07.04.2009 Gleicher Lebensstil - gleicher Bauch

Abnehmen kann ansteckend sein

Hat der Partner im Laufe einiger Ehejahre ebenfalls ein kleines Bäuchlein angesetzt, bedarf es nun keiner Überredungskünste mehr, ihn zum gemeinschaftlichen Abnehmen zu überzeugen. Eine neue Studie zeigt, dass bei der Diät des einen Partners auch der andere an Gewicht verliert.

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Eltern Fruehstueck

Programme für eine gesunde Ernährung wirken sich auch auf den Partner aus: Wenn der eine Ehepartner abnimmt, verliert oft auch der andere an Gewicht. Wer also Diät hält, hilft nicht nur sich selbst – auch der Partner kann indirekt davon profitieren und abnehmen, teilt der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) auf seiner Internetseite www.internisten-im-netz.de mit.

„Partnerschaften haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf den Lebensstil und damit auch auf das Essverhalten: Zunächst nehmen viele Paare nach der Hochzeit erst einmal zu. Auch später verändert sich das Körpergewicht von Ehepartnern oft parallel – leider meist nach oben“, sagt Dr. Thorsten Siegmund vom BDI.

Amerikanische Wissenschaftler haben nun in einer groß angelegten Untersuchung an Diabetes-Patienten erstmals gezeigt, dass Ehepaare auch gemeinsam abnehmen können, wenn einer von beiden an einer Ernährungsberatung teilnimmt. Während die Teilnehmer des Beratungsprogramms innerhalb eines Jahres im Schnitt knapp zehn Kilogramm abnahmen, verloren ihre Ehepartner immerhin ebenfalls durchschnittlich 2,5 Kilo – deutlich mehr als in einer Vergleichsgruppe ohne Ernährungsberatung. Das Programm beinhaltete drei bis vier monatliche Gruppen- oder Einzelsitzungen im Zeitraum eines Jahres, in denen Tipps für eine angemessene Ernährung und zur Verhinderung von Rückfällen gegeben sowie Verhaltensänderungen geübt wurden.

Das persönliche Umfeld ist wichtig

Änderungen im Umgang mit Nahrungsmitteln und im Essverhalten sind die wahrscheinlichste Ursache dafür, dass nicht nur die Teilnehmer selbst, sondern auch ihre Partner abnahmen. Die Auswertung der Studie ergab, dass die Partner weniger Kalorien zu sich nahmen und sich fettärmer ernährten. Offenbar übernahmen sie viele der Verhaltensänderungen ihrer geschulten Ehefrauen oder -männer: Sie kontrollierten regelmäßig ihr Gewicht und die Menge der aufgenommenen Kalorien und verzichteten auf Snacks zwischen den Mahlzeiten.

„Die Untersuchung zeigt, dass Programme, die das Ernährungsverhalten verbessern sollen, weiter reichende Wirkung haben können, als bislang angenommen: Nicht nur Ärzte und Ernährungsberater sind wichtig, sondern auch das persönliche soziale Umfeld. Denn wer sich selbst gesundheitsbewusst ernährt, beeinflusst dadurch auch seinen Partner. Wahrscheinlich verstärken Paare, die gemeinsam ihr Essverhalten ändern, die Wirkung einer Diät und nehmen dadurch noch stärker ab“, vermutet Dr. Siegmund. Erfolgreich kann in jedem Fall nur eine dauerhafte Umstellung der Ernährung sein: „Kurzzeitige Diäten oder Radikalkuren sind sogar eher kontraproduktiv, denn sie führen zu einer Gewichtszunahme, wenn man wieder zu seiner gewohnten Ernährung zurückkehrt“, warnt der Ernährungsmediziner vom Klinikum München-Bogenhausen.

Weitere Informationen zu einer gesundheitsbewussten Ernährung gibt es unter:
www.internisten-im-netz.de/de_ausgewogene-ernaehrung.


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