06.09.2011 Gefährliche Infektion

Schwangere: Vorsicht vor Reisen in Malariagebiete

Eine Infektion mit Malaria kann für Mutter und Kind eine große Gefährdung bedeuten. Schwangere sollten daher nicht in Malariagebiete reisen. Lässt sich ein Aufenthalt nicht vermeiden, sollten Sie die richtigen Vorsichtsmaßnahmen kennen. Die Frauenärzte im Netz erklären, was wichtig ist.

Autor: Frauenärzte im Netz
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Schwangere Urlaub Meer
Foto: © iStockphoto.com/ MariaDubova

Eine Erstinfektion mit Malaria führt während der Schwangerschaft zu einer erheblichen Gefährdung von Mutter und Kind und sollte daher möglichst vermieden werden. Deshalb wird in dieser Zeit von Reisen in Malaria-Gebiete grundsätzlich abgeraten. Muss die Reise dennoch in eine gefährdete Region führen, sollte eine gute Vorbeugung erfolgen. „Schwangere müssen sich in Malaria-Gebieten sehr sorgfältig vor Insektenstichen schützen, auch weil sie aufgrund ihrer relativ hohen Hauttemperatur stechende Insekten besonders anziehen. Sie sollten sich bereits im Vorfeld der Reise sehr gründlich mit den üblichen, modernen Maßnahmen zur Insekten-Abwehr, wie langer Kleidung, Abwehrsprays oder dem Einsatz von Moskitonetzen, auseinandersetzen, um gut vorbereitet zu sein“, rät Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) in München. Durch Vermeidung von Mückenstichen kann das Malaria-Infektionsrisiko deutlich gesenkt werden.

Eine medikamentöse Malaria-Prophylaxe ist während einer Schwangerschaft nur eingeschränkt möglich. Die Entscheidung für ein Medikament sollte dann immer zusammen mit den behandelnden Gynäkologen getroffen werden und sorgfältig abgewogen werden. „Die beiden Wirkstoffe Chloroquin und Proguanil können zwar während der gesamten Schwangerschaft angewendet werden, doch gibt es in vielen Malaria-Gebieten bereits Resistenzen gegen diese Mittel, so dass sie nur in bestimmten Zonen einen guten Schutz bieten. Für die Kombination Chloroquin und Proguanil liegen noch sehr wenige Erfahrungen zur Einnahme in der Schwangerschaft vor“, so Dr. Albring. „Mefloquin ist effektiver, darf jedoch erst ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel und nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung genommen werden - auch weil es unerwünschte psychische Nebenwirkungen haben kann.“ Auch die Einnahme von Doxycyclin, die in bestimmten Regionen mit resistenten Malariastämmen empfohlen wird, ist während der Schwangerschaft nicht möglich. Die Malaria kommt insbesondere in Afrika, Asien und Lateinamerika vor. Sie wird durch Parasiten, so genannte Plasmodien, verursacht. Die Malaria-Gebiete der Erde werden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Risikozonen aufgeteilt, in denen unterschiedliche vorbeugende Maßnahmen empfohlen werden.

Für Schwangere bieten sich bevorzugt Reiseziele in Europa an, da Malaria-Risiken sehr gering sind und weder starke Klimaveränderungen noch lange Flugreisen bewältigt werden müssen. Am Urlaubsort sollten eine gute ärztliche Versorgung und Hygieneeinrichtungen nach den üblichen Standards vorhanden sein.

Mehr Informationen unter www.frauenaerzte-im-netz.de


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