Spaß oder Seitensprung?
Wenn der Partner Pornos schaut
Frauen, die im gemeinsamen Computer darauf stoßen, dass ihr Liebster gerne Pornoseiten besucht, sind oft schockiert und fühlen sich betrogen. Mit Recht?
Zündstoff für Liebespaare
Das Internet bringt Menschen auf der ganzen Welt einander näher und hilft häufig auch der Liebe auf die Sprünge. So manches spätere Liebespaar fand sich in einem Chatroom, andere erhielten online Rat und Unterstützung bei Beziehungsproblemen. Doch das World Wide Web bietet auch Möglichkeiten, die bei Liebespaaren für Konfliktstoff sorgen. Immer wieder wenden sich Frauen Hilfe suchend zum Beispiel an das urbia-Forum, weil sie ihren Partner beim Ansehen oder Herunterladen von Pornodarstellungen "ertappt" haben. Diese Entdeckung löst bei so mancher Frau ungute Gefühle aus und wirft unangenehme Fragen auf: "Warum hat er das nötig? Genüge ich ihm nicht mehr? Sehnt er sich nach anderen Frauen? Wie kommt es, dass ihm derart plumpe Darstellungen gefallen können?"
In den lebhaften Diskussionen, die das Porno-Thema regelmäßig auslöst, tauchen vor allem zwei konkurrierende Standpunkte auf: Da sind zum einen Frauen, die den Porno-Konsum des Partners irritierend und verletzend finden und die Ansicht vertreten, in einer intakten Beziehung habe der Konsum von Pornographie nichts zu suchen. Ihnen gegenüber stehen Frauen und Männer, die diesen Frauen Verklemmtheit vorwerfen und die Ansicht vertreten, Pornokonsum mache Männern einfach Spaß, ohne irgend welche weiteren Bedeutungen zu haben, oder es sei nun einmal so, dass Männer dies von Zeit zu Zeit brauchten und es nütze nichts, sich darüber aufzuregen.
Vermutlich ohne es zu ahnen, befinden sich diese Frauen mitten in einer Pornographie-Debatte, die in Deutschland und besonders auch in den USA seit vielen Jahren immer wieder mit großer Schärfe geführt wird: Auf der einen Seite die Verfechter einer liberalen Sexualmoral, die Pornographie als eine von vielen sexuellen Ausdrucks- und Konsummöglichkeiten sehen. Auf der anderen Seite die feministische Ansicht, Pornographie sei Zeichen weiblicher Unterdrückung, sie reduziere die Frau auf ein reines Sexualobjekt und rege sogar zu Gewalt gegen Frauen an, nach dem Motto: "Pornographie ist die Theorie, Vergewaltigung die Praxis".







