Harmonie hat ihren Preis
Studie zur Streitkultur in der Pubertät
Eine Studie hat interessante Details über das Streitverhalten von Eltern und Jugendlichen in unterschiedlichen Familienformen zu Tage gefördert. Heftige Streits während der Pubertät sprechen sogar eher für eine intakte Familie.
Konflikte sind notwendig
In der Pubertät sind Konflikte der Heranwachsenden mit den Eltern normal. Sie verlaufen in intakten Familien sogar oft heftiger als bei allein Erziehenden. Kinder aus gescheiterten Beziehungen berichten dagegen von größerer Harmonie in der Restfamilie und fühlen sich früher als erwachsene Partner akzeptiert. Sie zahlen dafür aber einen hohen Preis:
- Ihr Selbstvertrauen ist geringer,
- ihre Konfliktfähigkeit weniger ausgeprägt und
- sie haben auch mehr Schwierigkeiten, dauerhafte Bindungen aufzubauen.
Dr. Kurt Kreppner vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin hat in einer Studie ermittelt, worin sich die Kommunikationsmuster in diesen beiden Familientypen unterscheiden und welche Rolle diese Unterschiede bei der Ausbildung sozialer Kompetenzen der Jugendlichen spielen.
Forschungsansatz
Kreppner und seine Mitarbeiter nahmen insgesamt acht Mal in halbjährlichem Abstand eine "typische Kommunikationssituation" zwischen verschiedenen Familienmitgliedern auf. Dabei sollte an Hand von Themenkarten jeweils ein Elternteil mit dem ältesten Kind einen Streitpunkt ausdiskutieren, beispielsweise "Bestimmte Familienmitglieder räumen ihr Zimmer nicht so auf, wie sie es sollten."
Die Wissenschaftler nahmen die Diskussion auf Video auf und analysierten, wie das Gespräch auf verbaler und nonverbaler Ebene verlief. Wenn Menschen miteinander sprechen, tauschen sie nicht nur sachliche Information aus, sondern teilen sich auch mit, wie sie zueinander stehen. Die Nähe oder Distanz zwischen ihnen drücken sie durch kleine Gesten aus, sie wird aber auch in der Wortwahl deutlich oder sogar explizit ausgesprochen.

Druck
Kommentare
Email