Wenn es ernst wird
Die Geburtsphasen
Es geht los, die Wehen haben eingesetzt! Bald werden Sie Ihr Kind in den Armen halten! Hier erfahren Sie alles über die drei Geburtsphasen auf dem Weg dahin.
Eröffnungsphase
Das Baby ist der Boss. Es bestimmt in aller Regel selbst, wann es auf die Welt kommen will. Was die Geburt letztendlich auslöst, ist bis heute nicht endgültig geklärt. Was den Geburtsverlauf betrifft, so ist man übereingekommen, diesen in drei Phasen einzuteilen: die Eröffnungsphase, die Austreibungsphase und die Nachgeburtsphase. Was aber kennzeichnet die einzelnen Phasen?
Eröffnungsphase
Es geht nun also los. Die puren Kräfte der Wehen bewirken, dass die Gebärmutterwände den Gebärmutterhals (Zervix) nach oben ziehen. Normalerweise ist die Zervix ein dicker ca. zwei Zentimeter langer Kanal und durch den äußeren Muttermund verschlossen. Jetzt verkürzt er sich allmählich, bis er ganz verschwunden ist. Durch die Wehen öffnet sich der Muttermund nach und nach, bis er zehn Zentimeter weit ist. Hierbei ist aller Anfang schwer, denn allein die ersten drei Zentimeter nehmen die Hälfte der Zeit der gesamten Eröffnungsphase in Anspruch. Ab dem zweiten Kind können diese sogenannte "Ausstreichung" des Gebärmutterhalses und die Öffnung des Muttermundes fast gleichzeitig stattfinden, denn die Gebärmutter ist diesen Prozess von vorherigen Geburten schon gewohnt.
Der Kopf des Babys drückt nun ins Becken und die Gebärende verspürt vielleicht bereits das Verlangen, es herauszupressen. Wenn der Muttermund noch nicht vollständig geöffnet ist, muss dieses Verlangen jedoch noch ein wenig unterdrückt werden - gar nicht einfach. Die erlernten Atemübungen aus der Geburtsvorbereitung können hierbei helfen. Auch Schreien kann Erleichterung bringen!
Die Eröffnungsphase dauert bei Erstgebärenden normalerweise rund acht bis 14 Stunden - manchmal auch deutlich länger- , ab dem zweiten Kind kann sie sich auf zwei bis acht Stunden verringern. Wichtig ist, dass die werdende Mutter selbst bestimmen darf, was ihr am bequemsten ist. Einige Frauen gehen noch lange spazieren, andere wollen lieber baden, stehen, sitzen oder liegen. Grundsätzlich gilt: Jede Haltung, die guttut, darf eingenommen werden.
Ist der Gebärmutterhals "verstrichen" und der Muttermund vollständig geöffnet, ist der Weg frei für das Baby: Die Austreibungsphase kann beginnen.




