06.02.2014 leichtsinnige Eltern

Nicht mit Kind in der Rückentrage Ski fahren

Beim Wintersport denken auch Eltern oft zuerst an den Spaß - nicht an das Risiko. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte warnt eindringlich vor den Gefahren beim Skifahren mit Baby in der Rückentrage oder Kraxe.

Autor: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte
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Baby mit Mütze im Schnee
Foto: © Fotolia.com / Maksim Bukovski

Gefährlicher Leichtsinn

Alle Jahre wieder sieht man Eltern mit ihrem Säugling oder Kleinkind in der Rückentrage bzw. Kraxe auf der Skipiste.

„Das ist leichtsinnig und sollte wegen des hohen Verletzungsrisikos grundsätzlich unterbleiben“, mahnt Dr. Jörg Schriever, Unfallbeauftragter des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte.

Böse Folgen für die Kinder

Bei einem Sturz fallen die wehrlosen Kinder aus mindestens 1,50 m Höhe. Hinzu kommen die Energie durch Fahrgeschwindigkeit, Gefälle und Scherkräfte durch Drehung um die Längsachse. Die Folge sind schwere Verletzungen vorwiegend der abstehend fixierten Beine, Arme und des Kopfes, wie Brüche, Quetschungen und Schädelhirntraumen. Bei Stoßeinwirkung durch einen Skistock oder Zusammenprall mit anderen Schifahrern können zusätzlich lebensbedrohliche innere Verletzungen auftreten.

Auch viel Übung hilft nicht

Die eigene Sturzgefahr erhöht sich außerdem durch Gleichgewichtsschwankungen bei plötzlicher Bewegung des Kindes, selbst bei mit Rucksack geübten Schifahrern. Das gilt auch für den Langlauf, wo die allgemeine Sturzgefahr bekanntlich ebenfalls nicht unterschätzt werden darf.

Die Benutzung von Sesselliften mit Kindern in der Trage ist verboten, und auch mit dem Schlepplift sollte man nicht fahren.

Kälte nicht unterschätzen!

„Aufgrund eines hohen Wärmeverlustes durch ihr ungünstiges Verhältnis zwischen Körperoberfläche, Gewicht und Stoffwechselleistung erleiden Babys und Kleinkinder, verstärkt durch den Fahrtwind, besonders leicht Unterkühlungen und Erfrierungen“, warnt Dr. Jörg Schriever. Da der kleine Körper außerdem passiv durch Stoß- und Fliehkräfte beim Fahren und Laufen rasch ermüdet, sind Pausen schon nach kurzen Tragezeiten und häufige Aufwärmphasen beim Kind in der Kraxe Pflicht.

Wegen der bekannt hohen Verletzungsgefahr ist der Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung im Schadensfall bei Pistenunfällen mit Kleinkindern in der Rückentrage kaum zu entkräften Deshalb sollten alle Eltern von sich aus bereits darauf verzichten, so die dringliche Bitte der Kinder- und Jugendärzte.

Weitere Tipps rund um das Thema "Kindergesundheit" finden Sie auf der Internetseite des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte.

Quelle: Deutscher Alpenverein: Bergsteigen mit Kindern. 


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