutter eingesetzt, wo sie fünf Jahre lang verbleiben kann. Diese Spirale gilt als fast ebenso sicher wie eine Sterilisation und kann jederzeit rückgängig gemacht werden. Wie auch bei der Kupferspirale sollte ihre korrekte Lage alle sechs Monate vom Gynäkologen untersucht werden.

Vor- und Nachteile der Hormonspirale

Ein klarer Vorteil der Hormonspirale ist, dass sie ebenso wie die Kupferspirale für mehrere Jahre im Körper verbleibt, wodurch die Frau nicht jedes Mal beim Geschlechtsverkehr an  Verhütung denken muss. Sie ist besonders für Frauen geeignet, die unter starken Monatsblutungen leiden, da sie sowohl die Blutungsstärke als auch die Schmerzen reduziert. Die abgegebene Menge an Hormonen ist sehr niedrig dosiert und wirkt überwiegend direkt an der Gebärmutter, wodurch der Rest des Körpers nicht belastet wird. Auch in der Stillzeit ist die Hormonspirale als Verhütungsmittel zu empfehlen, da das Gestagen die Milchproduktion nicht belastet. Des Weiteren kann sie das Risiko für chronische Unterleibsentzündungen verringern. Zu Beginn der Anwendung kann es zu Nebenwirkungen wie Zwischenblutungen, Brustspannen, Übelkeit, Akne, Kopfschmerzen und Stimmungsschwankungen kommen. Nach einigen Monaten hat sich der Körper in der Regel der Hormonumstellung angepasst und die Symptome verschwinden. Frauen mit Erkrankungen der Leber, der Geschlechtsorgane, des Herzkreislaufsystems sowie Fettstoffwechselstörungen sollten jedoch auf diese Art der Spirale als Verhütung verzichten.

Die „Spirale danach“

Bei der „Spirale danach“ handelt es sich um eine Kupferspirale, die bis zu fünf Tage nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr in die Gebärmutter eingesetzt wird und die Einnistung eines befruchteten Eis verhindern kann. Eine Hormonspirale ist zu diesem Zweck nicht geeignet. Die Frage, wie die „Spirale danach“ wirkt, ist nicht genau geklärt. Wahrscheinlich ist, dass das abgegebene Kupfer den Schleim am Muttermund und die Gebärmutterschleimhaut so verändert, dass die Eizelle sich nicht einnisten kann. Die „Spirale danach“ ist besonders dann sinnvoll, wenn die Frau auch weiterhin mit der Spirale verhüten will, da sie in diesem Fall direkt im Körper verbleiben kann. Der natürliche Zyklus wird durch die Spirale nicht beeinflusst. Das Einsetzen der „Spirale danach“ gestaltet sich komplizierter als bei einer normalen Spirale, da sie nicht wie üblich während der Periode und somit bei geöffnetem Muttermund eingesetzt wird. Ihre Wirkung ist nur dann zuverlässig, wenn sie bis zur folgenden Regelblutung liegen bleibt.

Kosten für die Spirale

Je nach Modell betragen die Kosten für die Kupferspirale zwischen 120 und 200 Euro für einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren. Die Hormonspirale kostet für die Spanne von fünf Jahren rund 250 bis 350 Euro. Beide Summen schließen Beratung, Untersuchung und das Einsetzen der Spirale ein. Weitere Kosten fallen bei den halbjährigen Ultraschalluntersuchungen zur Prüfung der Lage der Spirale an – sie unterscheiden sich jedoch von Arzt zu Arzt. Bei Frauen, die das zwanzigste Lebensjahr noch nicht erreicht haben, übernehmen die Krankenkassen die Kosten.


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