09.07.2010 Richtiger Umgang mit Schwimmflügeln, Badereifen und Co

Kinder im Wasser: Sechs Regeln für sicheren Badespaß

Kaum im Schwimmbad angelangt, werden Schwimmflügel oder Badereifen übergestreift - und ab ins kühle Nass. Dass Eltern ihre Kinder auch mit diesen "Auftriebshilfen" gewappnet am Wasser nicht aus den Augen lassen sollen, darauf weisen Experten für Kindersicherheit hin und geben weitere Tipps.

Autor: BAG Mehr Sicherheit für Kinder e.V.
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Mutter Kinder schwimmen
Foto: © iStockphoto.com/ MaszaS

Kleine Kinder, die mit aufblasbaren Flügelchen, Schwimmanzügen oder Schaumstoffringen ins Wasser gehen und noch nicht schwimmen können, sind nicht vor dem Ertrinken geschützt. Sowohl im tiefen als auch flachen Wasser können sie das Gleichgewicht verlieren und in Bauch- oder Rückenlage geraten. Ihr Kopf kippt dabei aufgrund seiner Schwere ins Wasser. Das Wasser dringt in die Atemwege. Kinder können sich aus dieser Lage nicht mehr eigenständig befreien. Sie ertrinken innerhalb kürzester Zeit leise, ohne Zappeln oder Schreie.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V. und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) warnen deshalb vor der vermeintlichen Sicherheit von so genannten Auftriebshilfen wie Schwimmflügeln, Badereifen, Schwimmanzügen oder Schaumstoffringen. "Schwimmflügel sind keine Lebensversicherung gegen das Ertrinken bei kleinen Kindern. Damit am Wasser wirklich nichts passiert, müssen Erwachsene für eine lückenlose Aufsicht in unmittelbarer Griffnähe des Kindes sorgen", sagt Martina Abel, Geschäftsführerin der BAG Mehr Sicherheit für Kinder in Bonn.

"Auch Kinder, die das Frühschwimmerabzeichen "Seepferdchen" erworben haben, sind keine sicheren Schwimmer. Eltern sollten ihre Schwimmanfänger stets im Blick haben", rät Helmut Stöhr, Leiter Ausbildung im Präsidium der DLRG.

Deshalb haben BAG und DLRG sechs Regeln für den sicheren Badespaß mit Kindern zusammengestellt:

1. Kinder nie alleine im und am Wasser lassen. Immer in Griffnähe sein.

Kinder ertrinken leise. Sie gehen in Sekundenschnelle unter wie ein Stein. Aufgrund ihrer Körperproportionen ertrinken kleine Kinder sogar im flachen Wasser.

2. Aufsichtspflicht niemals auf ältere Geschwisterkinder übertragen.

Kinder sind mit der Betreuung von kleinen Geschwistern im und am Wasser überfordert, denn sie können gefährliche Situationen noch nicht richtig einschätzen.

3. Kinder früh mit Wasser vertraut machen.

Schon Babys sollten schrittweise und spielerisch mit Wasser und dessen Eigenschaften vertraut gemacht werden. Bereits kleine Kinder können Ausatmen und Tauchen lernen sowie ihren Orientierungssinn unter Wasser schulen. Kinder sollten unbedingt ab vier Jahren mit dem Wasser vertraut gemacht werden. Ab etwa fünf Jahren empfiehlt sich der Besuch eines Schwimmkurses.

4. Auftriebshilfen nur unter Aufsicht benutzen.

Ratsam sind Schwimmflügel mit zwei Luftkammern und einem GS Zeichen. Wenn Kinder mit Schwimmhilfen im Wasser sind müssen sie ständig beaufsichtigt werden. Schwimmringe und -spielzeuge sind gefährlich, wenn Kinder hindurch rutschen und ins "Tiefe" abgleiten.

5. Kinder auf mögliche Gefahren vor Ort hinweisen.

Ob am Meer, im Schwimmbad oder zu Hause, Kinder sollten auf Wellengänge, Wassertiefe, Strömungskanäle und Sprungbereiche und deren Gefahren wiederholt hingewiesen werden.

6. Schwimmen lernen ist lebenswichtig.

Ein Kind kann sicher schwimmen, wenn es:

  • sich unter Wasser genauso gut zurechtfindet, wie über Wasser und mehrere Sprünge ins Wasser beherrscht,
  • 15 Minuten ohne Halt und ohne Hilfen im tiefen Wasser schwimmen kann und beim Wasserschlucken nicht anhalten muss,
  • auf dem Rücken genauso gut schwimmt wie in Bauchlage.

Viele Kinder sind auf das Seepferdchen als erstes Schwimmabzeichen stolz. Sie sind aber noch keine sicheren Schwimmer. Deshalb sollten Eltern immer in der Nähe bleiben und ihre Kinder motivieren, das Jugendschwimmabzeichen zu erwerben: So sind sie besser vor Schwimmunfällen geschützt.


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