12. SSW

12. SSW – Dein Baby bekommt Schluckauf

Du kannst aufatmen! Das 1. Trimester ist so gut wie überstanden. In der 12. SSW geht das Fehlgeburtsrisiko, das in den ersten drei Monaten erhöht ist, zurück und die Schwangerschaft stabilisiert sich. Der richtige Zeitpunkt, um die freudige Nachricht vom baldigen Nachwuchs mit Kollegen, Freunden und Familie zu teilen.

Schwangerschaftswoche 12
Wenn du noch nicht bei der Ultraschalluntersuchung warst, dann ist spätestens jetzt höchste Zeit dafür. Laut Mutterschaftsrichtlinien ist die erste  Ultraschalluntersuchung für den Zeitraum von der 9. bis zu 12. SSW vorgesehen. Bei der Untersuchung erfährst du, ob du ein einzelnes Kind oder vielleicht sogar Zwillinge erwartest, ob sich das Kind richtig entwickelt, wie groß es ist und wann es voraussichtlich zur Welt kommen wird. Der erste Ultraschall ist nicht nur für werdende Mütter ein emotionaler Moment. Er ist auch für die Väter, die bei diesem Termin gern gesehen sind, eine gute Gelegenheit, sich die Existenz des neuen Lebens wirklich bewusst zu machen. Gemeinsam sehen beide hier zum ersten Mal ihren Nachwuchs und realisieren, dass sie tatsächlich Eltern werden – ein bewegender Augenblick, den beide so schnell nicht vergessen werden. Mit einem „Beweisfoto” in der Tasche ist es dann auch viel schöner, Freunden und Familie von dem Babyglück zu erzählen. Wie sich das Baby in der 12. SSW entwickelt und wie es der Mutter geht – urbia fasst die 12. Schwangerschaftswoche für dich zusammen.

Wie entwickelt sich das Baby in der 12. SSW?

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Foto: © Lushpix Illustration
In der 12. SSW wächst das Baby von 5 auf ca. 6 Zentimeter. Es wiegt an die 45 Gramm und seine Füßchen sind etwa 9 Millimeter lang. Es hat nun so viel Platz in der Fruchtblase, dass es sich darin beinahe schwerelos bewegen und in jede beliebige Stellung bringen kann.

Der Kopf des Babys wird langsam rundlich, der Hals kommt immer mehr zur Geltung. Die Knochen im vorderen Schädelbereich wachsen, umschließen den Kopf und schützen das empfindliche Gehirn. Im Kiefer sprießen die ersten Zahnknospen. Der Mund öffnet und schließt sich: Das Baby kann jetzt gähnen und schlucken und hat sogar schon Schluckauf! Das Schlucken ist wichtig, weil es die Entwicklung des Darms fördert. Das Baby schluckt in der 12. SSW Fruchtwasser und produziert in den Nieren bereits kleine Mengen Urin, die die Blase füllen und schon bald ausgeschieden werden können. Die Därme, die bis jetzt ausgelagert waren, wandern jetzt, da Platz ist, in den Bauchraum. Der Dünndarm faltet sich zusammen und die Darmzotten beginnen zu wachsen.

Schwangerschaftswoche 12: Hand im Blick
Nicht nur die Nieren arbeiten in der 12. SSW schon, auch die anderen Organe wie Leber, Gehirn oder Lunge nehmen ihre Funktion auf. Die Leber produziert Gallenflüssigkeit, die Schilddrüse und die Bauchspeicheldrüse sind ausgebildet und produzieren wichtige Hormone. Das Blutbildungssystem entwickelt sich und die Nervenzellen vermehren sich rasant. Auch die Synapsen beginnen sich zu formen und der Fötus hat stärkere Reflexe.

Die Gliedmaßen des Babys sind in der 12. SSW voll ausgebildet, sodass es sich in alle Richtungen bewegen kann. Seine ersten Sinneseindrücke verschafft es sich über seine Lippen und Finger. Am Ende des 1. Trimesters hat sich aus einer Zellkugel ein aktiver Fötus entwickelt, der nun nur noch wachsen und reifen muss. Die Nabelschnur ist immer länger geworden, während der Dottersack ausgedient und sich vollständig aufgelöst hat.

Wie geht es der Mutter in der 12. SSW?

Am Ende des 1. Trimesters sind viele Schwangere erleichtert. Ab der 12. SSW sinkt das Fehlgeburtsrisiko um ein Vielfaches und die belastenden Schwangerschaftsbeschwerden der ersten Wochen gehen zurück. Die Hormonumstellung ist vollzogen, die Übelkeit in den meisten Fällen verschwunden und der Appetit kommt zurück. Nun beginnt die angenehme, entspannte Zeit, auch die  Stimmungsschwankungen legen sich.

Die Gebärmutter ist in dieser Phase etwa faustgroß und steigt weiter nach oben. Doch dadurch lässt sich in der 12. SSW der Bauch oftmals nur noch schlecht verbergen – ein weiteres Argument, deine Schwangerschaft jetzt öffentlich zu machen. Besonders deinen Arbeitgeber solltest du jetzt über die Schwangerschaft in Kenntnis setzen, damit die  Mutterschutzrichtlinien an deinem Arbeitsplatz eingehalten werden. Du wirst dann unter anderem für die Vorsorgeuntersuchungen freigestellt und unterliegst dem Kündigungsschutz. Das gilt jedoch nur, wenn dein Arbeitgeber auch von der Schwangerschaft weiß. Am besten informierst du ihn schriftlich mit der Angabe des errechneten Geburtstermins, damit er weiß, wann die Mutterschutzfrist beginnt. Auch die Themen  Elternzeit und eventuelle Teilzeitarbeit können jetzt mit dem Arbeitgeber geklärt werden. Dabei müssen die Kollegen nicht zwangsläufig schon in der 12. SSW von der Schwangerschaft erfahren. Der Arbeitgeber ist zu Vertraulichkeit verpflichtet.

 

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In der 12. SSW ist nicht nur der Bauch ein sichtbares Anzeichen für die Schwangerschaft, sondern auch die sogenannte Linea nigra, die nun hormonbedingt entsteht. Dabei handelt es sich um eine dunkle, feine Linie, die zwischen Bauchnabel und Schambein verläuft. Auch kleine rote Äderchen, die sogenannten Besenreiser, können auf Brust und Bauch auftreten. Viele Schwangere nehmen eine generelle Veränderung an ihrer Haut wahr. Leberflecken und Sommersprossen weisen eine dunklere Färbung auf. Die Haut am Bauch kann aufgrund der Dehnung trocken werden, während das Gesicht durch die verstärkte Durchblutung und den erhöhten Östrogenspiegel  rosig und frisch erstrahlt.

Am Ende 1. Trimesters hat die Mutter schon viel geschafft und verzeichnet in der Regel eine Gewichtszunahme von ca. 2 Kilogramm, die auf das Baby, die Plazenta, das Fruchtwasser und den vergrößerten Busen zurückzuführen sind. Jetzt kann sie sich erstmal zurücklehnen und die Schwangerschaft genießen.

Lesen Sie hier, wie es in der 13. SSW weitergeht.

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