Wenn Babys den Termin verpassen

Es tut sich nichts - Übertragung

Der lange erwartete Geburtstermin ist da - und es tut sich immer noch nichts. Das kommt häufig vor. Hier erfahren Sie, wann man von Übertragung spricht, wie die Gesundheit von Mutter und Baby dann überwacht wird und wann die Geburt eingeleitet werden muss.

von Verena Querner
  • Druck
  • Kommentare
  • Email
Paar schwanger er Kopf Bauch

Die meisten Babies kommen nach dem Termin

Neun lange Monate haben Sie auf diesen Termin gewartet, doch der errechnete Entbindungstermin verstreicht, ohne dass sich Ihr Baby auch nur mit einem kleinen Zwicken ankündigt. Übertragung ist kein Grund zur Sorge - die "normale" Geburt des Kindes kann bis zu zwei Wochen vor und zwei Wochen nach dem errechneten Termin stattfinden. Nach dem errechneten Geburtstermin allerdings wird die gesundheitliche Überwachung von Mutter und Kind in einem sehr engen Rahmen stattfinden. In der Regel wird der Arzt, die Hebamme oder schon das Personal der Entbindungseinrichtung alle zwei Tage eine Untersuchung vornehmen.

Wichtig bei der übertregung des Kindes ist vor allem die Beurteilung, inwieweit die Plazenta noch in der Lage ist, dieses ausreichend zu versorgen. Mit zunehmender Geburtsreife des Kindes fängt die Plazenta nämlich an, zu altern. Die Überwachung besteht in erster Linie aus der Überprüfung der Herzaktivität des Kindes und der Wehentätigkeit der Mutter mit dem CTG (Cardio-Toko-Graphie), sowie einer Untersuchung des Muttermunds. Ist ein CTG auffällig, wird eventuell eine spezielle Ultraschalluntersuchung (Dopplersonographie) angeordnet, bei der die Strömungen des Blutes farblich dargestellt und gemessen werden. So lässt sich eine mangelnde Durchblutung der kindlichen Gefäße oder der Gebärmuttergefäße feststellen. Um die Stoffwechselleistung der Plazenta beurteilen zu können, werden Blutanalysen vorgenommen.

Gegebenenfalls wird durch eine Amnioskopie (Fruchtwasserspiegelung) untersucht, ob das Kind noch mit allen lebensnotwendigen Stoffen versorgt wird. Arbeitet die Plazenta nicht mehr einwandfrei, färbt sich das Fruchtwasser gelb-grün. Der Fötus kann dann unter Sauerstoffmangel leiden.

Wächst das Kind in der Zeit nach dem errechneten Geburtstermin normal weiter, werden die Verantwortlichen erst nach 7 bis 14 Tagen mit Ihnen über die Einleitung der Geburt beraten. Stoppt die Entwicklung des Fötus oder gibt es Anzeichen für seine Unterversorgung, wird über eine künstliche Einleitung der Geburt oder eventuell auch einen Kaiserschnitt entschieden werden.

  • 1
  • 2
  • 3