Überlebenschancen immer besser
Früh geboren
Als früh geboren gilt ein Kind, das vor der 36. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommt, was bei fünf bis sieben Prozent aller Neugeborenen in Deutschland der Fall ist. Lesen Sie hier, was mit Frühchen anders ist.
Überlebenschancen für Frühgeborene werden immer besser
Als Laura Kiermann* aus der Narkose aufwachte, war ihr Kind weg. Es war in der 32. Woche auf die Welt gekommen und wurde nun in einer anderen Klinik intensivmedizinisch betreut. Sie selbst musste sich erst von den Folgen des Kaiserschnitts erholen, bevor sie den kleinen Max zwei Tage nach der Geburt das erste Mal sehen konnte.
Statt sanftem Ins-Leben-Kommen und Geborgenheit in den Armen der Eltern gleicht die Geburt vieler Frühgeborener mehr einer Operation. Getrennt von seiner Mutter liegt das Kind danach in einem Inkubator und oft bangen die Eltern um sein Leben. Als früh geboren gilt ein Kind, das vor der 36. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommt, was bei rund fünf bis sieben Prozent aller Neugeborenen in Deutschland der Fall ist. Dabei entwickelt sich dieser Bereich der Medizin rasant: Konnten vor wenigen Jahren gerade noch Babys, die in der 25. Schwangerschaftswoche zur Welt kamen, gerettet werden, haben heute schon in der 23. Woche geborene "Frühchen" Überlebenschancen.
Bei jedem zweiten Fall ist die Ursache unklar
Längst nicht immer lässt sich die genaue Ursache für eine Frühgeburt ermitteln. Gründe für eine Frühgeburt bestehen in vorzeitigen Wehen, Infektionen, einem schon weit geöffneten Muttermund, Diabetes, einer mangelnden Versorgung des Kindes durch die Plazenta und anderen Gründen. In den meisten Fällen muss das Kind operativ durch einen Kaiserschnitt "geholt" werden. Da fast alle Frühgeborenen ihre Körpertemperatur noch nicht halten können, werden sie medizinisch versorgt und in den Inkubator als Gebärmutterersatz gelegt. Bei vielen von ihnen sind die Lungen noch unreif und sie müssen beatmet werden.
Da die Kinder meist noch nicht saugen können, werden sie über eine Magensonde ernährt. Auch Kreislaufprobleme gehören zu den Schwierigkeiten, mit denen sehr junge Neugeborene kämpfen müssen. Wenn das Kind viele Wochen vor dem eigentlichen Geburtstermin auf die Welt kommt, besteht zudem das Risiko einer Gehirnblutung. Dann, und wenn das Neugeborene noch sehr unreif ist, besteht auch die Gefahr einer geistigen Behinderung. Beruhigend ist aber, dass sich die meisten frühkindlichen Schäden bei guter Betreuung und systematischer Frühförderung bis zum 14. Lebensjahr auswachsen.

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