Das starke Geschlecht

Männer im Kreißsaal

Im Kreißsaal sind sie willkommen, ohne sie läuft heute kaum noch eine Geburt: die Väter. Doch was ist, wenn sie vor diesem Erlebnis Angst haben?

Autor: Ute Laß
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"Vater werden ist nicht schwer ...!?"

Männer Geburt Kreißsaal Teaser
Foto: © fotolia.com/ ssnegireva

Nun gut, es gab schon einige Monate Zeit, sich darauf einzustellen, endlich das eigene Kind im Arm zu halten, das mit der Partnerin gezeugt wurde, das sie so lange ganz für sich allein hatte und in sich "bebrütet" hat! Und dennoch bekommt so manch einer Beklemmungen, wenn er an den Geburtsvorgang denkt, denn: Jetzt wird´s ernst!

Der eigene Vater noch hat seinerzeit die "wehende" Mama an der Kreißsaaltür abgegeben und sie der mehr oder weniger einfühlsamen professionellen Geburtsbegleitung durch Arzt und Hebamme überlassen. Aufgeregt Krankenhausflure auf- und ablaufend, nicht wissend wohin mit den eigenen Ängsten um Frau und Kind, zu Hilflosigkeit und Untätigkeit verurteilt, weil es damals nicht üblich war, den Vater in die Geburt einzubeziehen. Das Kinderkriegen galt als Frauensache und war selbst für die werdenden Mütter weitgehend ein Vorgang, von dem sie kaum wussten, was sie erwartet, da das Klinikpersonal den "Programmablauf" weitgehend bestimmte.

Heute dagegen scheint es schon eine Rechtfertigung zu erfordern, wenn ein Mann sich entschließt, die Geburt des eigenen Kindes außerhalb des Kreißsaals zu erleben. Die moderne Geburtshilfe hat meist durchweg positive Erfahrung nachweisen können, wenn der Vater bei der Geburt anwesend ist, und so ist es nicht verwunderlich, dass die Männer inzwischen allerorten im Kreißsaal willkommen sind. Die Anwesenheit einer vertrauten Person kann der Frau Unterstützung und das Gefühl von Sicherheit geben, so dass unter Umständen sowohl weniger schmerzlindernde Maßnahmen erforderlich sind und sogar die durchschnittliche Dauer der Geburten nachweislich abgenommen hat.

"Ich lass Dich nicht allein!"

Für die Partnerschaft kann es ein einzigartig verbindendes Erlebnis sein, auch die Geburt eines Kindes gemeinsam zu erleben und durch zustehen. Dazu ist es sinnvoll auch gemeinsam an einer Geburtsvorbereitung teilzunehmen. Es gibt unterschiedliche Methoden, wie Männer ihre Frauen unter der Geburt unterstützen können: Das kann die einfache Anwesenheit sein und das Signal: "Ich lass Dich nicht allein!" durch das Halten der Hand. Ebenso kann es helfen, die Atmung zu beobachten und durch lautes Voratmen die Frau erinnern, wie sie sich in den Wehen entspannen kann. Auch die hilfreichen Gesten sind wertvoll: das Nachfüllen des warmen Wassers im Wannenbad, das Reichen eines Getränkes, das Kühlen der Stirn und nicht zuletzt die Massage des Rückens gegen den Wehenschmerz und der Halt bei den Presswehen. Die Frau wird es schätzen, wenn jemand sie immer wieder anfeuert oder beruhigt, ihr das Vertrauen ausspricht, dass sie ihre Sache gut macht und dabei auf ihren Köper vertrauen kann.

Tipps für Väter im Kreißsaal

Papas erste Kontakte mit dem Baby

Ist das Kind erst auf der Welt, kann Papa sogar richtig aktiv Hand anlegen: In der Regel darf er die Nabelschnur durchtrennen, sein Kind baden und wickeln und damit den ersten Kontakt aufnehmen, der ihm seine neue Rolle ganz eindringlich bewusst machen wird.
Von Hilflosigkeit und Untätigkeit des Vaters kann also eigentlich nicht mehr die Rede sein - auch seine Anwesenheit kann bedeutsam sein, auch er kann konkrete Aufgaben wahrnehmen, die mit der Ankunft des gemeinsamen Kindes verbunden sind.

Wenn der werdende Vater Angst hat

Wenn aber ein Mann sich dem nicht gewachsen fühlt, sei die Frage erlaubt, ob es wirklich nur die Befürchtung einer Ohnmacht beim Anblick von Blut ist, oder welchen Zusammenhang diese Zurückhaltung, ja dieser Rückzug mit dem zu tun hat, wofür die Geburt steht: Für Veränderung der Partnerschaft und des alltäglichen Lebens, mit Verantwortung für Familie sowie Pflege und Erziehung eines Kindes - kurz gesagt, ob es die Angst ist vor der neuen Rolle als Vater, die ihn von diesem einzigartigen Erlebnis abhält.

Womöglich möchte ja auch die Frau lieber ihre Mutter oder eine Freundin an ihrer Seite haben. Die Entscheidung, wer die werdende Mama bei der Geburt begleitet, sollte jedenfalls gemeinsam bedacht und besprochen werden und akzeptabel sein für die beiden, die es vornehmlich angeht: das Elternpaar. Vielleicht lässt sich ja auch ein Kompromiss finden: Der Vater verlässt zwischendurch den Geburtsraum, um selbst mal Luft zu schnappen oder falls ihm schwummerig wird. Oder er kommt erst nach der Geburt in den Kreißsaal, um sich des Kindes anzunehmen und sich dem zu stellen, was jetzt endgültig ist: "Vater werden ist nicht schwer ...Vater sein dagegen sehr!"

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