Tipps für Eltern in stürmischen Zeiten
Jungen und Mädchen in der Pubertät
Der pubertierende Sohn – das unbekannte Wesen?
Auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts hält sich das Idealbild eines starken, aktiven und durchsetzungskräftigen Mannes hartnäckig. Wenn Jungs im Freundeskreis, in der Schule oder beim Sport Schwäche oder gar Angst zeigen, werden sie immer noch oft ausgelacht oder verachtet. Wie sollen die Jungs da mit Gefühlen wie Unsicherheit oder Schwäche klarkommen? „Es ist schon auffällig, wie stark, wie früh und in wie vielen Variationen Jungen mit dieser Angst kämpfen, sie direkt ausdrücken oder auf vielfältige Weise abwehren“, stellt denn auch Joachim Braun in seinem Buch „Jungen in der Pubertät“ fest. Dabei haben die Jungen ja schon genug damit zu tun, alle ihre körperlichen und seelischen Veränderungen zu verarbeiten. Der Körper verändert sich unaufhörlich, das sexuelle Verlangen steigt und über allem schwebt die Frage aller Fragen: „Wer bin ich – und wo ist mein Platz in diesem Leben?“ „In gewisser Weise besteht die elterliche Aufgabe während der Pubertät vor allem darin, die Wut erzeugende Widersprüchlichkeit des Heranwachsenden auszuhalten und durchzustehen“, so Joachim Braun. „Je mehr sich Jugendliche in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit an ihren Eltern austoben und abarbeiten können, desto befreiter werden sie erwachsen.“
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