Hilfslehrerin Mama

Sollen Eltern bei den Hausaufgaben helfen?

Vielen Eltern von Schulkindern stellen sich bei diesem Wort die Nackenhaare hoch: Hausaufgaben! Denn allzu häufig fühlen sie sich am Nachmittag wie "Hilfslehrer", die ihre Kinder ständig antreiben und kontrollieren müssen. Aber sollen Eltern überhaupt bei den Hausaufgaben helfen?

von Gabriele Möller
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Wozu überhaupt Hausaufgaben?

Hausaufgaben gehören in vielen Familien zu den Auslösern erster Güte für (laute) Misstöne zwischen Klein und Groß. Bei den Hausaufgaben sollen Kinder zwar einüben, „Lernvorgänge selbst zu organisieren sowie Arbeitstechniken und Arbeitsmittel selbst zu wählen und einzusetzen“, wie es in einem Erlass des Schulministeriums NRW heißt. Gerade in den ersten Klassen der Grundschule sind Eltern aber oft unsicher, wie viel Selbständigkeit sie ihrem Nachwuchs schon zutrauen können. Muss man den Kleinen nicht doch bei den Aufgaben helfen? Sollte das Kind Fehler nicht lieber verbessern? Kann man gar verlangen, dass es eine besonders lustlos „hingeschmierte“ Hausaufgabe noch einmal macht? Oder ist es besser, wenn Lehrer oder Lehrerin die Aufgaben ungeschönt und in der „Urfassung“ serviert bekommen?

Als meine Tochter noch ein Grundschulkind war, warf ich regelmäßig die Hände zum Himmel und fragte mich verzweifelt, ob der Stress um die Hausaufgaben wirklich sein muss. Diese Frage ist durchaus berechtigt. Hausaufgaben sind überflüssig, findet zum Beispiel Professor Hans Gängler von der Technischen Universität Dresden. Seiner Beobachtung nach erfahren starke Schüler durch Hausaufgaben so gut wie keine positiven Effekte. Schwache Schüler hätten ebenfalls kaum Vorteile durch Hausaufgaben, „denn was das Kind schon im Unterricht nicht begriffen hat, wird es auch durch bloße Wiederholung nicht erlernen“, glaubt Gängler.

Die überwiegende Zahl der Lehrer aber hält Aufgaben in Maßen für sinnvoll. „Wichtig ist aber dabei, dass man nie etwas Neues verlangt, sondern dass die Aufgaben immer beinhalten, was schon im Unterricht durchgenommen wurde“, betont Grundschullehrerin Alexandra Schneider. So könne das im Unterricht Erklärte eingeübt werden, so die Pädagogin, die an einer Grundschule bei Erftstadt unterrichtet. Und wenn ein Kind tatsächlich im Unterricht etwas noch nicht verstanden hat und daher auch die Aufgabe nicht lösen konnte, möchte Schneider dies erfahren: „Hier hilft es mir sehr, wenn die Eltern unter die Hausaufgabe schreiben, dass das Kind hier Probleme hatte und ich die Sache bitte noch einmal erklären soll.“

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