Na, sowas!

Gute Geburt auch ohne Mann?

"Väter mit in den Kreißsaal!" heißt doch allerorten die Devise und jetzt das: Mütter aus Cottbus fanden die Anwesenheit ihrer Männer bei der Geburt nicht besonders wichtig!

Autor: Petra Fleckenstein
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Schwangere Kreisssaal
Foto: © iStockphoto.com/ jenjen42

Seit Jahren predigen Leiter und Leiterinnen von Geburtskliniken, GynäkologInnen, Hebammen und nicht zuletzt Mütter einstimmig: Väter sind wichtig – und das nicht nur wegen ihres Geldbeutels, sondern weil ihr Kind mehr von ihnen braucht: Zuwendung, väterliche Autorität, toben, die Welt erklären. Mit dem Erzeugen ist es längst nicht mehr getan. In Geburtsvorbereitungskursen gehören Väter endlich dazu und im Kreißsaal ernten sie keine schiefen Blicke mehr. Im Gegenteil - sie dürfen sich wichtig fühlen, sie haben bedeutende Aufgaben, massieren, stützen und beruhigen die Gebärenden.

Und jetzt das! Beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe in Düsseldorf stellten die Frauenärzte des Carl-Thiem-Klinikums Cottbus das Ergebnis einer Patientinnen-Umfrage vor, welche besagt: "Die Anwesenheit des Partners bei der Geburt hat keinen signifikanten Einfluss auf das Geburtserleben." Wie bitte? Schweiß wischen, Rücken massieren, der werdenden Mutter bei Bedarf das Fenster öffnen, Mitatmen - alles für die Katz? Wer um Himmels Willen kann so etwas behaupten?

Genau genommen waren es 315 Frauen, alle in den Jahren 1997 bis 1999 in besagter Klinik zwecks Geburt niedergekommen und im Nachhinein nach den Faktoren befragt, die für ihre Geburt und deren Einschätzung wichtig waren. Und da – man höre und staune – zählten in erster Linie die Hebamme, der Geburtsmodus, die Dauer von Wehen und Pressperiode, sowie die Gesundheit des Kindes. Aber die Anwesenheit des Vaters? Fehlanzeige, unwichtig! Nun fragt sich die moderne Frau im übrigen Deutschland natürlich: Haben die Cottbusser Väter etwa keinen Hechelkurs besucht und ihren Frauen mangels Einfühlung nur wenig hilfreich zur Seite gestanden? Drücken sie sich gar ganz vor dem Dienst im Kreißsaal und wurden daher auch bei der Befragung von ihren Frauen einfach vergessen oder hat in Cottbus vielleicht schon die post-postemanzipatorische Epoche begonnen und Frauen nehmen das Geburtsgeschehen wie einst im Mittelalter komplett selbst in die Hand? Man wird ja mal fragen dürfen...

 

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