29. SSW

29. SSW – Das 3. Trimester beginnt

In der 29. SSW beginnt das letzte Drittel der Schwangerschaft. Jetzt heißt es für das Baby hauptsächlich wachsen: Bis zur 40. SSW nimmt es noch gut 2 Kilo zu. Dieses rasante Wachstum fordert natürlich auch die Mama, die weiterhin auf eine nährstoffreicher Ernährung achten sollte.

Schwanger Hand auf Bauch
Foto: © iStockphoto.com/ Pgiam
Etwa 1.200 Gramm bringt das Baby in der 29. SSW an Gewicht auf die Waage. Seine Proportionen entsprechen bereits denen eines Neugeborenen. Es startet das 3. Trimester mit durchschnittlich 39 cm Länge vom Kopf bis zu den Fersen. Um das rasante Wachstum des Babys bestmöglich zu unterstützen, ist eine gesunde und  ausgewogene Ernährung im letzten Drittel der Schwangerschaft besonders wichtig. Lies hier, was dich in der 29. SSW außerdem erwartet.

Das Baby in der 29. SSW: Wachsen und drehen

In den kommenden acht Wochen wird das Baby noch einmal rund das 1,5-fache seines jetzigen Gewichtes zunehmen. Wie groß und schwer es bis zum Geburtszeitpunkt sein wird, hängt Schätzungen zufolge zu etwa 40 Prozent von genetischen und zu 60 Prozent von äußeren Einflüssen ab. Fett- und zuckerreiche Ernährung fördern die Gewichtszunahme, daher sollte die werdende Mama jetzt verstärkt auf derartige Nahrungsmittel verzichten, um ein gesundes Geburtsgewicht zu gewährleisten. Ab der  37. SSW verlangsamt sich das Wachstum wieder etwas.

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Foto: © Lushpix Illustration
Das Wachstum betrifft nicht nur die Körpermaße, sondern auch die Organe, inklusive des jetzt sehr aktiven Gehirns. Fast alle Babys reagieren mittlerweile auf Geräusche von außen, was sich in der 29. SSW durch muntere Kindsbewegungen bemerkbar macht. Über die  Plazenta bekommt das Kleine nun wichtige Abwehrstoffe der Mutter übertragen. Sie helfen dem Baby, das eigene Immunsystem auszubilden.

Auch wenn es bis zur Geburt noch einige Wochen hin sind, befinden sich viele Babys bereits jetzt in der richtigen Geburtslage. 96 Prozent aller Babys liegen zum Zeitpunkt der Geburt mit dem Kopf nach unten in Richtung Becken. Der Rest macht es sich in Beckenendlage (3 Prozent) oder in Quer- und Schräglage (1 Prozent) bequem. Theoretisch kann auch ein Baby in Beckenendlage auf natürlichem Wege geboren werden, aufgrund des schwierigeren und meist schmerzhafteren Geburtsprozesses wird in solchen Fällen aber heute meist auf den Kaiserschnitt ausgewichen. Babys in Quer- und Schräglage können nur per Kaiserschnitt entbunden werden. Sollte sich das Baby aber bisher noch nicht gedreht haben, ist das gar kein Grund zur Besorgnis. Selbst wenige Stunden vor der Geburt ist noch eine spontane Drehung möglich. Außerdem gibt es Möglichkeiten, die Drehung zu provozieren.

Die Mutter in der 29. SSW: Die richtige Ernährung macht‘s

Um das Baby bestmöglich beim gesunden Wachstum zu unterstützen und selbst nicht unter Mangelerscheinungen zu leiden, kann die werdende Mama einiges tun. In erster Linie sollte sie nun noch mehr auf ihre Ernährung achten und nur wenig Fett, dafür aber umso mehr Proteine zu sich nehmen. Außerdem benötigt sie jetzt viel Vitamin C, Eisen, Folsäure und Kalzium. Am besten lassen sich die  Nährstoffe aus natürlichen Lebensmitteln verwerten. Doch nicht immer gelingt es, sich nach Plan zu ernähren, vor allem wenn man noch voll im Berufsleben steht. In solchen Fällen kann der Gynäkologe bestimmte Präparate verschreiben, die einen Mangel ausgleichen oder ihm vorbeugen.

Eisenmangel wird neben anderen Gründen auch für das Restless-Leg-Syndrom (RLS), mitverantwortlich gemacht, unter dem etwa ein Viertel der Schwangeren in dieser Zeit leiden. RLS zeichnet sich – wie der Name bereits vermuten lässt – durch eine unangenehme Unruhe in den Beinen aus, die oft von einem Kribbeln oder Ziehen begleitet wird. Meist treten die Symptome auf, wenn die Frau eigentlich zur Ruhe kommen möchte, etwa abends im Bett. An Schlaf ist dann kaum mehr zu denken. Beruhigungsmittel sind natürlich tabu in der Schwangerschaft. Solltest du unter dem RLS leiden, lasse beim Gynäkologen deinen Eisenwert überprüfen und gegebenenfalls ein Eisenpräparat verschreiben. Kühle außerdem deine Füße, wenn die Symptome auftreten, treibe Sport und meide Koffein.

Häufig treten in der 29. SSW durch die Größe des Bauches Schmerzen im Gesäßbereich auf. Sie kommen daher, dass das Gewicht der Gebärmutter mit dem Baby auf den Ischias-Nerv drückt. Besonders beim Gehen und Sitzen sind die Schmerzen zu spüren und können ganz schön lästig sein. Tägliche Yoga-Übungen im Vierfüßlerstand mobilisieren die Wirbelsäule und nehmen den Druck vom Nerv. Auch Schwimmen tut gut, da der Körper sich im Wasser wie schwerelos anfühlt. Ansonsten hilft Wärme: Gehe öfter in die Badewanne oder lege dir beim Sitzen eine Wärmflasche an den unteren Rücken. Die hilft übrigens auch bei den nun verstärkt auftretenden Braxton-Hicks-Kontraktionen, also den Übungswehen.

Baby-Kino und Stillberatung: Das könnte jetzt interessant werden

In der 29. SSW könnte der dritte große Vorsorgetermin beim Gynäkologen anstehen. Er wird meist zwischen der 29. Und der  32. SSW angesetzt und beinhaltet neben einer Blutuntersuchung auch den letzten großen  Ultraschall vor der Geburt. Hier hast du noch einmal die Möglichkeit, einen Blick auf dein Baby zu werfen. Es werden dabei die Kindslage, die Herzaktivität, die Fruchtwassermenge sowie die Lage und Funktion der Plazenta überprüft. Genaue Messungen des Kopfumfangs, des Abdomen-Thorax-quer-Durchmessers sowie der Oberschenkel- und Oberarmknochen zeigen, ob dein Baby sich zeitgerecht entwickelt. Lege aber nicht zu viel Bedeutung in die Messwerte, denn die Entwicklung der Babys ist zu diesem Zeitpunkt sehr individuell.

Solltest du bereits eine Hebamme haben, kannst du jetzt um eine Stillberatung bitten oder zu einer Stillberaterin gehen. Auch wenn es noch etwas dauert, bis du dein Wissen anwenden kannst, schadet es nicht, sich frühzeitig über die  Techniken und Möglichkeiten zu informieren. Manche Frauen haben Angst, dass sie nicht werden stillen können, dass es Schmerzen verursacht oder das Baby nicht ausreichend versorgt wird. Solche Sorgen lassen sich bei einer Stillberatung oft schnell beseitigen, denn nur ein ganz geringer Prozentanteil der Mütter kann tatsächlich nicht stillen. Komplikationen entstehen meist durch falsche Anlegetechniken. Gut vorbereitet gehst du selbstbewusster und selbstverständlicher ans Stillen heran.

Lies hier, wie es in der 30. SSW weitergeht.


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