Hebammen gegen zu viel Technikeinsatz
Immer weniger normale Geburten
Ist die normale Geburt vom Aussterben bedroht? Der Bund Deutscher Hebammen macht darauf aufmerksam, dass nur noch sieben Prozent aller Geburten ohne medizinisch-technische Eingriffe auskommen.
Nur noch sieben Prozent der Geburten ohne Eingriffe
Resolution zum Schutz der normalen Geburt
Die normale Geburt ist in Gefahr. Mit dieser Warnung ist der Bund Deutscher Hebammen an die Öffentlichkeit getreten. Auf einer Tagung haben die Vertreterinnen von 15.000 Hebammen eine Resolution zum Schutz der normalen Geburt verabschiedet. Hintergrund des Aufrufs sind Forschungsergebnisse, nach denen nur noch sieben Prozent aller Geburten ohne technische oder medizinische Eingriffe auskommen. Dabei zielt die Kritik der Geburtshelferinnen nicht grundsätzlich auf den Einsatz derartiger Hilfsmittel, wenn sie sinnvoll und notwendig sind. Das Problem, so Dr. Edith Wolber, Pressesprecherin beim Bund Deutscher Hebammen, bestehe darin, dass auch eine unkompliziert und normal verlaufende Schwangerschaft und Geburt in den Krankenhäusern mit dem gleichen Aufwand wie eine Risikogeburt betreut werde und so Mittel zum Einsatz kämen, die erstens nicht nötig wären und zweitens durch ihre Nebenwirkungen selbst wiederum Probleme verursachten.
Dieses Problem hat unter anderen auch Dr. Susanna Jonas vom Österreichischen Institut zur Technikfolgenabschätzung formuliert. In einem Artikel zum Thema Geburt heißt es: "Problematisch erscheint die routinemäßige Versorgung von 'low risk'-Gebärenden (low risk=niedriges Risiko) nach einem Standard-Vorgehen, konzipiert für Risikogebärende, das zu unnötigen Interventionen mit dazugehörigen Komplikationen führen kann."







