Babynamen

Den passenden Babynamen finden

Apple, Moon Unit, Poppy Honey – was sich anhört wie Früchte, Bandnamen oder Frühstücksflocken, sind die Namen der Sprösslinge prominenter Eltern wie in diesem Fall von Gwyneth Paltrow und Chris Martin, Frank Zappa und Stark-Koch Jamie Oliver. Nun ist zu erwarten, dass die prominenten Kinder ein ähnlich fulminantes Leben führen werden wie ihre Eltern. Wenn sie unter Gleichgesinnten aufwachsen, werden sie ihre Namen vermutlich auch nicht als ungewöhnlich empfinden. Abgesehen von David Bowies Sohn vielleicht, der auf den schönen Namen Zowie Bowie getauft wurde, und seinen Namen zunächst in Joey Bowie und später dann in Duncan Jones änderte.

Man stelle sich aber mal eine Schulklasse irgendwo in Deutschland vor, in der lauter Maximilians, Lukas, Sarahs und Melanies sitzen und zwischendrin eine Fifi Trixibelle oder ein Bronx Mowgli. In Kombination mit einem deutschen Alltagsnamen wie Müller, Meier, Schmidt werden es diese Kids auf dem Pausenhof bestimmt nicht leicht haben. Andererseits will auch niemand, dass sein Kind die dritte Lisa und der fünfte Leon in der Klasse ist. Kurzum, die  Entscheidung für einen Babynamen ist keine leichte.

Wichtiges zum Namensrecht

Welcher Familienname für unser Kind?

Seit verheiratete Eltern nicht mehr den gleichen Familiennamen tragen müssen, seit viele Paare ohne Trauschein Kinder bekommen und es immer m ...  mehr

Regionale Unterschiede bei der Namensgebung

In Deutschland besteht der komplette Name aus dem Vor- und Familiennamen. Die Vergabe mehrerer Vornamen ist erlaubt und Eltern sind relativ frei bei der Wahl des Namens für ihren Nachwuchs, sofern das Kindswohl durch die  Namenswahl nicht gefährdet wird. Innerhalb Deutschlands gibt es regionale Unterschiede bei der Häufigkeit der gewählten Vornamen, so ist Hauke im Norden sehr verbreitet und kommt im Süden dagegen praktisch gar nicht vor, während Xaver ein sehr süddeutscher Name ist, der im Norden schwer zu finden sein dürfte. Auch Deutschlands Babynamen 2013, Mia und Ben, müssen in Bayern den Namen Sofia und Maximilian Platz machen. Im ganzen Land ist in den letzten Jahren eine Rückbesinnung auf alte deutsche Namen zu erkennen. So entdeckt man im Geburtenregister inzwischen des Öfteren einen kleinen Otto oder eine kleine Klara.

Babynamen im Wandel der Zeit

Ursprünglich wurden Rufnamen in unserer Gegend aus zwei Namensteilen zusammengesetzt. So besteht der Name Gerhart aus den Teilen Ger- und hart was so viel bedeutet wie: Speer und hart oder auch streng. Die einzelnen Namensteile hatten eine Bedeutung, die ihren Träger charakterisieren sollte. Diese Art der Namensvergabe wurde bis ins 4. Jahrhundert fortgeführt, bis schließlich der Klang und die Verwandtschaftszugehörigkeit nach und nach die Bedeutung verdrängten. Ab dem 7. Jahrhundert kamen christliche Rufnamen wie Christian oder Sarah hinzu. Im Mittelalter, also zirka ab dem 12. Jahrhundert, wurden häufig Namen aus der Bibel verwendet und abgewandelt, so wurde aus Johannes, Hans oder Johann. Im 16. Jahrhundert folgten schließlich französische und später auch englische Vornamen, wie Charlotte oder Edith. Im 19. Jahrhundert verbreiteten sich zunehmend nordische Namen wie Ingrid und Knud, ebenso wie Bindestrich-Namen wie Hans-Peter.

Wenn es zu ehelichen Verbindungen russischer und deutscher Fürstenhäuser kam, konnte ein erhöhtes Aufkommen slawischer Namen wie Olga und Boris beim Nachwuchs in der Bevölkerung festgestellt werden. Nach dem 2. Weltkrieg verloren germanische Namen ihre Beliebtheit und wurden bevorzugt durch Namen griechischen, hebräischen oder anglo-amerikanischen Ursprungs ersetzt, was nicht zuletzt auf die Besatzungsmächte und die allgemeine Internationalisierung zurückzuführen ist. Seit Jahrhunderten ist es überdies üblich, seinem Kind die Namen von Verwandten oder Taufpaten zu geben: Auch heute entsprechen viele Babynamen denen von Oma oder Tante. Neue Namensschöpfungen setzten sich durch, weil viele Kosenamen sich so sehr etablierten, dass sie am Ende nicht mehr als solche zu erkennen waren. Wer weiß schon, dass Marlene Dietrich eigentlich Marie Magdalene Dietrich hieß. Heute haben werdende Eltern die Qual der Wahl, wenn es um den passenden Babynamen für ihr Kind geht. Viele mögen es individuell, aber nicht zu extravagant.

Statistik: Ranking der beliebtesten Vornamen für Mädchen in Deutschland im Jahr 2013 | Statista

Den Babynamen mit Bedacht wählen

Jeder Mensch ist durch Erfahrungswerte geprägt, das ist auch bei Namen nicht anders. Wer in der Schule Streit mit einer Vanessa hatte, wird seinem Baby diesen Namen nicht geben wollen. Doch solche Prägungen gehen noch viel weiter. Selbst wenn man niemanden unter einem bestimmten Namen kennt, assoziiert man mit jedem Namen gewisse Eigenschaften. Eine Studie der TU Chemnitz untersuchte  was wir mit Vornamen verbinden und fand heraus, dass der Mensch unbewusst Schlüsse über Menschen mit bestimmten Namen zieht, auch ohne diese zu kennen. So wird bei einer Elfriede meist davon ausgegangen, dass diese schon etwas älter ist, wohingegen man mit einer Julia eine junge Frau assoziiert. Eine Vornamensstudie der Universität Oldenburg kommt zu noch weitreichenderen Schlüssen: Demnach würde die Mehrheit der Lehrer schon anhand des Vornamens auf die Fähigkeiten und das Verhalten ihrer Schüler schließen. Namen wie Kevin und Chantal würden dabei automatisch den bildungsfernen Schichten zugeordnet, während Maximilian und Marie eine bürgerliche Herkunft mit guten Bildungsvoraussetzungen attestiert wird. Auch werden Maximilian und Marie als verhaltensunauffällig und freundlich charakterisiert, wohingegen Kevin und Chantal die Eigenschaften „frech” und „verhaltensauffällig” zugeschrieben wurden. Inzwischen ist Kevin, der immerhin Spitzenreiter bei den Babynamen vor 20 Jahren war, fast gänzlich aus den Namensregistern der Standesämter verschwunden.

Statistik: Ranking der beliebtesten Vornamen für Jungen in Deutschland im Jahr 2013 | Statista

Tipps zur Wahl des richtigen Babynamens

Ein Babyname für kleine Jungen und Mädchen, will gut überlegt sein, denn schließlich wird das Kind ihn sein ganzes Leben lang tragen. Wer bei der Namensfindung darauf achtet, dass der Name verständlich und gut auszusprechen ist, keinen Anlass für Sticheleien liefert und nicht negativ konnotiert ist durch bestimmte Figuren, Orte oder Handlungen, tut seinem Nachwuchs einen großen Gefallen. Werdenden Eltern, die sehr unsicher bei der Namenswahl sind, ist es zu empfehlen, sich ausführlich über die Bedeutung von Babynamen, ihre Herkunft oder eventuelle bekannte Anekdoten darüber zu informieren. Wenn es den Namen auch in anderen Sprachen gibt, gibt es vielleicht verschiedene Schreibweisen. Ungewöhnliche Namen sind interessant und bleiben im Gedächtnis, sind sie zu ungewöhnlich, können sie es Ihrem Kind eher schwer machen. Mehrere Namen bieten einem Kind die Möglichkeit zu variieren, sollte es seinen ersten Namen nicht mögen oder zu viele andere Kinder dieses Namens in der Klasse haben.

Auf der sicheren Seite ist, wer sich die Namenshitlisten verschiedener Jahre ansieht und sich für einen zeitlosen Namen entscheidet, der in allen auftaucht. Dann kann es allerdings passieren, dass Ihr Kind stets auf viele Namensvetter treffen wird. Wichtig ist zudem auch die Vereinbarkeit von Vor- und Nachnamen, denn ein exotischer Vorname in Kombination mit einem gängigen deutschen Nachnamen klingt meist recht unharmonisch. Auch sollten Namen vermieden werden, die sich aufeinander reimen. Generell passt ein längerer Vorname gut zu einem kurzen Nachnamen und umgekehrt. Auch kommt es vor, dass werdende Eltern einen unterschiedlichen kulturellen Hintergrund haben und beide einen Namen aus ihrem jeweiligen Kulturkreis geben wollen. Hier eignet sich die Wahl eines übergreifenden Namens wie Anna, der wohl in den meisten Ländern dieser Erde bekannt ist und auch ausgesprochen werden kann. Eine gute Methode, um sich gemeinsam einen Babynamen auszusuchen, ist es, wenn beide Partner eine Liste mit zehn Namen machen, die ihnen gefallen und diese anschließend auf Übereinstimmungen abgleichen. Eltern, die sich bis zur Geburt nicht auf einen Namen einigen können, müssen jetzt nicht in Panik verfallen, der Name kann bis einen Monat nach der Geburt beim zuständigen Standesamt registriert werden. So manche Eltern haben den passenden Namen für ihr Baby erst dann gefunden, als sie es das erste Mal in den Armen hielten. Sicherlich gehört viel mehr dazu, damit Ihr Kind im Leben glücklich wird, aber ein gut gewählter, passender Vorname ist schon mal ein guter Anfang.


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