Aus aller Welt

10 verrückte Bräuche um Babys und Bäuche

Plazenta essen, Abnabeln mit Scherben und Väter im „Männerkindbett“: Nadine Luck hat für ihr Buch „Die Nabel der Welt“ skurrile Babybräuche aus aller Welt zusammengetragen. Wir stellen euch die zehn seltsamsten vor.

Autor: Heike Byn
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1. Nach der Hochzeit erst mal beleidigen

Beleidigen statt Blumen schenken: Die Bräute des kenianischen Massai-Stammes werden nach der Hochzeit tüchtig beleidigt und mit Mist von Tieren eingerieben. Das ist, so glauben die Massai, die allerbeste Vorbereitung auf den steinigen Ehe-Alltag.

2. Vor dem Sex Familiengeschichten flüstern

Könnt ihr euch die lustfördernde Wirkung von Anekdoten über eure Schwiegereltern vorstellen? Die Dogon, eine Volksgruppe aus Westafrika, glauben fest daran, dass ihre Frauen nur dann schwanger werden, wenn ihnen die Männer vor dem Sex Geschichten von den Vorfahren ins Ohr flüstern.

3. Häufiger Sex – und es wird ein Junge

Wenn Eskimo-Paare in Alaska einen Jungen haben wollen, müssen sie dafür möglichst oft Sex haben – so will es die Tradition. Auch während der Schwangerschaft schlafen sie sehr häufig miteinander, weil ein kräftiger Junge erst „aufgebaut" werden muss.

4. Geburt auf dem Schoß der Väter

Zusammen in der Hängematte schaukeln, gemeinsam die Geburt durchleiden: Bei den Wayana-Indianern im südamerikanischen Guayana erleben Mütter und Väter die Geburt als Paar besonders intensiv: Während der Geburt sitzen die Schwangeren meist sogar auf dem Schoß des werdenden Vaters.

5. Leise gebären, sonst kommt der Teufel

Wie laut eine Frau im Kreissaal schreit, hängt von der Kultur ab, aus der sie stammt. So üben sich Asiatinnen und Mexikanerinnen eher im stillen Leiden, denn in beiden Kulturen ist Zurückhaltung angesagt. Italienerinnen und Türkinnen gelten dagegen als besonders lautstark, während sich deutsche Frauen sogar für ihr Schreien bei Hebamme und Arzt entschuldigen.

6. Geteilter Schmerz – auch Väter sollen leiden

Wenn eine Frau aus dem Stamm der Huichol-Indianer in den Wehen liegt, bindet sie dem werdenden Vater ein Seil um die Hoden: Sind die Geburtsschmerzen auf dem Höhepunkt angekommen, zieht sie am anderen Ende. Wer dann wohl lauter schreit?

7. Abnabeln mit Schuhen und Scherben

Es muss nicht immer die Schere zum Durchtrennen der Nabelschnur sein: So nimmt man in Vietnam dazu ein Bambusmesser oder Scherben aus Glas, Keramik und Porzellan. Dahinter steckt der Glauben, Metall würde das Kind ertauben lassen. In Afghanistan durchtrennen Hebammen die Nabelschnur mit dem Schuh der Mutter. Das soll dem Kind ein langes Leben bescheren.

8. Plazenta essen gegen Depressionen

Es gibt unzählige Bräuche rund um die Plazenta. Seit einiger Zeit findet das Ritual, den Mutterkuchen zu essen (in Kapseln gepresst oder in Menüs verarbeitet) auch in Amerika und Europa immer mehr Freundinnen. Angeblich soll der Verzehr die Milchbildung anregen, die Rückbildung beschleunigen und Wochenbettdepressionen verhindern.

9. Ein Wochenbett für junge Väter

Vor allem bei einigen Naturvölkern ist es üblich, dass sich die Väter nach der Geburt ins „Männerkindbett" für Tage oder Wochen zurückziehen: Bei den Tucano-Indianern vom Amazonas ziehen sich die Väter für sechs Tage in die Hängematte zurück. Dahinter steht die Überzeugung, dass die Kräfte des Mannes eng mit denen des Babys zusammenhängen. Ist der Vater gestresst, könnte auch das Kind kränkeln.

10. Babys 105 Tage ohne Bodenkontakt

Den Balinesen gelten Babys als überirdische Wesen, die in der ersten Zeit den Kontakt zum Boden vermeiden sollten – denn dort halten sich schließlich Teufel und Dämonen auf. Ganze 105 Tage werden Babys auf Bali deshalb in Tragetüchern von der Mutter herumgetragen. Erst danach setzt man sie in einer feierlichen Zeremonie zum ersten Mal auf den Boden.

Buchtipp

Noch mehr verrückte Bräuche um Babys und Bäuche gibt's im Buch: Nadine Luck: Die Nabel der Welt. Die skurrilsten Babybräuche aus aller Welt, von der Zeugung über die Geburt und durch das erste Lebensjahr, von Ostfriesland bis Oberbayern und von den Inuit zu den Philippinen. Conbook Verlag 2015, 288 S. ISBN 978-3-943-17693-3. 9,95 Euro.

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