Gut lernen mit gutem Essen

Gesunde Ernährung für Schüler

Wer gut lernen soll, sollte auch gut essen. Doch zwischen ungeleerten Brotdosen und aufgewärmter Schulverpflegung schleichen sich bei Eltern oft Bedenken ein, ob ihr Kind gut genug versorgt ist. Wir geben Tipps zur gesunden Ernährung für Schüler.

Autor: Christiane Kürschner
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Gut vorbereitet in den Tag

Schüler im Klassenzimmer, Äpfel
Foto: © Fotolia / Christian Schwier

Wählen Eltern einen Kindergarten für den Nachwuchs aus, können sie darauf achten, ob die Kita selbst kocht oder beliefert wird. Werden aus Kita-Kindern Schulkinder, wird es jedoch schnell schwierig, das Essverhalten von der Tochter oder dem Sohn im Auge zu behalten: Nutzt mein Kind die Pausen um genügend zu essen und zu trinken? Welche Qualität hat das Schulessen? Sollte abends noch einmal gemeinsam gegessen werden? Mit einem guten Tagesplan und den richtigen Fragen an die Schulleitung können Eltern für leckeres und gesundes Essen sorgen.

Den Tag mit einem gemeinsamen Frühstück beginnen

Am frühen Morgen können Eltern eine gesunde Basis für den langen Schultag legen. Mit einem knusprigen Müsli mit frischem Obst und dazu einem Glas Orangensaft oder Milch erhalten Schulkinder alle wichtigen Nährstoffe, die für konzentriertes Lernen im Unterricht und dem Toben in der Pause wichtig sind. Das Treffen am Frühstückstisch hat auch eine soziale Komponente. Kinder benötigen einen festen Tagesablauf, der ihnen Sicherheit gibt. Deshalb ist es schön, wenn Eltern es einrichten können, dass das Frühstück und das Abendessen gemeinsam eingenommen werden können. So beginnt und beendet man den Tag als Familie.

Was schmeckt meinem Kind?

Am Vormittag sollten die Energiereserven noch einmal aufgefüllt werden. Hier ist es wichtig, dass die Eltern ein Gefühl dafür haben, was ihrem Kind schmeckt. Denn es bringt nichts, Paprika und Kiwi mit in die Schule zu geben, wenn das Kind genau diese Snacks nicht mag. Also sollten Eltern ihr Kind fragen, was es möchte. Optimal ist es, wenn in jeder Brotdose ein Stück Obst und Gemüse zu finden ist. Ob es dann eine Möhre, Gurke, die Banane oder ein paar Weintrauben sind, hängt vom Geschmack des Kindes ab. Sicher ist: Schneidet man das Gemüse mundgerecht zu, landet es besser im Kindermund. Zusätzlich gehört in die Brotdose eine Scheibe Vollkornbrot oder ein Vollkornbrötchen, das nach den Wünschen des Kindes belegt ist. „Als Richtwert für geeignete Portionsgrößen gilt immer eine Kinderhand“, erklärt Dr. Angelika Strauß, Mitarbeiterin der Abteilung für Stoffwechsel und Ernährung im Dr. von Haunerschen Kinderspital München, „zum Beispiel passt eine Tomate oder ein kleiner Apfel in die Hand. So gestärkt bleibt die Leistungskurve der Kinder über Stunden auf einem hohen Niveau.“

Wasserspender und kindgerechte Wasserflaschen animieren zum Trinken

Zu einer ausgewogenen Ernährung gehört aber auch das ausreichende Trinken. Nur so können Schulkinder dem Unterrichtsgeschehen aufmerksam folgen. Haben sie Durst, ist der Flüssigkeitsmangel bereits vorhanden, bald folgen Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Schwindel. „Kinder im Grundschulalter sollten täglich etwa einen Liter energiefreie Flüssigkeit wie Wasser, ungesüßte Tees oder stark verdünnte Fruchtsaftschorlen konsumieren“, rät Strauß. Für die Schule bietet es sich an, eine Trinkflasche mitzugeben.

Hat man als Eltern einen guten Kontakt zur Schule, kann man auch anregen, dass im Schulgebäude ein Trinkwasserbrunnen oder Wasserspender aufgestellt wird. Die „animieren die Kinder enorm zum verstärkten Trinken“, weiß Dr. Angelika Strauß. An Elternabenden oder Informationsabenden können Eltern auch die Lehrer dafür sensibilisieren, in den Pausen darauf zu achten, dass die Kinder genügend trinken. Eine weitere Möglichkeit ist das kurze Unterbrechen des Unterrichts für Trinkpausen.

Zweifel an der Qualität des Schulessens? Nachfragen!

Im Herbst 2012 kam das Thema Schulessen an deutschen Schulen in die Medien, als falsch zubereitete Tiefkühl-Erdbeeren zu Margen-Darm-Erkrankungen bei mehr als 6.000 SchülerInnen und LehrerInnen in vielen Bundesländern führten. Spätestens seit diesem Skandal beschäftigen sich Eltern und die Politik mit dem Problem, dass die steigende Zahl der Ganztagsschulen eine bessere Qualitätsüberwachung und Organisation des Schulessens nötig macht. Eltern haben auf die Qualität und die Ausgewogenheit des gelieferten Essens bisher wenig Einfluss. Hören sie von ihrem Kind nur Klagen über das Essen, weigert es sich vielleicht sogar, die angebotenen Gerichte zu essen, dann sollten Eltern sich an den Elternbeirat oder die Schulleitung wenden. Der Schulträger hat die Aufgabe, Eltern soweit wie möglich über die Herkunft und die Qualität des Schulessens aufzuklären, zumindest den Caterer zu nennen. „Es lohnt sich auf jeden Fall bei dem entsprechenden Lieferanten nach Qualität, Frische, Zubereitung, Vollwertigkeit und Lagerung der verwendeten Lebensmittel, aber auch nach Hygiene, Arbeitsschutz und Ökologie zu fragen“, weiß Strauß. Der Ruf der Eltern nach mehr Transparenz wird bundesweit immer lauter, in Berlin wurde dieser nun erhört.

Vernetzungsstellen helfen engagierten Eltern und Schulen 

Ab dem kommenden Schuljahr können Eltern in Berlin Mitglied in dem Essensausschuss der jeweiligen Grundschule werden und durch Probeverkostungen die Wahl des Zulieferers mitbestimmen. Außerdem ist Berlin das erste Bundesland, in dem nicht mehr das günstigste Angebot für Schulessen angenommen wird, sondern das qualitativ hochwertigste. Möglich macht diesen Fortschritt das neue „Gesetz über die Qualitätsverbesserung des Schulmittagessens“, das im März 2013 vom Berliner Senat beschlossen wurde. „Das neue Gesetz sieht aber auch eine Qualitätssicherung durch regelmäßige Kontrollen des Schulessens vor“, erklärt Sabine Schulz-Greve, Vorsitzende der Vernetzungsstelle Berlin. Damit sollen vor allem Skandale wie die in 2012 verhindert werden.

Eine Vernetzungsstelle wie in Berlin gibt es seit 2009 auch in allen anderen Bundesländern. Sie werden vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) unterstützt, und haben die Aufgabe, Schulen, und in einigen Bundesländern auch Kitas, bei der Gestaltung eines gesunden Schulessens zu unterstützen und die Kommunikation zwischen Schulträgern, Behörden und auch Eltern zu verstärken. Kommen Eltern bei der Schulleitung mit ihren Ideen oder Problemen nicht weiter, finden sie Rat und Hilfe bei der zuständigen Vernetzungsstelle. 

Gesunde Mahlzeiten nach der Schule

Schulkinder die am Nachmittag zu Hause sind, sollten nach der ersten Tageshälfte zu Hause eine vollwertige Hauptmahlzeit erhalten, die für den restlichen Tag voller Spielen, Toben und  Hausaufgaben machen, stärkt. Hat man die Möglichkeit gemeinsam Mittag zu essen, sollte dieses Gericht zu der reichhaltigsten Mahlzeit des Tages gehören. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät dazu, mehr als 50 Prozent des täglichen Energiebedarfs in Form von Kohlenhydraten aus Gemüse, Obst, Kartoffeln und Getreide zu sich zu nehmen. Wie wäre es also mit einem kleinen bunten Salat und Gemüseburgern mit Kräuterquark? Auf der Webseite des bundesweiten Aktionsplans IN FORM, der Träger der Vernetzungsstellen ist, finden Eltern viele Tipps für eine kindgerechte Ernährung sowie einen Saisonkalender für die richtige Wahl von Gemüse und Obst.

Am Abendbrottisch trifft sich die ganze Familie 

Spätestens zum Abendbrot sollte die ganze Familien noch einmal zusammen kommen, um zum Abendbrot eine Kleinigkeit zu essen und sich über den Tag auszutauschen. „Volle Stundenpläne der Kinder und flexible Arbeitszeiten der Eltern erschweren die Umsetzung im Alltag jedoch oft“, weiß Dr. Angelika Strauß. Trotzdem solle man es versuchen, soweit man kann. Je nachdem ob das Kind in der Schule oder Zuhause eine warme Mittagsmahlzeit einnimmt, kann man am Abend lieber eine kalte oder warme Mahlzeit auf den Tisch bringen. Wer die Sorge hat, dass das späte Essen sich negativ auf das Gewicht des Kindes auswirkt, der kann beruhigt sein. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zählt nur die Gesamtenergiezufuhr, die man während eines Tages zu sich nimmt, nicht die Uhrzeit. So hängt es ganz vom individuellen Tagesablauf der Familie ab, ob es am Abend Brot und Käse, oder eine warme Mahlzeit zum abendlichen Familientreffen gibt.

Service

  • Bundesweites Portal für gesunde Ernährung mit Informationen und Links zum Thema gesund Essen in Schule und Kita: http://www.in-form.de
  • Vernetzungsstelle Berlin mit Informationen zur neuen Verordnung über Qualitätsstandards für das Schulessen: http://www.vernetzungsstelle-berlin.de/
  • Mitteilung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zur Studie „Macht spätes Essen dick?“: http://www.dge.de

  


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