Risikoschwangerschaft

Risikoschwangerschaft – Ursachen und Maßnahmen

Eine schwangere Frau, der nach ihrer ersten Untersuchung mitgeteilt wird, ihre Schwangerschaft sei eine Risikoschwangerschaft, wird vermutlich zunächst einmal erschrecken. Sollten auch Sie zu dieser Gruppe gehören, machen Sie sich jedoch nicht zu viele Sorgen, heutzutage wird ein Großteil der Schwangeren als „Risikoschwangere“ eingestuft. Dennoch kommen 95 Prozent der Babys in Deutschland gesund zur Welt. Gründe für die Diagnose Risikoschwangerschaft können das Alter der Frau, Komplikationen in vorangegangenen Schwangerschaften oder auch chronische Erkrankungen sein.

Ultraschall bei Schwangerer
Foto: © PantherMedia / Alexander Raths
Bei einer Risikoschwangerschaft ist die Möglichkeit, dass es zu Komplikationen bei der werdenden Mutter oder dem ungeborenen Kind kommt, höher als bei einer normalen Schwangerschaft. Die Einstufung wird jedoch zunächst nur als Vorsichtsmaßnahme vorgenommen, die Betreuung durch Ärzte und Hebammen ist in einem solchen Fall intensiver. Bei der Vorsorgeuntersuchung befragt der Arzt die Schwangere nach Erkrankungen oder anderen Risikofaktoren, die in einer Schwangerschaft zu Komplikationen führen können. All dies wird im Mutterpass vermerkt. Wenn eine Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft eingestuft wird, dann werden einige Behandlungen von der Krankenkasse übernommen, die bei einer normalen Schwangerschaft nicht vorgesehen sind. Risiken aufgrund des Alters der schwangeren Frau werden anders bewertet als Risiken aufgrund bestehender Erkrankungen.

Risikoschwangerschaft aufgrund des Alters der Schwangeren

Je nachdem, wie alt eine Frau zum Zeitpunkt der Schwangerschaft ist und ob es sich dabei um ihre erste Schwangerschaft handelt, kann die Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft eingestuft werden. Bei Schwangeren unter 18 Jahren besteht ein erhöhtes Risiko für Durchblutungsstörungen der Gebärmutter und Mangelversorgung des Fötus. Ebenso treten verfrühte Wehen bei sehr jungen Schwangeren häufiger auf, die Zahl der  Frühgeburten ist generell höher als bei älteren Schwangeren. Auch eine  Präeklampsie kommt häufiger bei jüngeren Frauen in der Schwangerschaft vor. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, die sich ausschließlich während Schwangerschaften entwickelt. Zu den Symptomen gehören erhöhter Blutdruck, verstärkte Eiweißausscheidung über den Urin sowie Wassereinlagerungen. Bei Frauen über 35 Jahren ist das Risiko einer  Fehlgeburt in der Regel höher als bei jüngeren Frauen. Je älter eine schwangere Frau ist, desto mehr steigt das Risiko, dass das Kind mit einer Chromosomenstörung wie dem Down-Syndrom auf die Welt kommt. Grundsätzlich ist das Risiko für Komplikationen während einer Schwangerschaft für gesunde Frauen im Alter zwischen 20 Jahren und 29 Jahren am niedrigsten.

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Plötzlich auftretende Komplikationen während der Schwangerschaft

Einige Komplikationen können während einer Schwangerschaft unvermittelt auftreten, ohne dass dies zuvor erkennbar gewesen wäre. Eine Schwangerschaft wird dann zur Risikoschwangerschaft. Zu solchen Komplikationen zählen Schwangerschaftsdiabetes, Gestose, Gebärmutterblutungen, ein zu großes oder zu kleines Baby, verfrühte Wehen oder eine Schwäche des Muttermundes. Auch wenn während der Untersuchung festgestellt wird, dass es eine Zwillings- oder Mehrlingsgeburt wird, wird die Schwangerschaft fortan als Risikoschwangerschaft eingestuft. Hier soll eine verstärkte Überwachung vor allem sicherstellen, dass sich alle Kinder gut entwickeln. Auch bei einer möglichen Rhesusunverträglichkeit (Mutter Rhesus-negativ), wenn also die Gefahr besteht, dass die Mutter beim Blutaustausch zwischen mütterlichem und kindlichem Blut (z.B. bei der Amniozentese oder bei der Geburt) Antikörper entwickelt, wird die Schwangerschaft zur Risikoschwangerschaft. Dies kann erst bei einer zweiten Schwangerschaft auftreten. Mit einem Antikörper-Suchtest lässt sich bereits zu einem frühen Zeitpunkt der Schwangerschaft feststellen, ob eine Rhesusunverträglichkeit vorliegt.

Risikoschwangerschaft durch Krankheit

Bestimmte Krankheiten können während einer Schwangerschaft zu Komplikationen führen. Bei vielen  chronischen Erkrankungen wie Diabetes Mellitus oder der chronischen Entzündung des Darms, Morbus Crohn, ist eine verstärkte ärztliche Beobachtung erforderlich. Frauen mit Adipositas sollten abnehmen, bevor sie schwanger werden wollen, denn eine Schwangerschaft verläuft bei übergewichtigen Frauen oftmals problematischer als bei normalgewichtigen Frauen. Auch kann sich das Übergewicht der werdenden Mutter negativ auf das Baby auswirken, denn es kann später selbst zu Übergewicht neigen. Während der Schwangerschaft sollte eine Frau allerdings keine strikte Diät machen, sondern vielmehr auf eine  gesunde, ausgewogene Ernährung achten.

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Erbkrankheiten aus der Familie der werdenden Mutter oder des Vaters können möglicherweise auf die Nachkommen übertragen werden – sprechen Sie mit Ihrem Frauenarzt über die Krankheit, manchmal ist die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung sehr gering. Leidet die Frau während der Schwangerschaft unter einer Infektion Hepatitis B oder HIV, muss die Medikation meistens umgestellt werden. Bei einer Infektion werden unter Umständen auch Maßnahmen wie ein Kaiserschnitt oder eine vorzeitige Einleitung der Geburt zum Schutz von Mutter und Kind notwendig. Über psychische Erkrankungen der Schwangeren sollte der Gynäkologe informiert werden, um ihr die optimale Betreuung während der Schwangerschaft zukommen zu lassen.

Komplikationen bei vorangegangenen Schwangerschaften

Wenn bei einer Frau während vorangegangenen Schwangerschaften Komplikationen aufgetreten sind, können sich diese in einer weiteren Schwangerschaft erneut zeigen. Zu solchen Komplikationen gehören ein Kaiserschnitt, Probleme mit der Nachgeburt, eine vorzeitige Ablösung der Plazenta, Gerinnungsstörungen oder auch eine Embolie. Ein wiederkehrendes Risiko birgt auch das Auftreten von Chromosomenanomalien bei vorangegangenen Schwangerschaften. Bei einer erneuten Schwangerschaft wird in diesem Fall vermutlich eine  Chorionzottenbiopsie oder eine Fruchtwasseruntersuchung durchgeführt. Bei vorangegangenen Früh- und Fehlgeburten sollte nach den Ursachen geforscht werden. Meist liegt der Grund dafür bei unerkannt gebliebenen Infektionen. Die Ursache für ein hohes Geburtsgewicht bei einer vorherigen Schwangerschaft kann in einer Schwangerschaftsdiabetes liegen. In so einem Fall wird die betreffende Frau bei nachfolgenden Schwangerschaften darauf getestet. Bei Frauen, die bereits mehr als vier Kinder zur Welt gebracht haben, besteht ein erhöhtes Risiko für Gendefekte sowie für eine Plazentainsuffizienz.

Risikoschwangerschaft – Kein Grund zum Verzweifeln

Um eine Risikoschwangerschaft festzustellen, gibt es keinen Test, dies geht nur durch eine gründliche Befragung und Untersuchung der Schwangeren. Der Fragenkatalog ist lang und die Gründe für die Einstufung in eine solche Schwangerschaft sind vielfältig. Diese Einstufung bedeutet keineswegs, dass auch tatsächlich Komplikationen auftreten. Bei Erkrankungen oder einer Suchtkrankheit erfolgt meist eine engmaschige ärztliche Untersuchung, bei der sich Gynäkologe, Internist und Hebamme untereinander abstimmen. Bei einer normalen Schwangerschaft sind  drei Ultraschalluntersuchungen vorgesehen, bei einer Risikoschwangerschaft können mehr notwendig sein. Je nach Ursache für die Risikoschwangerschaft übernimmt die gesetzliche Krankenkasse zusätzliche Untersuchungen.

Was hat der Vermerk "Risikoschwangerschaft" zu bedeuten?


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