Gesundheitsrisiko für das Kind

Renovieren in der Schwangerschaft

Der "Nestbautrieb" befällt die meisten werdenden Eltern. Vor der Ankunft des Babys wird gestrichen und tapeziert, was das Zeug hält. Nicht gerade gesund für den Fötus, so das Ergebnis einer Studie.

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'Nestbau' kann schaden

Frau renoviert
Foto: © panthermedia.net/ Nina Hoff

Wird in der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt eines Kindes renoviert, so kann das in den ersten Lebensmonaten zu Reizungen der Atemwege bis hin zu Atemwegserkrankungen führen. Es wurde jedoch auch nachgewiesen, dass zudem das Immunsystem der Kinder - auch schon im Mutterleib - durch Renovierungsaktivitäten so beeinflusst wird, dass sie anfälliger im Hinblick auf Infektionskrankheiten und Allergien sind.

Ein neuer Erdenbürger kündigt sich an. Die Freude ist groß und je näher der Geburtstermin rückt, um so mehr Vorbereitungen werden getroffen. Das Zimmer, in das der Nachwuchs einziehen soll, wird noch einmal frisch gestrichen oder tapeziert, ein neuer Teppich wird verlegt, neue Möbel werden gekauft. Alles soll hell und freundlich aussehen, damit sich der Nachwuchs vom ersten Tag an so wohl wie möglich fühlt. Das ist gut gemeint - aber ist es wirklich von Vorteil für das neugeborene Kind? Wissenschaftler sagen nein, denn jede Renovierung ist mit Ausdünstungen aus Anstrichen, Klebstoffen, Teppichen und neuen Möbeln verbunden und damit einer erhöhten Chemikalienkonzentration in der Innenraumluft.

Nachweis, dass Renovierung auf den Fötus wirkt

Leipziger Forscher haben einen medizinischen Hinweis dafür gefunden, dass Renovierungstätigkeiten während der Schwangerschaft die Entwicklung des Kindes im Mutterleib beeinflussen können. In ihrer Studie konnten die Forscher zeigen, dass Neugeborene, deren Eltern in der Schwangerschaft renoviert haben, in ihrem Immunsystem funktionelle Veränderungen aufweisen. Diese betreffen insbesondere die T-Lymphozyten. Das sind Zellen, die spezielle Botenstoffe produzieren und damit die Reaktion des Immunsystems nach Kontakt mit Erregern oder auch Allergenen steuern. Im Nabelschnurblut dieser Kinder wurden verminderte Anteile der so genannten Th1-Helferzellen gefunden. Diese sorgen dafür, dass in den Körper eingedrungene Erreger wie Viren effektiv bekämpft werden können. Außerdem verhindern sie die Entstehung allergischer Überreaktionen nach dem Kontakt mit Allergenen wie zum Beispiel Pollen.

Dass es einen Zusammenhang gibt zwischen Renovierungsaktivitäten kurz vor oder nach der Geburt und auftretenden Allergien im späteren Leben wurde bereits in früheren Studien beobachtet, die vom Umweltforschungszentrum in Leipzig gemeinsam mit Instituten und Kliniken der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig durchgeführt wurden.
Die neuen Ergebnisse, die in einer Studie entstanden, an der Wissenschaftler aus Kliniken und Forschungseinrichtungen in Leipzig, München, Wesel, Bad Honnef und Jena beteiligt sind, können eine Erklärung liefern, warum nach dem Renovieren das Allergierisiko ansteigen kann. Die ausdünstenden Chemikalien schwächen gerade jene Zellen unseres Immunsystems, die vor allergischen Reaktionen schützen können. Neu war auch die Erkenntnis, dass die Wirkung dieser Chemikalien bereits in der Schwangerschaft einsetzen kann und möglicherweise dadurch bereits im Mutterleib die Grundlagen für eine spätere Erkrankung des Kindes gelegt werden. (Quelle: idw)

 

Weitere Informationen über ein gesundes Umfeld fürs Baby gibt es außerdem bei: Nestbau-Info

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