8. SSW

8. SSW – Der Mutterpass wird zum ständigen Begleiter

Mit der 8. SSW geht der zweite Schwangerschaftsmonat zu Ende. Der Embryo wird einem menschlichen Wesen immer ähnlicher. Seine Gesichtszüge bilden sich aus und der Kopf beginnt sich zu heben. Spätestens jetzt solltest du zur ersten Vorsorgeuntersuchung gehen. Die Ausstellung des Mutterpasses macht dich nun auch offiziell zur werdenden Mama.

SSW_9
Foto: © Lushpix Illustration
In der 8. SSW wird die Schwangerschaft immer spürbarer. Die Gebärmutter vergrößert sich und die Mutterbänder dehnen sich, was manchmal schon in der 8. SSW zu Unterleibsschmerzen führt. Vor der ersten Vorsorgeuntersuchung, bei der der  Mutterpass ausgestellt wird, gilt es die Entscheidung zu treffen, wer die Vorsorge durchführen soll: der Gynäkologe, eine Hebamme oder eventuell sogar beide abwechselnd? Liegen Komplikationen vor, kann die Vorsorge auch in einer Klinik erfolgen. Die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und in der Zeit danach steht einer Schwangeren zu und wird von den Krankenkassen übernommen. Die Vorsorgeuntersuchungen sollten nach dem ersten Termin regelmäßig alle vier Wochen, ab der 32. SSW alle zwei Wochen erfolgen, damit eventuelle Störungen rechtzeitig erkannt werden. Welche Fortschritte das Baby in dieser Zeit macht, was in der 8. SSW beim Ultraschall zu sehen ist und wie es der Mutter geht – urbia zeichnet die 8. Schwangerschaftswoche für dich nach.

Wie entwickelt sich der Embryo in der 8. SSW?

In der 8. SSW ist der Embryo etwa 9 bis 13 Millimeter groß und nimmt immer mehr menschliche Züge an – vor allem im Gesicht. Seine Augen werden größer und sind von einer dunkleren Pigmentierung geprägt, die Linsen entwickeln sich und gegen Ende der Woche beginnen sich die Augenlider auszubilden. Auch der Kiefer und die Unterlippe entstehen jetzt, so dass zunehmend ein Gesicht mit Mund und Nase zu erkennen ist. Die Ohren sind noch kleine Verdickungen an den Kopfseiten, aber auch sie beginnen sich zu entwickeln.

Schwangerschaftswoche 8+2
Das Gehirn befindet sich in der 8. SSW immer noch in seinen Anfängen. In diesem Stadium erfährt es jedoch erstaunliche Veränderungen: Es entstehen die Gehirnbereiche, die später grundlegende Körperfunktionen steuern werden wie etwa die Atmung und den Gleichgewichtssinn. Auch der Gehirnbereich, der für die Sinneswahrnehmung und die Emotionen zuständig ist, entsteht jetzt. Das Herz ist bereits weit entwickelt: Es besitzt alle 4 Kammern und schlägt etwa 160 Mal die Minute. Alle wichtigen Blutgefäße sind miteinander verbunden. Ebenso wachsen die anderen Organe sehr schnell und einige funktionieren bereits – die Nieren beginnen mit der Produktion von Urin und der Magen mit der von Magensäure.

Die Wirbelsäule streckt sich und der Hals des Babys hebt sich langsam von der Brustwand, so dass der Kopf beginnt, sich aufzurichten. Auf der anderen Seite bildet sich der kleine „Schwanz” des Babys allmählich zurück. Die Urwirbel, die sogenannten Somiten, formen sich zu den Knochen des Steißbeins. An den Gliedmaßen sind erste Anzeichen von Ellbogen und Knien erkennbar. Finger und Zehen bilden sich weiter aus, sind aber dabei immer noch miteinander verbunden.

Wie geht es der Mutter in der 8. SSW?

Mit dem Wachstum des Embryos dehnt sich auch die  Gebärmutter weiter aus. Die Mutterbänder dehnen sich bereits in der 8. SSW, was gelegentlich Unterleibsschmerzen verursachen kann. Allerdings ist die vergrößerte Gebärmutter an der Figur der Frau noch nicht ersichtlich. Im 1. Trimester ist die Gewichtszunahme generell noch sehr gering. Als Richtwert für die ersten drei Schwangerschaftsmonate gilt eine Zunahme von 2,2 Kilogramm. Wie jede werdende Mutter natürlich weiß, wird sie jedoch in den folgenden Monaten um Einiges mehr zunehmen.  Wie viel genau ratsam ist, hängt von ihrem Body-Mass-Index (BMI) ab. So dürfen untergewichtige Frauen bis zu 18 Kilo zunehmen, während übergewichtige Frauen 7 Kilo möglichst nicht überschreiten sollten.

Obwohl in diesem Stadium noch keine derart starke Gewichtszunahme zu erkennen ist, kann sich schon in der 8. SSW Kurzatmigkeit einstellen, weil ein Teil des Sauerstoffs für das Baby benötigt wird. Frische Luft, Bewegung und eventuell auch einige Atemübungen schaffen Abhilfe und sorgen dafür, dass du tiefer durchatmen kannst.

Du bist schwanger und nicht krank, dennoch solltest du jetzt große körperliche Anstrengungen vermeiden. Diese könnten im schlimmsten Fall zu Gebärmutterkontraktionen und dadurch zu einer  Fehlgeburt führen. Scheue dich nicht, auf der Arbeit Kollegen um Hilfe zu bitten, auch wenn diese noch gar nichts von deiner Schwangerschaft wissen. Auch wenn du dich jetzt nach Möglichkeit schonen solltest, besteht dennoch kein Grund zur Übervorsicht: In der Regel gilt, dass eine normal angelegte, intakte Schwangerschaft nur schwer zu stören ist.

Was kann man bei Schmerzen in der Schwangerschaft tun?

Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt. Auch in der 8. SSW wirst du wahrscheinlich weiterhin von den typischen Schwangerschaftsbeschwerden des 1. Trimesters begleitet: Erschöpfung,  Stimmungsschwankungen und Unsicherheiten sind nach wie vor völlig normal – das Gefühlschaos hält an. Tue das, was dir in einer solchen Situation guttut, und tröste dich damit, dass es vorbeigeht.

Erste große Vorsorgeuntersuchung: Was ist in der 8. SSW beim Ultraschall zu sehen?

Spätestens jetzt erfolgt die erste Vorsorgeuntersuchung und der Arzt stellt dir einen Mutterpass aus, in dem von nun an alle Untersuchungsergebnisse vermerkt werden. Der Mutterpass sollte immer mitgeführt werden. Bei einem Unfall oder Komplikationen kann er lebensrettend für das Baby sein, da sich Ärzte anhand des Passes schnell ein Bild vom Stand der Schwangerschaft machen können, ohne vorher langwierige Untersuchungen durchführen zu müssen. Die erste Vorsorgeuntersuchung ist die umfangreichste, denn hierbei wird nicht nur die Gesundheit von Mutter und Kind gründlich untersucht, sondern auch eine Menge für die gesamte Schwangerschaft wichtiger Fragen gestellt. Der Arzt oder die Hebamme stellt diese Fragen, um die Schwangerschaft so gut wie möglich betreuen zu können, und auch, um den Geburtstermin zu berechnen. So kommen zum Beispiel deine Ernährungsgewohnheiten, frühere Krankheiten, Erbkrankheiten der Familie oder frühere Schwangerschaften zur Sprache, genauso wie dein Menstruationszyklus. Auch dein soziales Umfeld wird angesprochen.

Bei der körperlichen Untersuchung werden ein Abstrich vorgenommen, die Lage der Gebärmutter untersucht, deine Brust abgetastet und dein Gewicht, Puls und Blutdruck festgestellt. Dein Urin wird auf Eiweiß und auf eventuell vorhandene Bakterien analysiert. Ein Bluttest gibt Aufschluss über deine Blutgruppe und den Rhesusfaktor. Das Blut wird außerdem auf Antikörper gegen Röteln, auf Syphilis und HIV geprüft und der Hämoglobinwert, der auf die Anzahl der roten Blutkörperchen im Blut schließen lässt, bestimmt. Nicht zur normalen Vorsorgeuntersuchung gehört die weiterführende pränatale Diagnostik. Wenn eine Risikoschwangerschaft besteht – zum Beispiel wenn die Frau über 35 Jahre alt ist oder weil vererbte Krankheiten in der Familie vorliegen – wird der Arzt auf die Möglichkeiten der Pränataldiagnostik hinweisen. Ob die Schwangere sie auch in Anspruch nimmt, bleibt ganz ihr überlassen.

Bei normalen Schwangerschaften stehen insgesamt drei große Ultraschalluntersuchungen an. Die erste ist für die 9. bis 12. Woche vorgesehen, kann aber auch schon in der 8. SSW durchgeführt werden, wenn ohnehin der erste Vorsorgetermin stattfindet. Viele Frauen haben Angst, dass in der 8. SSW kein Herzschlag ihres Babys zu erkennen ist – diese Angst ist jedoch meistens unbegründet. Ist in der 7. SSW auf dem Ultraschall nur ein dunkler Fleck mit dem mit Flüssigkeit gefüllten Dottersack in der Mitte zu erkennen, so sind in der 8. SSW auf dem Ultraschall bereits der Kopf und die Armknospen sichtbar. Und auch der schnelle Herzschlag des Babys ist gut zu erkennen.

Lies hier, wie es in der 9. SSW weitergeht.


Seitenanfang