20.04.2011 Schlecker-KinderStudie 2011

Wie zufrieden sind unsere Kinder?

Wovon träumen unsere Fünft- und Sechstklässler und wie sieht ihre tatsächliche Lebenswelt aus? Kennen Eltern ihre Kinder – ihre Wünsche, Träume und Lebenspläne? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, wurden in einer neuen Studie Kinder im Alter von 11 Jahren befragt.

Autor: TNS Infratest/ Schlecker
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Was denken Kinder und wie nehmen sie ihre eigene Lebenswelt wahr?

Schlecker KinderStudie 2011
Foto: © Schlecker KinderStudie 2011

Alarmiert durch die 2. World­Vision Studie „Kinder in Deutschland 2010“ gibt Schlecker auf der Basis von ausführlichen Interviews einen Einblick in die Lebenswelten der Kinder und stellt ihre Träume und Wünsche in den Vordergrund. Doch damit nicht genug, die Studie hinterfragt auch die Position der Eltern und ihre Bedeutung für das Leben der Kinder.

Die Ergebnisse der 2. World­Vision Studie „Kinder in Deutschland 2010“, ebenfalls durchgeführt von TNS Infratest, waren eindeutig: Viele Kinder haben Angst vor dem Schulalltag und der Zukunft und fühlen sich in ihrem schulischen Sein nicht richtig wohl. Sie haben noch keine Vorstellung davon, wie ihr Leben einmal aussehen soll. Allerdings sind die meisten Kin­der mit ihrem sozialen Leben, den Freunden und der Familie, ihrer Freizeitgestaltung und mit sich selbst zufrieden.

Es fällt auf, dass Freizeitaktivitäten wie das Besuchen einer Musikschule oder eines Vereins zumeist Kindern aus sozial etablierten Haushalten vorbehalten sind. In Familien, die finanziell weniger gut situiert sind, dominieren das Fernsehen und die Nutzung digitaler Medien, was nicht zum Wohlfühlen der Kinder beiträgt.

Schlecker und TNS Infratest haben sich daraufhin gefragt, wie die Träume der 5.- und 6.-Klässler aussehen. Wie stellen sie sich ihre Zukunft vor, welchen Beruf möchten sie erlernen und worin begründet sich ihr Empfinden für das eigene Leben und das Umfeld. Ausgewählt wurde diese Altersgruppe, da hier ein spannender Umbruch zwischen Kindheit und Teenageralter stattfindet.

In der Kindheitsforschung ist es eine wichtige Frage, in welchem Verhältnis die subjektiven Einschätzungen des Wohlbefindens der Kinder zur Wahrnehmung ihrer objektiven Lebenssituation stehen. Die Studie schaut sich die Leben der Kinder in verschiedenen sozialen Milieus mit Nettohaushaltseinkommen von Hartz IV bis 8000 Euro genau an und hinterfragt vor allem die aktuelle Zufriedenheit, die Zukunftspläne und Wünsche sowie ihren Alltag. Psychologen und Soziologen des renommierten Meinungsforschungsinstituts TNS Infratest führten qualitative Tiefeninterviews mit den Kindern und den Eltern durch.

Um zu einer Einschätzung zu kommen, schauten sich die Experten an, ob der derzeitige Bildungsstand und Bildungsweg zu den Berufswünschen passt, wie die Kinder sozial integriert sind, was sie sich für ihre Zukunft wünschen. Auch war dabei von Bedeutung, wie sie ihre Zufriedenheit im Bezug auf Freundeskreis, Selbstbestimmung, eigenes Durchsetzungsvermögen, Eltern, Schule und das Leben an sich einschätzen. Diese Daten werden mit der objektiven Lebenssituati­on aufgrund der soziodemographischen Daten und den Elterninterviews analysiert.

Zufriedene Kinder erleben familiäre Verbundenheit

Die Forscher haben im Verlauf der Studie festgestellt, dass die Zufriedenheit der Kinder – sowohl mit sich selbst als auch mit ihrem sozialen Umfeld – sehr stark von den Eltern abhängt. Kinder, die sich ernst genommen, gefördert und altersgerecht gefordert fühlen, sind zumeist glückliche Kinder. Der soziale Status der Familie, ihr monatliches Einkommen und somit die fi­nanziellen Möglichkeiten, die für die Kinder bestehen, beeinflussen nicht das persönliche Glück. So wissen Kinder z. B. um schwierige finanzielle Situationen, sie selber empfinden jedoch keinen Mangel.

Deutlich wird dies in den Wünschen, die sie haben. Im Rahmen der Studie erstellten die Kinder Zeichnungen. Eine Aufgabe bestand darin, ein Bild zum Thema „Wunschzettel“ zu malen. Kinder aus sozial schwa­chen Familien haben mehr immaterielle Wünsche wie „glücklich sein“ oder „einen schönen Ausflug mit der Familie machen“. Zumeist findet sich lediglich ein teurer Wunsch auf der Zeichnung. Ein Handy, die Spielekonsole oder ein Spiel sind hier oft zu finden. Kinder aus wohl situierten Familien wissen, dass Wünsche erfüllt werden. Hier finden sich mehrere teure Wünsche auf der Wunschliste. Die meisten Kinder sind bereits im Besitz von einem eigenen TV-Gerät, Spielekonsole, Laptop und Handy – hier werden Produktneuheiten gewünscht, damit sie wieder up-to-date sind.

Kinder benötigen Erlebnisvielfalt

Bei Ausflügen lernen Kinder Neues kennen und können im Schutz der Familie eigene Erfahrungen ma­chen und neue Eindrücke gewin­nen. Gemeinsame Unternehmungen, die nicht immer teuer sein müssen, bedeuten den Kindern viel. Die Analyse der Interviews ergab, dass es bei sozial schwachen Familien des Öfteren an Impulsen für Unternehmungen mangelt. Den Eltern fehlt die Antriebskraft, da der Alltag schwierig und kräftezehrend ist.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass es zwei Faktoren gibt, die für die Entwick­lung der Kinder in diesem Alter entscheidend sind: Zum einen der Zusammenhalt in der Familie, in der gemeinsam gelebt wird, in der alle Situationen des Lebens in einer Gemeinschaft gelöst werden. Zum anderen brauchen Kinder das Gefühl, dass sie respektiert und ernst genommen werden, dass ihre Meinung zählt und dass sie altersgerecht gefördert und in ihren Vorhaben unterstützt werden.

Die Studienergebnisse im Überblick

Die Berufswünsche

Es findet noch kein wirklicher Abgleich zwischen Traumwelt und realistischen Zielen statt. Die Wünsche sind motiviert aus der Sehnsucht nach Erfolg – und dem damit verbundenen Status und gutem Einkommen. Besonders interessant ist die Frage nach dem Berufswunsch. Hier hat sich gezeigt, dass der größte Teil der befragten Jungen eine Karriere als Profi-Fußballer anstrebt. Bei den Mädchen wünschen sich viele ein Leben als Model, Schauspielerin oder Superstar. Die Wünsche der Kinder sind zum Großteil noch realitätsfern und können nicht an Vorbilder aus dem realen Leben geknüpft werden. Die Mädchen streben nach Glamour und einem Leben im Rampenlicht. Dies zeigt sich auch in ihren Kinderzimmern – hier dominieren Poster von Popstars, Schmuck und Schminksachen, die sich mit den letzten Kinderspielsachen vermischen. In den Zimmern der Jungen sind Fußbälle, Poster und Pokale sowie Trikots und Fan-Utensilien sehr dominant.

Die schulischen Leistungen und der damit mögliche Schulabschluss stehen in diesem Alter in keinem Zusammenhang mit dem Berufswunsch. So finden sich, unabhängig vom derzeit besuchten Schulzweig und den Leistungen, Berufe wie Anwältin, Koch, Spiele-Erfinder, Tierärztin oder Fahrrad-Monteur auf der Wunschliste.

Die Zufriedenheit

Die befragten Kinder – egal aus welcher sozialen Schicht – sind alle „zufrieden“ bis „sehr zufrie­den“ mit ihrem Leben. Sie haben nicht das Gefühl, dass ihnen etwas fehlt. Sie fühlen sich in ihrer Familie gut behütet und zugleich respektiert und ernst genommen. Die Schule bildet hier bei einigen Kindern aus sozial schwachen Familien die einzige Ausnahme, weil sie sich den Anforderungen nicht gewachsen fühlen. Zusammenfassend kann man sagen, dass auch unter Gesichtspunkten der sozia­len Ungleichheit ein homogenes Gefühl von Zufriedenheit besteht.

Das soziale Leben

Der Großteil der Kinder gibt an, zwischen 15 und 20 Freunde zu haben. Zumeist bezieht sich dies auf Klassenkameraden. Hier fühlen sie sich verstanden und können sich mit Gleichaltrigen austauschen. In der Freizeit werden Verabredungen nach vorherigen Ver­einbarungen mit den Eltern getroffen. Für die Kinder sind betreute Plätze außerhalb der Familie wichtig für die Freizeitgestaltung. Dies können Jugendzentren und Vereine sein – Orte zum Toben und sich Entfalten.

Die Kinder sind noch zu jung, um alleine etwas mit Freunden zu unternehmen. Mädchen gehen gerne „shoppen“ – zumeist begleitet von ihren Müttern. Die sportbegeisterten Jungen werden von einem Elternteil zum Training und zu Spielen begleitet.

Die Eltern

Erfreulich ist, dass die meisten Eltern ihre Kinder gut kennen und einschätzen können. Es sind vor allem die Mütter, die die Zukunftspläne kennen und viel über die Kinder berichten können. Eltern sehen auch Probleme in der Schule sehr deutlich und versuchen, zu helfen, was jedoch aufgrund von fehlender Zeit im Alltag, eigenen Bildungsproblemen und Sprachbarrieren des Öfteren nicht zu realisieren ist. Die Eltern hören ihren Kindern zu und versuchen, sie zu unterstützen. Gerade bei den Jungen, deren Wunsch es ist, Fußball-Profi zu werden, wird dies besonders deutlich. Hier sind die Eltern sehr engagiert, unterstützen die Leidenschaft auch finanziell – dafür verzichten sie auf vieles.

Fit für die Zukunft – die Verantwortung liegt bei den Eltern

Die Analysen der qualitativen Tiefeninterviews mit Familien, die einen Querschnitt unserer Gesellschaft abbilden, machen deutlich, dass Kinder ein zuverlässiges und kommunikatives Elternhaus und Familienleben benötigen, um ein positives Lebensgefühl und daraus resultie­rend ein gesundes Selbstvertrauen zu entwickeln. Unsere Kinder haben Wünsche und Träume, die sich langsam aus der kindlichen Phantasie zu realen Wünschen und Plänen junger Erwachsener formen werden.

Die Schlecker-KinderStudie 2011 führt auf qualitativer Ebene das weiter aus, was in der 2. WorldVision Studie „Kinder in Deutschland 2010“ im Bezug auf das Wohlbefinden der Kinder im Kontext gesellschaftlicher Lebensbedingungen erforscht wurde.

Die Experten-Meinung

Dipl. Psychologin Svantje Nissen, Account Director/Qualitative Sozialforschung bei TNS Infratest: „Je besser der Zusammenhalt in der Familie ist, umso leichter fällt es dem Kind, ein positives Lebensgefühl zu entwickeln. Begünstigt wird die subjektiv erlebte Zufriedenheit durch gemeinsam verbrachte Zeit, einen liebe- und respektvollen Umgang, verlässlichen Schutz und gleichzeitige Unterstützung bei der Erprobung der eigenen Fähigkeiten. Sehr wichtig ist auch das Gefühl, ernst genommen zu werden. Diese Faktoren zahlen deutlich mehr auf die Lebensqualität der Kinder ein als materielle Werte und sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühls – unabhängig vom sozialen Status einer Familie.


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