14.04.2009 Gefahr Elternbett?

Studie zu plötzlichem Kindstod

Schlafen Babys zwischen einem und zwei Monaten im Bett ihrer Eltern, so erhöht sich das Risiko für den plötzlichen Kindstod im Vergleich zu Kindern, die beispielsweise im Stubenwagen neben den Eltern liegen. Zu diesem Ergebnis kam eine niederländische Studie.

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Baby schlafend Kissen

Wenn Säuglinge im Alter zwischen einem und zwei Monaten im elterlichen Bett schlafen, erhöht sich das Risiko für den plötzlichen Kindstod (SIDS) um das Neunfache, so das Ergebnis einer niederländischen Studie. „Liegt das Kind bei den Eltern, bekommt es von deren Körpern Wärme ab, so dass der kleine Körper einer übermäßigen Wärmezufuhr ausgesetzt ist. Überhitzung gilt als ein möglicher Faktor für den plötzlichen Kindstod“, erklärt Prof. Dr. Hans-Jürgen Nentwich, Kinder- und Jugendarzt sowie Vorstandsmitglied des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass das Kind durch die Eltern erdrückt wird, insbesondere wenn diese Alkohol zu sich genommen haben. In Ritzen zwischen Bettgestell, Matratzen oder Wänden kann das kleine Kind hineinrutschen. Da Vater und Mutter meist Kissen und Bettdecken benutzen, besteht auch die Gefahr, dass das Kind sich darin verheddert und erstickt. Kordeln an „Himmelbetten“ können das Kind ebenso strangulieren.

Ein eigenes Bett verringert das Risiko

Im Amerika hat sich die Zahl der Babys, die versehentlich im elterlichen Bett umkamen, seit 1984 vervierfacht, da das Bed-Sharing mit dem Stillen immer beliebter geworden war. Davor warnt Carrie K. Shapiro-Mendoza von Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in einer aktuellen Studie. „Schlafen Säuglinge dagegen im Zimmer der Eltern in einem eigenen Bett, wie z.B. einem Stubenwagen, dann kann dies das Risiko für SIDS verringern. Eltern sollten ihr Baby zum Schlafen auf den Rücken in einen passenden Schlafsack legen - am besten ohne Kopfkissen auf einer festen luftdurchlässigen Matratze. Um einer Überwärmung oder Auskühlung des Kindes vorzubeugen, sollte die Temperatur des Schlafzimmers bei 18°C liegen“, rät Professor Nentwich.

Quelle: PEDIATRICS Vol. 123 No. 2 February 2009, pp. 533-539 (doi:10.1542/peds.2007-3746)
Infant and Child Development Volume 16 Issue 4, Pages 457 - 469 (2007) als Abstract

Weitere aktuelle Informationen rund um das Thema "Kindergesundheit" finden Sie auf der Internetseite des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) unter www.kinderaerzte-im-netz.de.


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