Studie von pro familia
Wann die Pille versagt
Wie kommt es zu ungeplanten Schwangerschaften?, fragten sich Mitarbeiter von pro familia-Köln. Ihre Studie brachte Überraschendes zu Tage. Am häufgisten passierten Verhütungspannen mit dem Kondom - und mit der Pille.
Studie über Verhütungs-Pannen
Im Jahr 2008 wurden dem Statistischen Bundesamt rund 114 500 Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland gemeldet. Weit über diese Zahl hinaus dürfte die Anzahl ungeplanter und zunächst ungewollter Schwangerschaften gehen, die doch ausgetragen wurden. Bei weitem die Mehrheit der Schwangeren befand sich in einem Alter, in dem ausreichende Informationen und ein erfahrener Umgang mit Verhütungsmitteln angenommen werden dürfen. Warum kommt es in Zeiten so zuverlässiger Verhütungsmittel wie Pille und Spirale noch immer so häufig zu ungewollten oder zumindest ungeplanten Schwangerschaften? Ist die Leidenschaft doch immer wieder stärker als der Verstand? Werden Verhütungsmittel im Eifer des Gefechts gar nicht erst angewandt?
Diese Fragen waren Anlass einer Studie, in deren Rahmen die pro familia- Beratungsstelle Köln 1000 ungewollt schwangere Frauen und Paare befragte. Überraschendes Ergebnis: Nicht übermäßige Leidenschaft und das Weglassen von Verhütungsmitteln, sondern Anwendungsfehler sind die häufigste Ursache für ungewollte Schwangerschaften. Besonders die als fast hundertprozentig sicher geltende Antibabypille ist fehleranfälliger als gemeinhin angenommen. Denn die Pille ist zwar von hoher Sicherheit, wenn sie richtig eingenommen wird, aber sie erfordert eine hohe Disziplin im Alltag und - was zu wenige wissen: Sie ist störanfällig. Besonders das Versagen der Pille bei Erbrechen, Durchfallerkrankungen und durch die gleichzeitige Einnahme anderer Medikamente ist zu vielen Frauen nicht bewusst.

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