34. SSW

34. SSW – Fast bereit zum Aufbruch

Das Baby ist in der 34. Schwangerschaftswoche fast vollständig „ausgerüstet“. Sollte es jetzt schon zur Geburt kommen, bräuchte es möglicherweise noch etwas Hilfe bei der Atmung und Ernährung, aber es ist beruhigend zu wissen, dass alles so weit ausgereift ist, dass es ohne größere Probleme überleben würde. Eine sinnvolle Beschäftigung für Schwangere in dieser Zeit ist es, immer wieder die Entspannungs- und Atemtechniken aus dem Geburtsvorbereitungskurs zu üben.

Mädchen streichelt Babybauch
Foto: © Fotolia.com / Andres Rodriguez
Sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin, also nach dem Ende der 34. Schwangerschaftswoche, beginnt für werdende Mütter der Mutterschutz. Für das Baby ist es in Mamas Bauch nun schon ziemlich eng geworden und das Fruchtwasser, das es umgibt, wird Woche für Woche weniger. Wahrscheinlich hat sich das Baby bereits gedreht und liegt mit dem Köpfchen nach unten, aber auch die Steißlage ist in dieser Zeit noch normal. Welche Entwicklung das Baby in der 34. SSW durchläuft und was Schwangere jetzt wissen sollten – darüber informiert urbia.

Das Baby in der 34. SSW

In der 34. Schwangerschaftswoche misst das Baby in der Scheitel-Fersen-Länge im Durchschnitt 45 Zentimeter und wiegt rund 2.100 Gramm. Es wird noch bis zur  36. SSW in die Länge wachsen, danach wird seine Energie anderweitig benötigt: Seine Knochen verhärten sich zunehmend und es bildet weitere Fettreserven. Alle lebensnotwendigen Entwicklungsschritte sind nun vollständig durchlaufen. Die Lunge ist weitgehend ausgebildet und der Darm ist funktionsfähig und wäre in der Lage, die Nahrung zu verdauen, da alle Verdauungsenzyme bereits aktiv sind.

SSW_34
Foto: © Lushpix Illustration
In der Gebärmutter wird es so eng, dass mehr als einfache Drehungen zur Seite für den Fötus nicht mehr möglich sind. Trotzdem ist das Baby aktiv und macht sich oft gerade nachts, wenn Mama versucht zu schlafen, durch Treten und Boxen bemerkbar. In der 34. SSW ragen die Fingernägel des Babys schon sichtbar über die Fingerkuppen hervor. Es kratzt sich und hinterlässt dabei sogar kurzzeitig rote Striemen. Grund zur Sorge ist das allerdings nicht, die Nägel sind zu weich, um Verletzungen zu verursachen. Jetzt ist die ideale Zeit zum Vorsingen, denn der Gehörsinn des Babys wird immer feiner. Studien zufolge reagieren Babys aufmerksamer auf hohe Tonfrequenzen, wohingegen laute und plötzliche Töne das Kind erschrecken und seinen Herzschlag beschleunigen können. In der 34. Schwangerschaftswoche ist es nicht mehr möglich, das Baby in voller Größe auf dem  Ultraschallbild zu erfassen, der Schallkopf ist nicht weit genug entfernt. Jetzt muss er ringsum bewegt werden, sodass jeweils nur ein Bereich untersucht werden kann.

Die Mutter in der 34. SSW

Das Fruchtwasser nimmt weiterhin kontinuierlich an Volumen ab – dadurch geht der Bauchumfang immer mehr auf Gebärmutter und Baby zurück und seine Bewegungen sind deutlich stärker zu sehen. Die Gebärmutter kann in der 34. Schwangerschaftswoche einige Beschwerden bereiten, denn sie drückt gegen Rippen, Zwerchfell und Magen. Viele Schwangere haben darum nun weniger Appetit: Wie auch schon bei anderen Beschwerden eignen sich auch in dieser Phase mehrere kleine, gesunde Mahlzeiten besser als wenige große. Diese sollten möglichst viel Kalzium enthalten, da die Knochen des Babys kurz vor der Geburt eine weitere Festigung erfahren und der Kalziumbedarf in den letzten Wochen deshalb stark erhöht ist. Kalziumhaltige Nahrungsmittel, vor allem Milch und Milchprodukte, sind jetzt ideal. Schon bald wird der Druck auf die oberen Organe nachlassen, denn mit dem Einsetzen der  Senkwehen tritt der Kopf des Babys ins Becken der Mutter ein und der Bauch senkt sich sichtbar.

Manche Frauen verspüren jetzt ein Kribbeln oder ein Gefühl der Taubheit im Beckenbereich, auch Schmerzen beim Gehen sind möglich. Verantwortlich dafür sind die Beckengelenke, die sich vor der Geburt lockern. Falls es nicht bereits längst geschehen ist, sollten Frauen sich nun für ihren gewünschten Geburtsort entscheiden. Einige Frauen fühlen sich im Krankenhaus oder im Geburtshaus kompetent aufgehoben, andere bevorzugen die Vertrautheit und die Intimität des eigenen Zuhauses. Wird eine Hausgeburt gewünscht, sollte sie gut mit der  Hebamme geplant werden.

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Tipps für Schwangere in der 34. SSW

  • Damm-Massage: Um das Risiko eines Dammrisses oder -schnittes zu minimieren, werden ab der 34. SSW  Damm-Massagen empfohlen. Dabei massieren Frauen ihren Damm (den Bereich zwischen Scheide und After) täglich fünf Minuten mit mildem, naturbelassenem Öl. Für die richtige Technik sollten sich Schwangere an ihre Geburtshelfer wenden – sie sind in der Regel gut mit dieser Anwendung vertraut.
  • Geburtsbegleitung: Die meisten Schwangeren wünschen sich bei der Geburt den Partner an ihrer Seite, anderen hingegen wäre seine Präsenz eher unangenehm. Manche Männer trauen sich die Geburtsbegleitung nicht zu und haben Angst, ihre Frau unter Schmerzen zu sehen. Vielleicht befürchten auch beide Partner, dass sich dadurch die körperliche Beziehung verändern könnte. Diese Bedenken haben nichts mit mangelnder Liebe zu tun, sondern sind völlig normal. Manchmal übernehmen andere Frauen, etwa die Mutter oder eine gute Freundin, diese Rolle viel besser, da sie womöglich mit ihrer Erfahrung helfen können. Schlussendlich ist auch die professionelle Begleitung durch eine  Doula möglich.

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Was kann man bei Schmerzen im Beckenboden tun?

Schmerzen im Beckenboden, verursacht durch die sich lockernden Beckengelenke, machen sich in der 34. Schwangerschaftswoche bei vielen Frauen bemerkbar. Doch man kann einiges tun, um die Schmerzen zu lindern:

  • Zwischendurch immer mal wieder auf Hände und Knie gehen: Das nimmt das Gewicht des Babys vom Becken und hält es in einer stabilen Position.
  • Kein schweres Heben: Heben und ähnliche Anstrengungen können ab der 34. SSW Beschwerden hervorrufen und sollte darum vermieden werden. Umfangreiche Einkäufe sollte man besser online erledigen oder Familie und Freunde um Unterstützung bitten.
  • Beim Anziehen von Hosen besser hinsetzen.
  • Regelmäßige Beckenübungen: Sich auf Händen und Knien positionieren und den Rücken so halten, dass er fast gerade ist. Beim Atmen die Beckenbodenmuskeln anspannen und dabei den Bauchnabel nach oben ziehen. Zehn Sekunden halten. Am Ende der Übung ganz langsam die Muskeln entspannen.

Lies hier, wie es in der 35. SSW weitergeht.


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