10.11.2008 Verband der Kinder- und Jugendärzte warnt

Schreiendes Baby niemals schütteln

Wenn Babys lang anhaltend schreien, kann dies zur Belastungsprobe für Eltern und Betreuer werden. Wird der Stress zu groß, sollten überforderte Eltern unbedingt Hilfe in Anspruch nehmen. Denn durch Schütteln hervorgerufene Gehirnverletzungen sind für Kinder lebensgefährlich.

Autor: Verband der Kinder- und Jugendärzte
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Baby schreiend

Etwa 100 Säuglinge erleiden hierzulande jedes Jahr schwere Gehirnverletzungen, weil sie von ihren zum großen Teil überforderten Betreuern geschüttelt wurden. Diese Zahl von Kindern mit Schütteltrauma meldet die Erhebungseinheit für seltene pädiatrischeErkrankungen in Deutschland (ESPED) – die Dunkelziffer liegt vermutlich höher.

„Eltern sollten ihr schreiendes Baby niemals schütteln! Denn dies kann schwere Schäden beim Kind hinterlassen oder sogar zum Tod führen. Wenn ein Kind sich nicht beruhigen lässt und Mutter oder Vater unter Druck geraten, Stress und hilflose Wut überhand nehmen, sollten Eltern als ersten Schritt vielleicht das Zimmer verlassen oder bis zehn zählen und tief durchatmen, bevor sie im Affekt handeln und dies später bitter bereuen. Sollten Eltern sich überfordert fühlen, sollten sie unbedingt bei ihrem Kinder- und Jugendarzt Hilfe suchen. Dieser kann ihnen z.B. eine nahe gelegene Schreiambulanz empfehlen, die den Umgang mit einem schwierigen Säugling erleichtert, oder auch andere Unterstützungsangebote für die Familie nennen“, rät Prof. Dr. Hans-Jürgen Nentwich, Vorstandsmitglied des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Als Risikofaktor oder Auslöser für ein Schütteltrauma haben Experten inzwischen das übermäßige Schreien von Babys ermittelt. Hirnverletzungen aufgrund von Gewalteinwirkung, die nicht auf Unfällen beruhen, stellen die häufigste Säuglingstodesursache im zweiten Lebenshalbjahr dar. „Das Baby hat einen überproportional großen Kopf mit relativ hoch sitzendem, stark wasserhaltigem Gehirn, so dass schon etwa fünf Sekunden heftiges Schütteln des Babys ausreichen, um das Gehirngewebe starken Flieh- und Rotationskräften auszusetzen. Blutgefäße und Nervenbahnen reißen und es kann zu Hirnblutungen und Hirnverletzungen kommen. Auch Blutungen an der Augennetzhaut sind möglich. Über zwei Drittel der betroffenen Kinder leiden unter Seh-, Hör- und Sprachstörungen bzw. bleibenden Behinderungen, bis zu einem Viertel sterben an den Verletzungsfolgen“, warnt Professor Nentwich.

Weitere Tipps rund um das Thema "Kindergesundheit" findest du auf der Internetseite des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) unter Kinder- und Jugendärzte im Netz .


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