30. SSW

30. SSW – Das Baby nimmt die Fötusstellung ein

In der 30. SSW ist die Schwangerschaft schon weit fortgeschritten und das Ende ist bereits ein wenig in Sicht. Vor allem Erstgebärende, die noch nicht wissen, was bei der Geburt auf sie zukommt, haben manchmal Angst und müssen einen Weg finden, damit umzugehen. Das Wachstum des Babys schreitet weiter voran und die Auswirkungen davon sind für die Mutter immer deutlicher spürbar: Die Gebärmutter drückt noch mehr auf die anderen Organe im Bauch und verursacht damit allerlei Beschwerden.

Schwangerschaftswoche 30+3: Fuß am Kinn
Der Platz im Mutterleib ist in der 30. Schwangerschaftswoche wieder ein bisschen knapper geworden – und wird es auch weiterhin noch werden, denn immerhin wächst das  Baby bis zur Geburt noch um rund zehn Zentimeter. Darum nimmt es jetzt immer häufiger die sogenannte Fötusstellung ein: Es zieht die Knie an den Körper und verschränkt die Arme vor dem Bauch. Falls es sich nun seltener durch Tritte bemerkbar macht, liegt das daran, dass es schlicht zu wenig Platz hat. Was sich in der 30. SSW sonst noch verändert: urbia klärt auf.

Das Baby in der 30. SSW

In der 30. SSW beträgt das Gewicht des Babys im Durchschnitt 1.500 Gramm und seine Scheitel-Fersen-Länge misst rund 40 Zentimeter. Das Gehirn arbeitet weiterhin auf Hochtouren an seiner Entwicklung. Die Nervenzellen bilden Bereiche, die später für ganz bestimmte Funktionen zuständig sein werden, zum Beispiel für das Gedächtnis oder die Bewegungskoordination. Auch die Lunge und der Verdauungstrakt, die sich in den letzten Wochen bereits weit entwickelt haben, reifen weiter heran. Sollte es in der 30. SSW  vorzeitig zu einer Geburt kommen, hat das Baby eine Überlebenschance von rund 97 Prozent. Ab jetzt beginnt das Lanugohaar allmählich zu verschwinden, während die Kopfbehaarung, Augenbrauen und Wimpern dichter werden.

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Foto: © Lushpix Illustration
Außerdem kann das Baby ab jetzt Schmerz empfinden. Dass es das tut, ist eine relativ neue wissenschaftliche Erkenntnis, bis weit in die Siebzigerjahre ging man davon aus, dass Ungeborene keinen Schmerz spüren würden. Inzwischen weiß man, dass medizinische Eingriffe im Mutterleib den Fötus in den letzten Schwangerschaftsmonaten stark belasten können. Wann genau das Schmerzempfinden einsetzt, ist jedoch nicht ganz sicher. Einige Mediziner behaupten, es beginnt in der 23. SSW, andere sind der Meinung, dies geschehe erst in der 29. SSW.

Die Mutter in der 30. SSW

Während der Schwangerschaft hat sich die  Gebärmutter immer weiter vergrößert und auch die Fruchtblase ist gewachsen und hat sich an das Baby und die Fruchtwassermenge angepasst. Ab der 30. Schwangerschaftswoche wird die Fruchtblase nicht weiter wachsen und keine neuen Zellen mehr bilden. Sie wird sich allerdings mit dem Wachstum des Babys dehnen. Die Gebärmutter ist inzwischen so groß, dass sich ihr oberer Rand bis zum Zwerchfell erstreckt, was sich durch Kreislaufbeschwerden bei der Schwangeren bemerkbar machen kann. Wahre Höchstleistungen muss jetzt auch der Beckenboden vollbringen, denn auf ihm lastet das komplette Gewicht von Baby und Gebärmutter.

Natürlich bringen Schwangere bis zur 30. Schwangerschaftswoche bereits einige Kilos mehr auf die Waage, ab jetzt nehmen sie noch einmal vermehrt zu und entwickeln häufig regelrechte Heißhungerattacken. Obwohl jetzt nicht die richtige Zeit ist, um Kalorien zu zählen, sollten Schwangere weiterhin darauf achten, sich nährstoffreich und ausgewogen zu ernähren.

Viele Schwangere bemerken ab der 30. SSW, wie ihr Bauch hart wird und es im Unterbauch zieht – das sind die ersten Vorwehen. Sie tun nicht wirklich weh, sondern sind vielmehr mit normalen Regelschmerzen vergleichbar. Durch die Vorwehen wird die Gebärmutter durchblutet und auf die  Senkwehen vorbereitet, die das Baby tiefer ins Becken und in den Geburtskanal „hinabsenken“.

Tipps für Schwangere in der 30. SSW

  • Beckenbodenübungen: Die Gebärmutter übt in der 30. SSW einigen Druck auf den Beckenboden aus, das lässt sich nicht verhindern. Mit einigen gezielten Übungen kann man ihn aber stärken und so vermeiden, dass im Alltag allzu häufig Urin abgeht. Effektive Beckenbodenübungen und die damit verbundene Atemtechnik werden in jedem guten  Geburtsvorbereitungskurs vermittelt. Sollten Schwangere jedoch bemerken, dass ihnen trotz Muskelanspannungen Flüssigkeit abgeht, handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht um Urin, sondern um Fruchtwasser. Um sich Sicherheit zu verschaffen, sollte die Schwangere in diesem Fall zum Arzt gehen. Übrigens ist der Geburtsvorbereitungskurs auch eine gute Möglichkeit, um durch Aufklärung und gezielte Vorbereitung eventuelle Angst vor der nahenden Geburt abzubauen.
  • Die  richtige Ernährung spielt während der gesamten Schwangerschaft eine wichtige Rolle. In jeder Phase stehen jedoch andere Nährstoffe im Mittelpunkt, die dann besonders wichtig sind. Im letzten Trimester, zu dem auch die 30. SSW gehört, sind das vor allem Kalzium für die Knochen, Eiweiß für das Zellwachstum und Eisen für die Bildung roter Blutkörperchen. Auf den täglichen Speiseplan sollten darum Milchprodukte, Fisch und Fleisch stehen. Fisch ist zudem ein Lieferant von Omega-3-Fettsäuren, die die Gehirnentwicklung des Babys unterstützen. Da sich außerdem das Fruchtwasser alle zwei Stunden erneuert, ist es jetzt wichtiger denn je, ausreichend zu trinken – am besten Wasser.

Lies hier, wie es in der 31. SSW weitergeht.


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