Hörerlebnis im Mutterbauch

Musik während der Schwangerschaft

Nehmen Babys im Mutterleib bereits Musik wahr? Und falls sie es tun, welche Art von Musik mögen sie, was tut ihnen gut? Diese Fragen beschäftigen sogar zahlreiche Wissenschaftler. urbia hat das Hör-Erlebnis deshalb untersucht.

von Petra Fleckenstein
Schwangerenbauch Kopfhoerer
Foto: © iStockphoto.com/ zhudifeng

Wenn Babys im Bauch tanzen

Welche werdende Mutter kennt das nicht? Sie lauscht entspannt und genussvoll einem Konzert und ihr Baby im Bauch scheint zu tanzen. Oder sie besucht ein Rockkonzert und das Baby tobt – manchmal so wild, dass es der Schwangeren sogar unangenehm wird. Nehmen Babys im Mutterleib bereits Musik wahr? Und falls sie es tun, welche Musik mögen sie, was tut ihnen gut? Fragen, die zahlreiche Wissenschaftler umtreiben und die uns zurück führen an die Anfänge unseres Seins.

Das Ohr – Tor zur Welt

Schon mit etwa vier Monaten ist das Ohr des Fötus vollständig ausgebildet. Und die erste Sinfonie, die ein Baby zu hören bekommt, ist die Mutterleibsmusik: Der Herzschlag der Mutter, die Geräusche ihrer Eingeweide und natürlich ihre Stimme. Wie die mütterliche Stimme dringen auch andere Töne von außen in die intrauterine Welt und werden gehört: Das Ohr stellt für das Baby die erste Brücke in die Außenwelt dar.

Hör-Nahrung

Die Mutter zu hören und in ihrer Mutterleibsmusik gewiegt zu werden, ist für das Baby mehr als nur Genuss. Das zeigt sich besonders bei Versuchen mit Frühgeborenen. Im Brutkasten fehlt die akustische Nahrung, und es hat sich gezeigt, dass sich Babys besser entwickeln, wenn sie auch weiterhin regelmäßig die mütterliche und väterliche Stimme hören. In manchen Kliniken werden dazu bei Abwesenheit der Mutter auch Aufnahmen ihrer Stimme in den Brutkasten geleitet.

Es ist völlig gleichgültig, was die Mutter ihrem Kind erzählt, summt oder singt. Die Klangfarbe, nicht der Inhalt ihrer Worte, ist es, die das ungeborene Kind quasi umarmt. Dieser intensive Eindruck bleibt das ganze Leben lang. Der französische Mediziner Alfred Tomatis sagt in seinem berühmten Buch "Der Klang des Lebens": Den unverwechselbaren Sprachrhythmus und Klang der Mutter "erkennt das Kind nach der Geburt wieder, findet ihn unter allen anderen heraus und sucht ihn sein Leben lang."