Erkenntnisse aus dem Tierreich

Sind Softies doch die besseren Männer?

Was können Tüpfelhyänenfrauen uns Menschenweibchen über Emanzipation bei der Partnerwahl lehren? Eine Forscherin fand heraus: Sanfte Männchen haben mehr Erfolg in der Liebe!

Autor: Petra Fleckenstein
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Der Softie - eigentlich schon ausgemustert

Mann Frau Parkbank
Foto: © iStockphoto.com/ sbonk

Er war ja eigentlich schon ein wenig ausgemustert – der Softie, diese besondere Spezies Mann, die uns die Frauenbewegung beschert und die wir ja zunächst auch mit weit ausgebreiteten Armen begrüßt hatten. War doch auch so, dass wir alle uns nach ihm sehnten – dem Mann, der endlich auch zuhören kann, der Gefühle zeigt, der Schwächen zulässt und der dies alles auch ein wenig in seinem gewaltfrei-farbigen Outfit ausdrückt.

Schockierend dann nur, wenn frau feststellte, dass der softe Ralf, Jens oder Klaus zwar ohne Zweifel als furchtbar netter Kerl durchging, aber kein Herzflimmern auszulösen im Stande war, wie sich dies angesichts der plump zur Schau gestellten Bizeps-Power des markigen Richard - noch dazu untermalt von knappen Macho-Sprüchen - regelmäßig einstellte. Allein hinter vorgehaltener Hand wagte frau es noch, der besten Freundin zuzuflüstern, dass sie wider alle Vernunft auf den gut gebauten Typen in der knappen schwarzen Lederhose steht, der im derzeitigen In-Schuppen ohne lange Umschweife auf sie zusteuerte und unmissverständlich durchscheinen ließ, was er im Laufe des Abends noch mit ihr anzufangen gedenke.

So langsam wurden die Haare der Männer wieder kürzer, die lila Latzhosen landeten in der Rotkreuz-Sammlung und der Macho wurde wieder gesellschaftsfähig - immerhin wenigstens dem Anschein nach angereichert mit einigen Softie-Qualitäten.

Forscherin: Sanfte Männchen haben mehr Paarungserfolge

Wie aber ist vor diesem Hintergrund die neueste Nachricht aus der Verhaltensbiologie zu verstehen? "Softies kommen bei Frauen eher zum Zuge als knallharte Machos", verkündet Marion East vom Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin. Der Forscherin ist soeben der Nachweis gelungen, dass sanfte Männchen weit mehr Paarungserfolge aufzuweisen haben als ihre aggressiveren Geschlechtsgenossen. Das Studienobjekt der britischstämmigen Berlinerin: Tüpfelhyänen in der Serengeti.

Marion East hat bei den Tüpfelhyänen, die in hochkomplexen Clans unter weiblicher Herrschaft organisiert sind, sexuelle Konflikte beobachtet und analysiert. Der Forscherin zufolge zeugten jene Männchen mehr Nachwuchs, die sich mit Freundlichkeit den Weibchen näherten. Wie aber sieht Freundlichkeit bei Hyänen aus? "Das kann man sich vorstellen wie bei Hunden", erläutert Marion East: Die Tiere beschnüffeln sich und lecken einander. Aggressive Männchen dagegen näherten sich den Weibchen, indem sie sie ansprangen und nach ihnen schnappten. Es kam auch zu Begattungsversuchen mit unwilligen Weibchen und zu heftigen Beißattacken. Die Studie zeigte: Keinem der extrem aggressiven Männchen gelang es, Nachwuchs zu zeugen. Ganz anders dagegen bei den freundlichen Männchen. Sie hatten Erfolg bei den Annäherungsversuchen, und zwar umso mehr, je länger sie schon beim Clan waren.

Nun fragt sich die – ohne es noch groß erwähnen zu müssen – selbstverständlich emanzipierte Frau, die sich längst mit ihrer heimlichen Vorliebe für zupackende Exemplare des anderen Geschlechts abgefunden hatte, was diese Erkenntnis aus dem Tüpfelhyänenkosmos wohl für das menschliche Liebesleben zu bedeuten hat: Sind Softies schlichtweg doch die männlicheren Männer? Bringen Machomänner zwar Spaß, aber sollten, wenn es um den Bund fürs Leben und insbesondere um Nachwuchs geht, eher links liegen gelassen werden? Oder ganz einfach: Wahrhaft kultiviert und emanzipiert sind eben doch nur Tüpfelhyänenfrauen? Was meinen Sie?

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