17.04.2013 Bauernhof und Streichelzoo

Nach Kontakt mit Tieren: Hände waschen

Ferien auf dem Bauernhof, ein Besuch im Streichelzoo - wo sonst können Kinder heutzutage so intensiven Kontakt mit Tieren erleben? Doch auch hier sollten Grundregeln der Hygiene eingehalten werden, warnen die "Kinderärzte im Netz".

Autor: www.kinderaerzte-im-netz.de
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Mädchen mit kleiner Ziege
Foto: © Fotolia.com / Shestakoff

Tiere können in seltenen Fällen lebensbedrohliche Krankheiten übertragen, wie zum Beispiel die EHEC-Erkrankung, die durch das enterohämorrhagische Escherichia coli Bakterium ausgelöst wird. Deshalb sollten Eltern ihre Kinder insbesondere nach dem Kontakt mit Tieren auf dem Bauernhof oder im Streichelzoo immer erinnern, sich die Hände gründlich mit warmem Wasser und Seife zu waschen. „Das EHEC-Bakterium befindet sich im Darm von Wiederkäuern, wie Rindern, Schafen und Ziegen, und wird mit dem Kot ausgeschieden. Nimmt ein Mensch dieses Bakterium über die Nahrung, beispielsweise über verschmutzte Hände, auf, kann es im Körper Giftstoffe freisetzen, die vorwiegend bei kleinen Kindern zu einer schweren Durchfallerkrankung und im Extremfall auch zu einem Nierenversagen führen können“, erklärt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Wenige Hundert Zellen des Erregers reichen für eine Ansteckung aus.

Hygiene in der Küche ist wichtig

Auch über verunreinigte Erde kann der Erreger zum Menschen gelangen, zum Beispiel wenn mit Mist gedüngtes Gemüse oder Fallobst nicht gut gewaschen wurde. Obst und Gemüse sollten deshalb am besten unter fließendem Wasser gereinigt werden, eventuell mit einer speziellen Bürste. Zum Abtrocknen eignet sich ein Küchentuch aus Papier. „Unpasteurisierte Milch und Käse, rohes, nicht ausreichend gegartes Fleisch können ebenso Keime enthalten und sollten deshalb nicht von Kindern gegessen werden“, rät Dr. Fegeler. In Klärgruben beziehungsweise in der Gülle kann das Bakterium drei Monate überleben, in mit Jauche gedüngten Feldern sogar ein Jahr. Bei Temperaturen von 7 bis 50 Grad Celsius kann der Erreger gedeihen – am besten jedoch bei Körpertemperatur (37 Grad Celsius). Erst das Erhitzen auf 70 Grad Celsius tötet ihn sicher ab.

Blutige Durchfälle, Erbrechen und Bauchkrämpfe sind häufige Anzeichen bei einer Infektion mit dem enterohämorrhagischen Escherichia coli. Träger können das Bakterium auch auf Kontaktpersonen weitergeben. 2012 waren 1.529 Menschen an EHEC erkrankt.

Weitere Tipps rund um das Thema "Kindergesundheit" finden Sie auf der Internetseite des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte unter www.kinderaerzte-im-netz.de.

Quellen:

Aktuelle Statistik meldepflichtiger Infektionskrankheiten, Deutschland. Epidemiologisches Bulletin 3/2013 (21.01.2013), S. 28. 


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