38. SSW

38. SSW – Der Countdown läuft

In der 38. Schwangerschaftswoche kann es die werdende Mutter vermutlich kaum mehr abwarten, ihr Kind endlich im Arm zu halten und auch das Baby ist im Prinzip bereit, das Licht der Welt zu erblicken. Trotzdem ist jeder weitere Tag im Mutterleib gut für die Entwicklung des Babys und wahrscheinlich wird es noch eine Woche dauern, bis es soweit ist.

Schwangere Spiegel
Foto: © iStockphoto.com/ deliormanli
Das Baby ist mittlerweile etwa 49 Zentimeter lang und wiegt rund 3.100 Gramm. Sein Körper produziert nun Kortison, ein Hormon, das die Lungen auf seinen ersten Atemzug vorbereitet. Schon bald ist sein Blutkreislauf nicht mehr mit dem der Mutter verbunden und muss eigenständig arbeiten. In der 38. SSW sollten Mütter noch einmal die Chance nutzen, genug Kraft für die anstehende Geburt zu sammeln.

Das Baby in der 38. SSW

In der 38. Schwangerschaftswoche entspricht die Größe des Babys bereits jenen Maßen, mit denen es auf die Welt kommt und auch das reguläre Geburtsgewicht ist schon erreicht. Jungen sind meist etwas schwerer als Mädchen. Die letzten Tage nutzt das Ungeborene, um weitere Ressourcen aufzubauen: Es benötigt vor allem viel Kalzium für den Knochenaufbau, denn seine Oberarm- und Oberschenkelknochen sowie das Schien- und Wadenbein verknöchern sich noch. Außerdem speichert das Baby Fett, um nach der Geburt seine Körpertemperatur halten zu können.

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Foto: © Lushpix Illustration
Der Greifreflex ist jetzt sehr stark ausgeprägt, die Hände umfassen häufig die Nabelschnur oder das Baby streckt seine Finger einzeln aus. Nach der Geburt ist der Greifreflex noch für etwa sechs Monate so stark, dass das Baby problemlos sein eigenes Gewicht halten könnte, erst danach entscheidet es bewusst, ob es zugreift oder nicht.

In der Regel liegt der Kopf des Babys in der 38. Schwangerschaftswoche vollständig im Becken. Als unbedenklich gelten in dieser Phase jedoch auch andere Variationen der Kindslage – so rutscht das Kind bei Frauen, die bereits geboren haben und bei denen das Kind deshalb generell schon tiefer sitzt, häufiger erst kurz vor der Geburt in den Geburtskanal.

Die Mutter in der 38. SSW

In der 38. SSW sind die meisten Mütter bereits voll und ganz auf die  Geburt eingestellt. Vor allem Frauen, die ihr erstes Kind erwarten, fühlen sich nun vielleicht angespannt, sind nervös und ein wenig unsicher. In der letzten Woche vor der Geburt ist es langsam vorbei mit der stetigen Gewichtszunahme, manche Frauen nehmen jetzt sogar etwas ab.

Es passiert nicht selten schon in der 38. Schwangerschaftswoche, dass der Schleimpfropf abgeht. Bei einigen Frauen löst er sich Stück für Stück, bei anderen im Ganzen. Dabei kann er sowohl altes als auch etwas frisches Blut enthalten. Frisches, rosafarbenes Blut in kleinen Mengen kann bedeuten, dass der  Muttermund sich bereits etwas öffnet – ein Anzeichen, das die baldige Geburt ankündigt. In den folgenden Stunden oder Tagen nach Abgang des Schleimpfropfs setzen in der Regel die Wehen ein. Wenn Frauen bemerken, dass der Schleimpfropf sich mit einer größeren Menge an frischem Blut löst und auch Bauchschmerzen hinzukommen, solltest du in jedem Fall deinen Frauenarzt aufsuchen.

Kaiserschnitt? Jetzt ist es soweit!

Wenn man sich aus medizinischen Gründen für einen  Kaiserschnitt entschieden hat, ist die 38. Schwangerschaftswoche genau der richtige Zeitpunkt dafür. Die meisten Ärzte setzen hier den Termin, um dem Einsetzen der Wehen zuvorzukommen. Mittlerweile empfehlen aber auch einige Ärzte, bis zum Beginn der  Wehen zu warten, da mit ihnen auch Glückshormone freigesetzt werden, die der Schwangeren die Geburt erleichtern. Heute wird meist der sogenannte „sanfte Kaiserschnitt“ (Misgav-Ladach-Methode) praktiziert. Hierbei wird die  Gebärmutter nicht aufgeschnitten, sondern durch Dehnen und Reißen möglichst stumpf eröffnet. Das Verfahren erfordert weniger Naht, heilt schneller und ist weniger belastend für die Mutter als der herkömmliche Kaiserschnitt.

Tipps für Frauen in der 38. Schwangerschaftswoche

Wehen lindern

Die ersten echten Geburtswehen kündigen sich manchmal in der 38. Schwangerschaftswoche an und mit ihnen die Schmerzen. Schwangere sollten sich nun mit ihrer Hebamme oder dem Frauenarzt über geeignete Methoden der  Schmerzlinderung austauschen und überlegen, ob eine  PDA (Periduralanästhesie) für sie in Frage kommt. Aber auch natürliche Methoden der Schmerzlinderung bringen deutliche Erleichterung. Wärme in Form eines Körnerkissens oder einer Wärmflasche, die im Geburtsvorbereitungskurs erlernte Atemtechnik oder auch Akkupunktur lindern häufig den Schmerz. Jede Frau entscheidet natürlich am besten individuell, was ihr gut hilft.

Gesunde Snacks

In der 38. SSW befindet sich die Ossifikation auf dem Höhepunkt, das heißt die Knochen des Babys verhärten und werden stabiler. Für diesen Prozess wird Kalzium benötigt. Nimmt die Mutter täglich ein Glas Milch, ein bis zwei Scheiben Käse und einen Joghurt zu sich, reicht es schon aus, um dem Baby die nötige Menge zu liefern. In der 38. SSW ist das Baby bereits so groß, dass für allzu große Mahlzeiten im Magen nicht mehr viel Platz bleibt. Längere Pausen zwischen dem Essen rufen oft Schwindel hervor, da das Baby dem Blut der Mutter ständig Glukose entzieht. Kleinere gesunde Snacks sind der Schlüssel zu einer gesunden Ernährung. Gut geeignet sind frisches Obst und Gemüse, Nüsse, Trockenfrüchte und hartgekochte Eier.

Klinikkoffer

Du hast deinen  Klinikkoffer immer noch nicht gepackt? Dann ist es jetzt höchste Zeit dafür. Schließlich könnte es nun wirklich jeden Moment losgehen. Was in jeden Koffer gehört:

  • ein langes T-Shirt für die Geburt
  • Strickjacke zum Warmhalten nach der Entbindung
  • Bademantel
  • weite, bequeme Hosen
  • Still-BHs und Stilleinlagen
  • Massageutensilien
  • Fotoapparat, Lieblings-CD und Filme

Lies hier, wie es in der 39. SSW weitergeht.


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