13.08.2013 Nicht nur die Kinder chillen gerne

Eltern lassen zu viel durchgehen

Eltern, die sich über die "Chill-Mentalität" ihrer jugendlichen Kinder ärgern, sollten auch ihr eigenes Verhalten hinterfragen. Denn meist lassen sie schlicht ihren Teenagern zu viel durchgehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle repräsentative Studie.

Autor: Jacobs Krönung-Studienreihe "ZusammenLeben"
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Teenager Kopfhörer
Foto: © fotolia.com/ enzodebernardo

Freunde, Freiheit und Spaß am Leben sind die Maximen der Jugend. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle repräsentative Studie im Auftrag von Jacobs Krönung*.

Die überwältigende Mehrheit der Jugendlichen kommuniziert ständig, fast drei Viertel können machen, was ihnen gerade passt und rund zwei Drittel wollen das Leben genießen - so sieht sich die Jugend von heute und so nehmen auch Eltern die Teenager wahr. Leistung zeigen ist dagegen bei den Kids weniger angesagt, kritisieren die Eltern. Nur elf Prozent von ihnen sind der Meinung, die Jugendlichen wollen sich ins Zeug legen, um etwas zu erreichen.

Eltern erteilen die Lizenz zum Chillen

Doch die Einstellung der Jugendlichen kommt nicht von ungefähr. "Die Chill-Mentalität der Kids ist häufig hausgemacht", erklärt Diplom-Psychologe Michael Thiel. "Eltern tragen selbst oft mit ihrer im Prinzip gut gemeinten Erziehung zur sorglosen Haltung der Jugendlichen bei: Meistens bekommen die Kinder, was sie möchten - egal, ob aus schlechtem Gewissen, weil die Eltern keine Zeit haben, oder weil Eltern einfach das Beste für ihre Kinder wollen. Oftmals müssen diese wenig bis gar nichts zu Hause tun und könnten aus Sicht der Eltern mehr für die Schule machen. Doch die Kids haben dann eher das Gefühl, sie sollten allein entscheiden - und gehen ihren eigenen Bedürfnissen nach."

Die Jugendlichen von heute sind aber keine Leistungsverweigerer per se. Es besteht für sie bloß keine Notwendigkeit, sich anzustrengen. Denn laut der aktuellen Studie bestätigen lediglich 22 Prozent der Eltern: Jugendliche müssen sich vieles selbst erarbeiten. Mehr Anregung der Mütter und Väter wäre jedoch angebracht, rät der Experte: "Aus meiner Erfahrung möchten Kinder gefördert, aber nicht kontrolliert werden. Sie brauchen Regeln, müssen aber auch die Konsequenzen erleben. Grenzen und Freiheiten gehen in der Erziehung Hand in Hand. Um das einem Kind zu vermitteln, bedarf es Kommunikation auf Augenhöhe und Fingerspitzengefühl", so Michael Thiel.

Die bevölkerungsrepräsentative Umfrage im Auftrag von Jacobs Krönung wurde vom Institut für Demoskopie Allensbach im Dezember 2012 unter 1.716 Personen ab 14 Jahren erhoben. 


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