Entbindung

Die Entbindung – Wie hätten Sie es denn gern?

Neun Monate fiebern werdende Mütter auf einen einzigen Tag hin – den Geburtstag ihres Babys. Neun Monate, in denen die Freude immer größer wird, in denen man wegen einiger Schwangerschaftsbeschwerden aber vielleicht auch manch’ unangenehme Stunde erlebt hat. Die Schwangerschaft neigt sich dem Ende zu und es ist an der Zeit, sich Gedanken um die Art der Entbindung zu machen.

Neugeborenes Mamas Hand haltend iStock markgoddard
Foto: © iStockphoto.com/ markgoddard
Heutzutage haben Frauen eine ganze Reihe an Möglichkeiten, was die Art und den Ort der Entbindung betrifft. Um diese wichtige Entscheidung in Ruhe zu durchdenken, ist es sinnvoll, sich rechtzeitig über die verschiedenen Optionen zu informieren und das Für und Wider abzuwägen. Um Ihnen die Entscheidung ein wenig zu erleichtern, hat urbia die wichtigsten Fakten zu Entbindungsarten und -orten für Sie zusammengestellt.

 

Die verschiedenen Entbindungsarten

Wenn man Mütter und Großmütter fragt, wo sie ihre Kinder bekommen haben, erhält man in der Regel zwei Antworten: im Krankenhaus oder zu Hause. In beiden Fällen wurde die Entbindung damals üblicherweise in einem Bett durchgeführt. Diese Zeiten sind mittlerweile vorbei – heute steht Schwangeren eine ganze Vielfalt an  Geburtspositionen zur Auswahl. Hier sehen Sie die jeweiligen Vorteile auf einen Blick:

  • Entbindung im Stehen: Im Stehen ist der Druck der Gebärmuttermuskulatur stärker, die Wehen sind wirksamer und das Baby wird schneller vorangeschoben. Für Frauen, die sich für diese Position entscheiden, gibt es in vielen Kliniken große Seile oder Tücher, die den Schwangeren zur Stützung dienen und in die sie sich „einhängen“ können.
  • Entbindung auf dem Gebärstuhl: Auch die Geburt im Sitzen geht wegen der Schwerkraft schneller voran – die meisten Babys kommen so statt der üblichen fünf schon nach zwei Presswehen auf die Welt.
  • Wassergeburt: Das Baby im Wasser zur Welt zu bringen gehört mittlerweile zu den beliebtesten Entbindungsarten. Das Element ist dem Baby durch seinen bisherigen Aufenthalt im Fruchtwasser vertraut. Außerdem wirkt das warme Wasser entspannend auf die Muskulatur der Mutter und lindert ihren Wehenschmerz.
  • Entbindung im Vierfüßlerstand: Diese Position, die auch Knie-Ellenbogen-Lage genannt wird, entlastet den Rücken der Schwangeren von dem Gewicht des Babys. Auch die Wehen lassen sich so gut veratmen.

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Wo kann ich entbinden?

Bei einer unkomplizierten Schwangerschaft kann sich die Schwangere frei entscheiden, ob sie die Entbindung zu Hause, im Geburtshaus oder in der Klinik durchführen will: Steht bei den persönlichen Prioritäten eine vertraute und ruhige Umgebung an erster Stelle oder ist professionelle Unterstützung bei allen möglichen Verläufen wichtiger? Im Falle einer Risikoschwangerschaft findet die Entbindung in der Regel immer in der Klinik statt, um die bestmögliche medizinische Versorgung zu gewährleisten.

98 Prozent aller Schwangeren in Deutschland entscheiden sich für die Entbindung in der Klinik. Die medizinische Versorgung in ihrer unmittelbaren Nähe gibt ihnen ein Gefühl der Sicherheit. Der Beigeschmack der Fließbandabfertigung ist heute kaum mehr gerechtfertigt, denn die meisten Kliniken bieten alternative Entbindungsarten wie die Wassergeburt an und legen Wert auf eine angenehme Atmosphäre. Zudem besteht oft die Möglichkeit,  ambulant zu entbinden – dabei kann die Mutter, sofern es keine Komplikationen gegeben hat und eine Hebamme für ihre Versorgung da ist, schon einige Stunden nach der Geburt die Klinik verlassen.

Früher war die  Entbindung zu Hause selbstverständlich, heute kommen nur etwas mehr als ein Prozent der Kinder bei einer Hausgeburt zur Welt. Der große Vorteil ist die Geborgenheit, die die vertraute Umgebung den Frauen gibt. Allerdings haben viele die Befürchtung, im Falle von Komplikationen während der Geburt medizinisch nicht ausreichend versorgt zu sein. Voraussetzung für die Entbindung in den eigenen vier Wänden ist die Betreuung durch eine erfahrene Hebamme, außerdem darf wie erwähnt keine Risikoschwangerschaft vorliegen.

Die  Entbindung im Geburtshaus ist die ideale Kombination aus Klinik- und Hausgeburt: Hier herrscht eine familiäre Atmosphäre, doch auch für eine medizinische Notfallversorgung ist gesorgt und die Zusammenarbeit mit den umliegenden Krankenhäusern bietet Sicherheit für den Ernstfall. Geburtshäuser werden ausschließlich von Hebammen betreut – sie legen den Fokus auf traditionelle Geburtsmethoden, greifen dabei auf eine alternative  Schmerzlinderung zurück und verzichten beispielsweise völlig auf PDA. Eine Risikoschwangerschaft sollte also nicht vorliegen. Leider gibt es nicht in allen Regionen Deutschlands ausreichend viele Geburtshäuser.

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Medizinische Sonderfälle bei der Entbindung

Zwar kommen die meisten Babys in Deutschland auf natürlichem Wege zur Welt, jedoch treten gelegentlich Ausnahmesituationen auf, die ein Eingreifen seitens des Arztes oder der Hebamme erfordern. Der klassische Fall ist die Entbindung per  Kaiserschnitt – etwa 30 Prozent der Babys in Deutschland kommen so zur Welt. Hat das Baby zum Beispiel eine ungünstige Lage oder ein zu niedriges Gewicht, leiden Mutter oder Kind an einer schweren Erkrankung, handelt es sich um eine Frühgeburt oder stehen Kindsgröße und Beckenform in einem ungünstigen Verhältnis, dann wird das Kind in der Regel in der  38. SSW durch einen geplanten Kaiserschnitt zur Welt gebracht. Bei unvorhergesehenen Komplikationen kann aber auch während der Entbindung ein Notkaiserschnitt notwendig werden.

Es gibt noch zwei weitere Formen der Entbindung, bei denen die Ärzte unterstützend eingreifen: Bei etwa acht Prozent der Geburten werden die Babys per Saugglocke oder Zange aus dem Geburtskanal gezogen. Es handelt sich dabei um vaginal-operative Entbindungsmethoden, die nötig sind, wenn der Geburtsvorgang ins Stocken gerät. Die Saugglocke wird häufiger als die Zange verwendet, da für die Zange ein Dammschnitt und eine Betäubung nötig sind.

Sind Zange und Saugglocke heute noch üblich?


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