24.11.2011 Deutscher Lernatlas 2011

Wo lernen Kinder am besten?

Für den Deutschen Lernatlas 2011 wurden die Lernbedingungen für alle Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland unter die Lupe genommen. Dabei richtet sich der Fokus nicht wie in vielen anderen Lernstudien auf das schulische Lernen, sondern es werden auch Aspekte wie berufliches und soziales Lernen berücksichtigt.

Autor: Bertelsmann Stiftung
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Kinder beste Lernregion
Foto: © panthermedia.net/ Horst Hellwig

Der Deutsche Lernatlas veranschaulicht den Stellenwert des Lernens in den 412 deutschen Kreisen und kreisfreien Städten und illustriert, inwieweit eine Kommune über die Lernvoraussetzungen verfügt, um wirtschaftlich und sozial erfolgreich zu sein. "Wo lebenslang gelernt wird, sind die Menschen glücklicher, das Zusammenleben ist sozial gerechter und die Gesellschaft wohlhabender. Der Deutsche Lernatlas zeigt uns, wo die Voraussetzungen für lebenslanges Lernen am besten sind", erklärte Jörg Dräger. "Er verdeutlicht, dass Lernen mehr ist als Schule."

Gute Lernumfelder trotz wirtschaftlichem Rückstand machbar

Unter den größten Städten Deutschlands bietet München die besten Lernbedingungen, bei den mittleren und kleineren kreisfreien Städten liegen Erlangen und Bamberg vorn. Unter den ländlichen Regionstypen schneiden die Kreise Würzburg, Main-Spessart und Miesbach am besten ab. 20 Jahre nach der deutschen Einheit zeigt sich bei den Lernbedingungen in Deutschland weniger ein Unterschied zwischen Ost und West, sondern vielmehr ein deutliches Süd-Nord-Gefälle: Deutschlands Lernhauptstädte und beste Lernregionen liegen vor allem in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen.

Beim "Schulischen Lernen" schneidet beispielsweise auch Thüringen sehr gut ab. Nachholbedarf besteht im Osten allerdings beim "Sozialen Lernen", denn viele Regionen in den neuen Bundesländern hinken beim sozialen Engagement hinterher.

Auf dem Land sind die Lernumfelder oft besser als in den Städten

Eine weitere Erkenntnis: Auf dem Land sind die Lernumfelder oft besser als in den Städten. Außer beim "Persönlichen Lernen" erzielen ländlich geprägte Kreise im Durchschnitt deutlich bessere Ergebnisse als die deutschen Großstädte. Dass gute Lernumfelder nicht unbedingt von der ökonomischen Lage einer Region abhängen, zeigen die Überraschungssieger des Deutschen Lernatlas: Städte wie Dresden, Jena, Kaufbeuren und Rosenheim, aber auch die Landkreise Trier-Saarburg oder Amberg-Sulzbach. Sie gehören trotz ungünstigerer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen zu den überdurchschnittlichen Lernregionen.

Kennzahlen im Lernatlas

Weil Menschen am Arbeitsplatz, als Mitglieder in Vereinen oder politischen Organisationen, in der Familie, in der Freizeit und im Gemeinwesen lernen, erfasst der Deutsche Lernatlas auch Kennzahlen für berufliches, soziales und persönliches Lernen. Er bietet so die einzigartige Möglichkeit, die Lernbedingungen in allen Lebensbereichen greifbar und vergleichbar zu machen.

Für den Deutschen Lernatlas wurden über 300 Kennzahlen aus unterschiedlichen Quellen überprüft. Nach einem in Kanada entwickelten mathematischen Verfahren wurden daraus 38 Kennzahlen ausgewählt, die besonders aussagekräftig für die Lernbedingungen vor Ort und für nahezu alle Kommunen verfügbar sind. Diese wurden dann zu einem Gesamtindex kombiniert, der abbildet, wie gut die Entwicklungschancen der Bürger in den verschiedenen Lebensbereichen, Lernformen und Lernorten sind.

Die Ergebnisse

Alle Ergebnisse, Einzelprofile für die 412 deutschen Kreise und kreisfreien Städte, ein Bundesländervergleich sowie ausführliche Karten und Diagramme können online auf der Website Deutscher Lernatlas abgerufen werden.


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