Geburt aus Beckenendlage

Steißlage: Wenn das Baby sitzen bleibt

Zur Geburt ist es am besten, wenn das Baby mit dem Kopf nach unten liegt. Fünf Prozent der Babys bleiben jedoch im Mutterleib einfach sitzen.

von Petra Fleckenstein
Schwangere Ultraschalluntersuchung

Fünf Prozent der Schwangerschaften sind Steißlagen

Als würden sie es ahnen, dass es bald nach draußen geht: Kurz vor dem Geburtstermin drehen sich die meisten Babys mit dem Kopf nach unten - die günstigste Position für eine Entbindung. Meist geschieht das bis zur 32. Schwangerschaftswoche. Dann steht einem natürlichen Start ins Leben nichts mehr im Wege. Bei fünf Prozent aller Schwangerschaften aber bleibt das Baby einfach sitzen - die Medizin spricht von Beckenendlage. In zahlreichen Entbindungskliniken ist es üblich, in diesem Fall grundsätzlich zum Kaiserschnitt zu raten. In unserem Infokasten finden Sie Links auf Kliniken in Deutschland, die Erfahrung mit der natürlichen Geburt bei Beckenendlage haben.

Was ist an einer Steißlagen-Geburt riskant?

Der Kopf ist in der Regel der größte Körperteil des Ungeborenen und am besten geeignet, den Geburtskanal aufzudehnen. Bei einer Geburt aus der Beckenendlage werden zunächst Steiß, Beine, Bauch und der Oberköper mit den Armen geboren. Dann kommt der kritische Augenblick, da der Kopf noch in der Gebärmutter ist und die Nabelschnur abgedrückt wird. Geht es an dieser Stelle nicht vorwärts, wird das Baby nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Den Geburtshelfern steht in diesem Fall eine Reihe von Spezialgriffen zur Verfügung, um dem Kopf den Ausgang zu erleichtern und ihn zu "entwickeln", wie es im Fachchargon heißt. Bei Steißlagen-Entbindungen steht zur Sicherheit stets ein komplettes OP-Team vor der Tür des Kreißsaals bereit. Bleibt das Baby stecken - trotz der Versuche, den Kopf durch Ziehen oder Drehen durch den Geburtskanal zu leiten - wird die Mutter in eine Vollnarkose versetzt, um das Kind bei optimaler Entspannung der Mutter aus dieser kritischen Lage zu befreien.