Zu Hause Geld verdienen

Heimarbeit: Was ist seriös?

Geld verdienen, ohne das Haus verlassen oder eine Kinderbetreuung suchen zu müssen, ist eine verlockende Vorstellung. Die traditionelle Form der Heimarbeit - meist kleine Montagearbeiten - tritt dabei zunehmend in den Hintergrund. Heimarbeit heute heißt: am PC Adressen erfassen, Telefon-Umfragen machen, einen Internetshop gründen. Doch ist Vorsicht gefragt.

von Gabriele Möller
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Frau Computer Garten Kinder
Foto: © Panthermedia.net/ Elena Elisseeva

Kugelschreiber-Montage: meist unseriös

Sollen Perlenketten aufgefädelt, Schlüsselanhänger zusammengesetzt, Sortierarbeiten gemacht oder Wundertüten befüllt werden, muss man besonders vorsichtig sein. Auf diesem Markt wimmelt es von Betrügern. Unseriöse Firmen verlangen, dass man zuvor per kostenpflichtigem Faxabruf „Informationen“ erwirbt, eine Kaution hinterlegt oder das Material per Vorkasse bezahlt. Auch die Abnahme ist oft nicht geregelt. Nicht selten soll man sich selbst um den Vertrieb kümmern und bleibt letztlich auf dem Produkt sitzen. Vor allem Angebote, Kugelschreiber zu montieren, sollte man ablehnen, denn: „Kugelschreiber werden heutzutage maschinell hergestellt“, betont Hartmut G. Müller von der Verbraucherzentrale Brandenburg. Dies sei einfacher und billiger, als ein Netz von Heimarbeitern damit zu betreuen – weshalb solche Angebote nicht seriös sein könnten.

Lukrativ nur mit sehr hohen Stückzahlen

Auch bei seriösen Anbietern gibt es aber nicht viel zu verdienen, wenn man nur einige Stunden täglich arbeiten möchte. Solche Artikel werden heute in Billiglohnländern massenweise produziert, weshalb der Stücklohn in Deutschland nur sehr niedrig ausfallen kann. Jeannette D. (37), Mutter von drei Kindern (12, 15, 18) hat es ausprobiert: Sie hat für eine Sanitärfirma Rohrverbindungsstücke zusammengebaut. „Wenn ich sehr viel geschafft habe, habe ich nicht schlecht verdient. Allerdings hatte ich kaum noch Zeit für meine drei Kinder. Die Arbeit war eigentlich ein Vollzeitjob.“ So saß sie oft noch spätabends und am Wochenende, um den Auftrag fristgerecht zu bewältigen. „Natürlich mussten die Sachen auch perfekt sein, alles andere wurde mir zurückgegeben.“ Sie musste schließlich aufhören, weil sich die Heimarbeit kaum in den Familienalltag integrieren ließ.

Clickwork - Heimarbeit am PC

Eine große Bandbreite an neuen Heimarbeits-Möglichkeiten bietet das Internet. Als sog. Clickworker kann man hier mit seinen Vorlieben und Stärken Geld hinzuverdienen - sofern man nicht hofft, dabei reich zu werden. Für das Überprüfen von Email-Adressen oder das Auswerten von Bild- und Datensätzen zahlen große Firmen 5 bis 7 Cent pro Einheit (z. B. pro überprüfter Email-Adresse). Solche Jobs werden in speziellen Online-Börsen vermittelt. Eine der bekanntesten ist das Dortmunder Internetportal Humangrid (www.clickworker.com). Hier sind bereits etwa 35 000 Mitarbeiter registriert. Vermittelt werden z. B. Aufträge zum Recherchieren von Adressen für Firmen. Wer selbst Kurz- oder Werbetexte für Unternehmen verfassen möchte, sollte die neue Rechtschreibung beherrschen und sich gut ausdrücken können. Hier verdient man etwa 1,2 Cent pro Wort (Angebote z. B. über www.textbroker.de).

Ärzte, Rechtsanwälte und Architekten, aber auch manche Kliniken vergeben ebenfalls Schreibarbeiten in selbständige PC-Heimarbeit (meist Erfassen oder Abschreiben von Protokollen und Berichten). Hier ist allerdings oft Fachwissen im jeweiligen Bereich (z. B. eine entsprechende Berufsausbildung) gefragt.

Gutes Auge vorausgesetzt: Geld verdienen mit Fotos

Wer Schönes oder Originelles gut mit der Digitalkamera ins Bild setzen kann, kann seine Fotos ins Portal fotolia.de einstellen und sie dort für ein paar Euro je Download verkaufen, das Unternehmen erhält dabei eine kleine Provision. Fotolia bringt mit seinem riesigen Onlinearchiv, das 9 Millionen Bilder und Videos enthält, und einem Heer von etwa 1,8 Millionen nebenberuflicher Fotografen inzwischen sogar Marktführer wie die US-Agentur Getty Images in Bedrängnis.