Frauenärzte warnen

Niedriger Blutdruck in der Schwangerschaft

Niedriger Blutdruck gilt zwar als unangenehm, aber nicht als gefährlich. Während der Schwangerschaft ist niedriger Blutdruck jedoch leider nicht ganz so harmlos.

von Maria-E. Lange-Ernst
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Arzt misst Frau Blutdruck
Foto: © iStockphoto.com, webphotographeer

Vor allem junge schlanke Frauen betroffen

Rund 2,5 Millionen leiden in Deutschland an niedrigem Blutdruck (Hypotonie). Während vom Risikofaktor hoher Blutdruck (Hypertonie) allerorten gesprochen wird, wird niedriger Blutdruck zwar als unangenehm, aber als ungefährlich angesehen. Der Volksmund sagt: "Mit niedrigem Blutdruck lebt es sich schlecht, mit hohem Blutdruck stirbt es sich gut!" Für eine Personengruppe ist niedriger Blutdruck jedoch ein Risikofaktor: Die Schwangeren!

Niedriger Blutdruck wird oft als eine Art Lebensversicherung bewertet und tatsächlich bestehen dabei gewisse Vorteile. Es handelt sich um eine höhere Lebenserwartung, da das Gefäßsystem weniger strapaziert wird und damit eine geringere Anfälligkeit für Herzinfarkt, Schlaganfälle und Gehirnblutungen besteht. Von Hypotonie spricht man bei Blutdruckwerten unter 95/65 mm/Hg Millimeter-Quecksilbersäule. Betroffen sind insbesondere schlanke, zierliche Personen, vor allem Frauen, aber auch Jugendliche und ältere Menschen. Viele verspüren allerdings keine erkennbaren Beschwerden. Ist der Blutdruck zu niedrig, kann es zu einer ungenügenden Blut- und damit Sauerstoffversorgung von Herz, Gehirn und allen anderen Organen kommen.

Beschwerden, die auf eine Hypotonie hinweisen

Charakteristisch sind Leistungsabfall und Müdigkeit, Antriebsschwäche und Reizbarkeit, Herzklopfen und Angstgefühle, vor allem bei raschem Lagewechsel nach dem Aufstehen, Schwindel und Flimmern vor den Augen. Durchblutungsstörungen zeigen sich durch kalte Hände und Füße, Hautblässe, Gähnzwang, unklare Bauchbeschwerden, Hyperventilation (gesteigerte Lungenbelüftung) sowie eine Beeinträchtigung der Atmung.

Ursachen von niedrigem Blutdruck

Am häufigsten ist die so genannte "essentielle Hypotonie". Sie tritt besonders bei jungen schlanken Frauen auf. Meistens liegt in der Familie eine entsprechende Veranlagung vor. Begünstigende Faktoren sind Bewegungsarmut und bedrückender Stress. Im Rahmen von Erkrankungen des Herzens, des Nerven- oder des Hormonsystems kann es zu niedrigen Blutdruckwerten kommen. Weitere Auslöser sind: Starker Blutverlust, Flüssigkeitsmangel, Schwangerschaft sowie Infektionen. Auch die Einnahme blutdrucksenkender, harntreibender sowie beruhigender Medikamente kann zu einem Abfall des Blutdrucks führen. In den meisten Fällen ist jedoch die Ursache für einen dauerhaft erniedrigten Blutdruck unbekannt. Unter einem niedrigen Blutdruck mit Krankheitswert versteht man die Unfähigkeit des Kreislaufs, Blutdruck und Herzminutenvolumen (HMV) nach einer Lageänderung vom Liegen zum Stehen im Regelbereich zu halten.

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