04.10.2012 Babys richtig tragen

So vermeiden junge Mütter Rückenbeschwerden

Falsches Heben und Tragen von Babys und Kleinkindern schadet der Wirbelsäule. Deshalb leiden gerade junge Mütter häufig unter Rückenbeschwerden. Wie frischgebackene Mamas vorbeugen können, erklärt ein Experte in diesem Artikel.

Autor: Dr. med. Reinhard Schneiderhan
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Muetter gesunder Ruecken
Foto: © iStockphoto.com/ wakila

Viele Schwangere kennen das Problem: Besonders in den letzten Monaten der Schwangerschaft zieht es durch das zusätzliche Gewicht im Bauch auch vermehrt im Kreuz. Doch auch nach der Geburt leiden junge Mütter häufig unter Rückenschmerzen. Grund: Falsches Heben und Tragen des Nachwuchses belastet die ohnehin durch Schwangerschaft strapazierte Wirbelsäule. Hormonbedingte Wassereinlagerungen während dieser Zeit weichen außerdem Gewebe und Bänder auf, um den Körper auf den eigentlichen Geburtsvorgang vorzubereiten. „Direkt nach der Entbindung ist der Körper also weniger belastbar und bedarf genau genommen eines speziellen Trainings, um wieder zu Kräften zu kommen", erläutert Dr. med. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde und Wirbelsäulenspezialist aus München. „Vor allem die ungewohnte neue Situation und chronischer Zeitmangel führen dazu, dass die eigene Gesundheit frischgebackener Mamas auf der Strecke bleibt. Gerade in den ersten Monaten nach der Geburt gelten Frauen als extrem anfällig für Rückenbeschwerden bis hin zum gefürchteten Bandscheibenvorfall", sagt der Experte. „Mütter sollten deshalb ganz bewusst auf Rücken schonende Haltung und Bewegungsabläufe achten und versuchen mit speziellen Übungen die Wirbelsäule zu stabilisieren."

Babys perfekt im Griff

Richtiges Heben und Tragen stellt das A & O für einen Rücken schonenden Alltag mit Kind dar. Wie beim Anheben aller schweren Gegenstände gilt auch für den Sprössling: das Gewicht möglichst nah an den Körper führen, in die Hocke gehen und aus den Knien heraus hochheben. Während des seitlichen Hebens aus Bettchen oder Kinderwagen kommt es häufig zu der gleichzeitigen Dreh- und Bückbewegung. Parallel zum Kind gestellte Füße vermeiden diesen für den Rücken ganz besonders schädlichen Bewegungsablauf. Bewährt beim Tragen von Säuglingen: die so genannte Flieger-Haltung. Dabei liegt das Baby bäuchlings mit dem Kopf zum Ellenbogen auf dem Unterarm der Mutter. Mit der Hand umgreifen Mütter den Oberschenkel oder halten den Nachwuchs im Schritt fest. Für größere Kinder, frühestens wenn sie den Kopf alleine halten, kommt der Reitsitz seitlich auf Mamas Taille in Frage. Hier liegt das Kleinkind seitlich auf der Hüfte. Meist tragen Mütter ihr Kleinkind nur auf einer Seite, was vielfach zu muskulären Dysbalancen führt. Deshalb immer wieder die Seite wechseln. Keinesfalls das Becken seitlich herausschieben, um das Gewicht auszubalancieren, sondern stets gerade halten.

Auf richtige Bewegungsabläufe im Alltag achten

Beim Gehen mit dem Baby sollten sich Tragen und Schieben in Kinderwagen oder Buggy abwechseln. Hier gilt: Höhe und Winkel des Griffs müssen verstellbar sein. Während des Schiebens eine gerade Haltung bei gestreckter Wirbelsäule einnehmen und nicht nach vorn übergebeugt gehen. Größe und Gewicht spielen ebenfalls eine wichtige Rolle, da Kinderwagen & Co. in Auto oder öffentliche Verkehrsmittel gehievt werden müssen. Babyschalen eignen sich für die Verwendung im Auto, nicht aber für längere Gehstrecken. Wegen der einseitigen Belastung auch bei kurzer Tragedauer auf einen regelmäßigen Seitenwechsel achten. Übrigens: Auch falsche Haltungen beim Stillen beeinträchtigen nicht nur den Stillvorgang, sondern verursachen Rückenbeschwerden. Hier hilft ein Stillkissen, da das Baby dann hoch genug liegt und die Mutter gerade und bequem sitzt. Ewiges falsches Bücken nach heruntergefallener Rassel oder Schnuller – insbesondere mit Kind auf dem Arm – belastet den Rücken ebenso wie Wegräumen von Bauklötzen und Spielzeug. Deshalb nie einfach nur herunterbeugen, sondern mit gerader Wirbelsäule in die Knie gehen, den Gegenstand aufnehmen und mit gestrecktem Rücken wieder aufrichten.

Schonender Aufbau der Muskulatur

Um den Körper langsam wieder zu kräftigen, eignet sich schonender Muskelaufbau. Auf das sanfte Training von Bauch- und Beckenmuskulatur zur Unterstützung der Rückbildung in den ersten drei bis vier Monaten nach der Entbindung folgt dann etwa ab dem fünften Monat gezieltes Training zum Muskelaufbau des gesamten Körpers. „Viele Frauen übertreiben Sport oder Fitness-Training, damit sie schnell wieder eine schlanke Figur erhalten. Spezielle Programme für den Rücken schließen in der Regel auch die gesamte Rumpfmuskulatur mit ein, da ein natürliches Korsett aus Muskeln die Wirbelsäule stützt und schützt", erklärt Dr. Schneiderhan. Hartnäckige Polster im Taillenbereich schmelzen so auf gesundem Wege ganz von allein dahin.


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