Ab wann kann mein Kind da rein?

Hochstühle: Tipps für Kauf und Nutzung

Dabei sein ist alles. Sobald eure Kinder gut sitzen können, steht ihrer Teilnahme am Familientisch in einem Hochstuhl nichts mehr im Weg. Doch was macht eigentlich einen guten Kinderhochstuhl aus? Welches Modell ist für euch das richtige? Auf was müsst ihr beim Kauf achten?

Autor: Heike Byn
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Wann darf mein Kind in den Hochstuhl?

Kinderhochstühle kaufen Tipps
Foto: © colourbox

Sobald dein Baby gut von alleine aufrecht sitzen kann, darf es im Kinderhochstuhl am Familientisch dabei sein – das ist ungefähr ab acht Monaten der Fall. Auch wenn die Kleinen ihren Hochstuhl von Anfang an innig lieben, so ist er doch keine Dauersitzgelegenheit: Babys und Kleinkinder brauchen viel Bewegung und müssen regelmäßig zwischen Sitzen, Stehen, Krabbeln und Gehen wechseln, damit sie ihre Muskeln trainieren können. Einseitige Belastungen schaden dagegen der noch empfindlichen Wirbelsäule. Auch wichtig: Lasst euer Baby oder Kleinkind nicht unbeaufsichtigt im Hochstuhl sitzen. Gerade die Kleinen werden schnell unruhig, versuchen dann zu schaukeln oder sich aufzustemmen und fordern damit die Standfestigkeit des Stuhls heraus.

Vor dem Kauf: Basiswissen für Anfänger

Hochstuhl ist nicht gleich Hochstuhl: Für welchen Typ ihr euch entscheidet, hängt von den Ansprüchen an Langlebigkeit, Funktionalität, Sicherheit und den Preis ab. Doch egal, ob ihr ein einfaches oder ein multifunktionales Modell wählt, einige Kriterien sollte jeder Kinderhochstuhl erfüllen: Achte beim Kauf eines Hochstuhls für ein Baby darauf, dass Babybügel, Sicherheitsgurt und Rückeneinsatz mit dabei sind. Sie schützen es vor dem Herunterfallen. Zudem sollten sich Sitzflächen und Fußabstellflächen verstellen lassen. Denn es ist wichtig, dass sich kleine und größere Kinder anlehnen können, Babys ihre Beine gut auflegen und größere Kinder die Beine abwinkeln und ihre Füße bequem abstellen können.

Kinderhochstühle: Systeme im Überblick

Derzeit gibt es folgende Modelle im Handel:

Einfache Hochstühle

Ein solides Kinderhochstuhl-Modell bietet einen fest installierten Sitz, ist gut verarbeitet und kippsicher. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Bei manchen Modellen gehört auch ein integrierter Tisch, bzw. kleines Tablett dazu.
Vorteil: Einfache Modelle sind etwas für Puristen - schlicht, solide und vor allem preiswert.
Nachteil: Die meisten Basismodelle besitzen keine Polsterung, keine Fußstützen, sind nicht höhenverstellbar und deshalb nur für eine begrenzte Zeit nutzbar.

Multifunktionale Kinderhochstühle

Dagegen warten multifunktionale Modelle mit verschiedenen Zusatzfunktionen auf: Manche haben Rollen, andere könnt ihr zum rollenden Spielzeug umbauen oder den Schalensitz in eine Liegeposition verstellen – für das kleine Nickerchen zwischendurch, wie z.B. beim Peg Perego Pappa Diner.
Vorteil: Ein Stuhl – viele Möglichkeiten. Multifunktionelle Kinderhochstühle sind durch ihre Schalensitze die einzigen Modelle, die schon für Babys ab fünf Monaten geeignet sind.
Nachteil: Viele der Zusatzfeatures gehen zu Lasten der Sicherheit. Z.B. vergisst man leicht, die Rollen nach dem Transport wieder festzustellen. Viele Designer-Varianten sind auch ziemlich teuer. Durch die Schalensitze sind Kinder aus solchen Hochstühlen schon nach ein- bis zweieinhalb Jahren herausgewachsen.

Clevere Kombi: Tisch und Stuhl in einem

Bei Kombi-Modellen könnt ihr den Tisch und das Stuhlteil einzeln als Sitz- oder Spielmöbel nutzen; steckt ihr beides zusammen, habt ihr einen Hochsitz. Eigentlich eine clevere Idee, entpuppen sich einige Modelle im Alltag doch als Mogelpackung: Mal mangelt es an der soliden Verarbeitung, mal sind die Kombinationsmodelle nicht standsicher.
Vorteil: Flexibel sowohl im Kinderzimmer als auch am Esstisch nutzbar.
Nachteil: Viele Modelle haben kein höhenverstellbares Fußteil. Das ist aber wichtig, damit die Beinchen nicht in der Luft pendeln. Eher für Kleinkinder als für Babys geeignet.

Hoch hinaus: Mitwachsende Kinderhochstühle

Das Kind wächst schnell – der Hochstuhl wächst mit. Die meisten dieser Modelle sind aus Massivholz, haben Löcher oder Schienen in der Standkonstruktion, mit denen ihr die Sitzfläche, Rückenlehne und Fußstütze der jeweiligen Größe eures Kindes flexibel anpassen könnt, wie z.B. beim Tripp-Trapp von Stokke oder beim Geuther Family. Davon profitieren Jahre später sogar noch Schulkinder.
Vorteil: Langlebig und anpassungsfähig.
Nachteil: Der relativ hohe Preis für die Premium-Marken unter den Modellen. Einige Modelle sind nicht leicht verstellbar und fordern den Heimwerker in dir.


Kinderhochstuhl kaufen: Alles eine Frage des Preises?

Einfache Hochstühle gibt es schon für um die 50 Euro. Die Top-Modelle unter den Kinderhochstühlen kosten bis zu 200 Euro. Wer Geld sparen möchte, hat mehrere Möglichkeiten: So könnt ihr z.B. im Fachhandel gezielt nach Ausstellungsstücken fragen, die oft zu stark reduzierten Preisen angeboten werden. Im Netz ist zudem die Auswahl an gut erhaltenen, gebrauchten Kinderstühlen riesig, wie z.B. in der urbia-Flohmarkt-App Finderzimmer. Oder ihr fragt im Bekanntenkreis nach, ob jemand gerade einen Kinderhochstuhl abgibt. Ihr seid immer noch unsicher? Eine gute erste Orientierung über Funktionen, Details und Preise verschiedener bekannter Modelle bietet der letzte Hochstuhl-Test der Stiftung Warentest – auch wenn der aus dem Jahr 2007 stammt.

Hoch hinaus – aber sicher! Tipps für den Hochstuhlkauf

  • Im Geschäft testen: Nehmt euer Kind zum Kauf mit und probiert im Geschäft aus, ob es im Stuhl bequem und sicher sitzt
  • Auf Prüfsiegel achten: Produkte mit dem GS-Zeichen vom TÜV garantieren eine geprüfte Sicherheit und regelmäßige Produktionskontrollen. Prüfsiegel wie LGA/Toxproof, Öko-Test, ÖkoTex Standard 100 oder auch das TÜV-Zeichen zeigen an, dass ein Produkt auch auf Schadstoffe geprüft wurde
  • Standfest und belastbar: Egal ob Kletterübungen oder wildes Gezerre – ein Hochstuhl darf nicht wackeln, sollte hohe Seitenteile und eine solide Fußkonstruktion haben
  • Gut verarbeitet: Abgerundete Ecken und Kanten, eine glatte Oberfläche ohne Risse und fest installierte Kleinteile verhindern Verletzungen
  • Fixierter Sitz: Der Abstand zwischen Sitz und Rückenlehne darf nicht zu groß sein, sonst kann das Kind durchrutschen. Die Lehne muss den Rücken gut stützen und sollte mindestens 25 cm hoch sein, der Schrittgurt im Sitzteil sollte fest verankert sein
  • Komfort für Kleine: Wichtig ist, dass der Stuhl einen Babybügel und einen Sitzverkleinerer (wie Sitzauflagen oder Rundum-Sitzpolster) hat, die sich beide später wieder entfernen lassen
  • Stabile Fußstütze: In jedem Alter sollte das Kind die Füße aufstellen können. Babys sollten die Unterschenkel auflegen können – wie im Schalensitz auch
  • Reinigen und pflegen: Ein waschbares Stoffpolster ist besser als ein Polster aus Kunststoff, auf dem das Kind schnell schwitzt und festklebt

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