16.02.2011 Neue Studie

Jugendliche trinken weniger Alkohol

Die gute Nachricht ist, dass im Jahr 2010 der Alkoholkonsum unter Jugendlichen weiter rückläufig war. Dies belegt eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Dennoch kann es keine Entwarnung geben, da das Trinkverhalten vieler Teenager immer noch riskant ist.

Autor: BZgA
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Jugendliche Party Konfetti
Foto: © iStockphoto.com/ shironosov

Der regelmäßige Alkoholkonsum von Jugendlichen in Deutschland ist weiter rückläufig und hat im Jahr 2010 den niedrigsten Stand seit den 70er Jahren erreicht. Noch immer verbreitet ist das so genannte Binge Trinken (Rauschtrinken): Zwar sind auch hier leichte Rückgänge zu verzeichnen, eine generelle Trendwende lässt sich aus den neuen Zahlen jedoch nicht ableiten. Das sind die Ergebnisse einer neuen Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) "Alkoholkonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland 2010". Für die Studie wurden 7.000 Personen im Alter von 12 bis 25 Jahren nach ihren Trinkgewohnheiten befragt.

Vor allem in der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen griffen im Jahr 2010 deutlich weniger Jugendliche regelmäßig zu alkoholischen Getränken. Während 2004 noch etwa jeder Fünfte (21 Prozent) dieser Altersgruppe angab, mindestens einmal in der Woche Alkohol zu trinken, lag dieser Anteil im vergangenen Jahr bei rund 13 Prozent. Auch die Zahl derer, die das so genannte Binge Trinken, also den Konsum von mindestens fünf alkoholischen Getränken bei einer Gelegenheit, praktizieren, ist über alle Altersgruppen hinweg leicht gesunken. Doch noch immer geben 16,7 Prozent der minderjährigen Jugendlichen an, im letzten Monat Binge Trinken betrieben zu haben. Im Jahr 2004 waren es noch 22,6 Prozent. Vor allem bei Jungen und jungen Männern ist dieses riskante Trinkverhalten weiterhin verbreitet. So praktizierte im vergangenen Jahr jeder Fünfte 12- bis 17-Jährige mindestens einmal im Monat Binge Trinken, bei den 18- bis 25-Jährigen war es sogar jeder Zweite.

Alkohol ist nach wie vor Suchtmittel Nummer eins

Mechthild Dyckmans, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, erklärt: "Die aktuellen Konsumzahlen zeigen, dass der Ansatz der Bundesregierung, in der Drogen- und Suchtpolitik einen Schwerpunkt auf die Alkoholprävention im Jugendalter zu legen, richtig ist. Der hohe Alkoholkonsum bei einem Teil der jungen Menschen ist ein gesellschaftliches Problem, dem mit Aufklärung, Information und gezielten Präventionsmaßnahmen begegnet werden muss. Es zeigt sich, dass besonders das Rauschtrinken bei den Jugendlichen immer noch weit verbreitet ist. Auch wenn die Zahlen der Krankenhauseinweisungen wegen Alkoholvergiftungen bei den 10- bis 15-Jährigen um vier Prozent gesunken sind, dürfen wir mit unseren Präventionsbemühungen nicht nachlassen."

"Alkohol ist nach wie vor das Suchtmittel Nummer eins bei jungen Menschen", betont Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. "Sie trinken insgesamt immer noch deutlich zu viel. Für viele Jugendliche gehört Alkohol zum Feiern und Spaß haben dazu, über die gerade für junge Menschen schweren gesundheitlichen Folgen sind sie sich dabei oft nicht im Klaren. Dies alles zeigt: Prävention ist und bleibt unverzichtbar."

Soziale Faktoren sind häufig entscheidend

Erstmals wurden mit der vorliegenden Studie Jugendliche nach ihren Trinkmotiven und ihrer Einstellung zum Alkohol befragt. Die Ergebnisse zeigen: Es sind vor allem soziale Faktoren, die den Alkoholkonsum von Jugendlichen beeinflussen. Sie trinken, um Spaß zu haben, Hemmungen zu überwinden und weniger schüchtern zu sein. Für den Alkoholkonsum entscheidend ist außerdem das direkte Umfeld junger Menschen. Je mehr und je häufiger Alkohol etwa im Freundeskreis getrunken wird, desto höher ist der eigene Alkoholkonsum.

Die Jugendkampagne "Alkohol? Kenn dein Limit.", die die BZgA seit 2009 und mit finanzieller Unterstützung des Verbandes der privaten Krankenversicherung e.V. (PKV) durchführt, zielt darauf ab, Jugendliche zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol zu motivieren. Wie die Studie zeigt, sind die Kampagnenbotschaften über Plakate, Anzeigen in Jugendmedien, Social-Media-Aktivitäten und Spotschaltungen in Kino und Fernsehen schon nach einem Jahr Laufzeit bei mehr als 90 Prozent der Jugendlichen angekommen.

Die Studie "Alkoholkonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland 2010" steht hier zum Download bereit.

 

Die Informationsangebote der BZgA zum Thema Alkoholprävention:


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