16.02.2009 Ärzte warnen

Kleinkinder: Kein Menthol bei Erkältungen

Präparate zum Einreiben oder Inhalieren, die ätherische Duftstoffe enthalten, sind zur Behandlung von erkälteten Kleinkindern nicht geeignet. Dennoch ignorieren Eltern häufig die Warnungen der Beipackzettel. Viel besser sind warme Getränke und Hühnersuppe.

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Kleinkind schlafend

Wenn Säuglinge oder Kleinkinder erkältet sind, ist von einer Behandlung mit Präparaten zum Einreiben oder Inhalieren, die ätherische Duftstoffe enthalten, dringend abzuraten. Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung e.V. in Hannover hin. „Der Geruch von Menthol, Pfefferminzöl oder Eukalyptus mag bei einer Erkältung zwar wohltuend erscheinen. Bei Kindern unter drei Jahren können solche Erkältungsmittel mit ätherischen Ölen aber zu starken Atembeschwerden und sogar Erstickungsanfällen führen“, warnt Prof. Harald Morr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lungenstiftung und Leiter der Pneumologischen Klinik Waldhof Elgershausen in Greifenstein. „Wie jetzt in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Chest wird immer wieder von Kindern berichtet, die auf solche Präparate mit schwerer Atemnot reagieren und dann im Krankenhaus behandelt werden müssen. Ätherische Duftstoffe wie Menthol können bei Kleinkindern die Atemwege so sehr reizen, dass sie vermehrt Schleim bilden. Dadurch verengen sich die Atemwege, die ja aufgrund der Erkältung ohnehin schon entzündet und verschleimt sind, noch stärker. Das heißt: Solche Erkältungsmittel bewirken bei Kindern keine Linderung der Beschwerden, sondern vielmehr eine Verschlimmerung, die unter Umständen sogar lebensbedrohlich sein kann.“

Warnung oft nicht ernst genommen

Zwar wird auf den Etiketten und Beipackzetteln der betreffenden Erkältungsmittel ausdrücklich angegeben, dass sie bei Kindern unter zwei Jahren nicht angewendet werden dürfen. „Diese Warnung scheinen einige Eltern aber nicht ernst zu nehmen – vermutlich weil diese Präparate frei verkäuflich sind und insofern fälschlicherweise als ungefährlich eingeschätzt werden“, meint Morr. „Auch dürften viele Eltern fatalerweise hoffen, ihren Kindern mit solchen Mitteln etwas Gutes zu tun - vor allem, wenn dieselben Präparate bei ihnen selbst, als sie einmal erkältet waren, offenbar Linderung schaffen konnten. Wobei diese Wirkung dann eigentlich nur dem Alkohol zuzuschreiben wäre, der den genannten Erkältungspräparaten als Lösungsmittel zugesetzt wird. Der Alkohol bewirkt eine Erweiterung der Blutgefäße und führt so zu einer vorübergehend empfundenen Kühlung in den Atemwegen - und damit nur zu einer scheinbaren Verbesserung der Symptome.“

Empfehlenswert: Hühnersuppe und warme Getränke

Anstelle von Erkältungsmitteln mit ätherischen Duftstoffen sollten Eltern ihren Kindern bei Schnupfen oder Husten lieber Hühnersuppe und warme Getränke geben. „Mithilfe von viel Flüssigkeit, die wärmt, aber auch die durch das Schwitzen verlorenen Salze wieder zuführen soll, lässt sich die Wasserabgabe über die Atemwege effektiv steigern. Das hilft, den Schleim in den Atemwegen zu verflüssigen, und kann somit das Abhusten erheblich erleichtern“, erklärt Morr.

Weitere, ausführliche Informationen über die richtige Behandlung von Atemwegs- und Lungenerkrankungen finden Betroffene und Interessierte im Internet unter www.lungenaerzte-im-netz.de.


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