Guter Draht zum Fötus

Schwanger: Verwöhn-Kur für mein Baby im Bauch

Den Bauch streicheln, singen, tanzen, Musik hören, schwimmen, gut essen - es gibt viele Wege, wie Schwangere ihr Baby bereits vor der Geburt im positiven Sinne "verwöhnen" können. Lies in diesem Artikel, was deinem Baby im Bauch jetzt schon gut tut.

Autor: Gabriele Möller
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Mein Baby und ich: Unser Verwöhnprogramm

Schwanger Baby verwöhnen Teaser
Foto: © Fotolia.com/ lightwavemedia

Der Bauch in der Schwangerschaft: Das Baby hat vielleicht schon die ersten Klopfzeichen gesendet, der Bauch rundet sich zunehmend und trotzdem will er sich manchmal nicht so recht einstellen - der Draht zum ungeborenen Kind. Ein bisschen fremd und unwirklich bleibt er, der kleine Bauchgast. Daran können oft auch die Ultraschallbilder nichts ändern, so sehr man sich über sie freut. Die meisten angehenden Mütter hätten ihr Baby einfach am liebsten schon im Arm, um es so richtig verwöhnen zu können. Doch auch in der Schwangerschaft kann man seinem Baby schon viel Gutes tun und es verwöhnen, damit es sich rundum wohlfühlt - und es dabei gleich auch besser kennenlernen. urbia zeigt, wie Eltern (und auch Geschwister) das neue Familienmitglied schon im Mutterleib nach Strich und Faden verwöhnen können.

Liebe geht durch den Magen

Man kommt als Gast in eine fremde Küche, in der es herrlich nach einem knusprigen Braten duftet. So ähnlich geht es dem Baby im Fruchtwasser, wenn seine Mama etwas Herzhaftes oder kräftig Gewürztes gegessen hat. Nur mit der angenehmen Steigerung, dass das Baby diesen Duft, der in Luft (bzw. im Fruchtwasser) liegt, auch gleichzeitig schmecken kann. Denn schon ab dem dritten Monat nimmt es mit der Zunge den Geschmack des Fruchtwassers wahr, und schon vor der 28. Woche reagiert es nachweislich erfreut auf süße Geschmäcker und irritiert auf Bitteres. Daneben sind es aber vor allem aromareiche Gewürze, die die Schranke zwischen mütterlichem und kindlichem Organismus überwinden. So kann das Ungeborene eine Schlemmermahlzeit seiner Mutter mit genießen und dabei unterschiedliche Düfte und Geschmäcker kennenlernen.

Über das Fruchtwasser trägt die Ernährung der Mutter aber auch schon zur Geschmacksprägung des Kindes bei, wie Wissenschaftler herausfanden: Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft Anis zu sich genommen hatten, zeigten zum Beispiel nach der Geburt eine deutlich höhere Akzeptanz für Anisgeruch als andere Kinder. Es lohnt sich also, dem Baby (und sich selbst) nicht immer nur Hausmannskost zu bieten, sondern ein bisschen zu experimentieren.

Genussvolles Essen heißt jetzt aber auch, maßvoll zu schlemmen. Denn schlägt die Mutter hier zu reichlich zu (und sich den Bauch voll), bedeutet dies anstrengendes Nachsitzen für ihren Stoffwechsel. Der ist dann so mit Verdauungsarbeit beschäftigt, dass die Versorgung des Babys nachrangig wird. Und das wiederum fühlt sich fürs Ungeborene gar nicht gut an.

Wellness im schwangeren Bauch

Federleicht im Wasser zu schweben, ist nicht nur für kreuzschmerzgeplagte Schwangere gut. Auch ungeborenen Babys ist es keineswegs schnuppe, in welchem Element sich ihre Mutter gerade bewegt: Das warme Wasser lockert Mamas Muskeln und vertieft ihre Atmung. So kommt auch beim Baby über die Nabelschnur eine Extra-Ration Sauerstoff an. Zugleich werden der mütterliche Beckenboden und die Gebärmutter weniger eingeengt und kaum noch vom Eigengewicht der Mutter belastet – sie werden weicher und bieten dem kleinen Bauchbewohner mehr Platz. Auch größere Babys können sich also sozusagen mal etwas strecken und „tief durchatmen“.

Ich tanze mit dir in den Himmel hinein...

Die letzte Party, auf der wirklich getanzt wurde, liegt schon Äonen zurück, der Partner ist auch unmerklich zum Tanzmuffel mutiert, und eigentlich wollte man schon längst mal wieder einen Auffrischungskurs machen. Jetzt ist eine wunderbare Gelegenheit dazu, denn das Baby tanzt mit: Ob glutvoller Latino, fröhlicher Volkstanz, eleganter Standard oder sinnlicher Bauchtanz – es genießt das sanfte oder auch mal kräftigere Schaukeln in Mamas Bauch. Und es bekommt auch hier fast so etwas wie Bewegung an frischer Luft, denn beim Tanzen wird das Blut der Mutter besonders gut mit Sauerstoff angereichert. Wer gerade keine Energie für einen Kurs hat, darf auch zu Hause ohne Scham (weil ohne Zuschauer) ein Fantasie-Tänzchen aufs Parkett bzw. auf den Wohnzimmerteppich legen. Für eher prosaische Gemüter tut’s übrigens auch das Treppensteigen: Es beugt nicht nur Krampfadern und Kreislauf-Absackern vor, sondern es wirkt auch wie eine Hollywood-Schaukel fürs Ungeborene.

Mama in der Horizontale - „Bodenturnen" fürs Ungeborene

Zehn Minuten, um sich kurz hinzulegen, sollten sich auch im Alltagstrubel regelmäßig einbauen lassen. Das verwöhnt auch das Ungeborene, denn im Liegen wird die Plazenta (Mutterkuchen) besonders gut durchblutet und der Druck des Kindes auf die inneren Organe der Frau lässt nach. Viele Schwangere merken, dass ihr Baby gerade dann besonders aktiv wird, wenn sie selbst sich hinlegen. Im Liegen bekommt das Kind besonders viel Sauerstoff und Nährstoffe, so dass es meist eine Extrarunde im Turnen einlegt, sobald seine Mama liegt. Wer das weiß, ist auch versöhnlicher gestimmt, wenn das Baby sportlich loslegt, sobald seine Mutter die verdiente Nachtruhe genießen möchte.

Noch besser wird der Bauch durchblutet (und so das Baby verwöhnt), wenn die Mutter eine Fußmassage genießt. Optimal ist eine Fußreflexzonen-Massage, z.B. von einer Hebamme oder einem Heilpraktiker, denn die lindert auch manches Schwangerschafts-Zipperlein. Aber auch der ungelernte Partner kann einfach ein vorgewärmtes Pflanzenöl (Sesam-, Sonnenblumen-, Distelöl) auf seine (warmen) Hände geben und seiner schwangeren Gefährtin die Füße massieren.

Wenn beim Baby die Sonne scheint

Können sich Babys im Mutterleib schon langweilen? Diese Frage wurde wissenschaftlich wohl noch nicht untersucht. Klar ist aber, dass sich Babys ab etwa der 25. Schwangerschaftswoche Abwechslung wünschen. Denn jetzt sind ihre fünf Sinne schon so weit entwickelt, dass sie nach „Input“ lechzen. Die bisher vorgestellte „Baby-Wellness“ ist also auch deshalb wichtig. Ein Angebot fehlte aber bisher noch: Verwöhnung für Babys Augen mit Sonnenlicht. Ab der 25. Woche können Babys recht gut sehen. Hält man den nackten Bauch in die Sonne (geht auch direkt am Fenster, wenn Sonne herein scheint), wird es in der Gebärmutter ein klein wenig hell. Ähnlich wie in einem Zimmer mit sehr dicken, roten Vorhängen.

Das Sonnenbad der Mutter schützt aber das Ungeborene bereits in der Schwangerschaft auch vor Krankheiten, weil hierbei in der Haut der Mutter das wichtige Vitamin D gebildet wird. Dieses Vitamin beeinflusst unter anderem die Funktion des Immunsystems und kann, wenn es für das Ungeborene nicht ausreichend verfügbar ist, für spätere Autoimmunerkrankungen wie Diabetes und Schilddrüsenprobleme verantwortlich sein, so der Berufsverband der Frauenärzte im München.

Aber nicht nur körperlich können Schwangere ihr Kind verwöhnen. Genauso wichtig ist der seelische Kontakt, damit das Ungeborene sich geborgen und geliebt fühlt. Es gibt dabei verschiedene Wege, die direkt in Babys innere Welt führen:


Ich und du - Begegnungen zwischen Tag und Traum

Jede Schwangere spricht wohl manchmal in Gedanken mit dem Baby. Und hätte am liebsten auch eine Antwort von dem kleinen Wesen, um zu erfahren, wie es ihm gerade geht. Unmöglich? Keineswegs: Die ungarischen Psychoanalytiker Jenö Raffai und György Hidas haben vor wenigen Jahren eine Methode entwickelt, die eine Schwangere befähigen soll, sich auf die Signale ihres Babys einzustimmen und so seinen „Seelenraum“ wahrzunehmen. Die vom Baby kommenden Signale erscheinen ihr dabei als traumähnliche Bilder vor dem inneren Auge. Diese Bilder werden von ihr in Gefühle und Gedanken übersetzt. Das funktioniert auch umgekehrt: Das Baby wird allmählich fähig, die von der Mutter in Form von Bildern oder Phantasien geschickten Nachrichten zu entziffern und darauf zu antworten. Durch diese Methode (mit dem trockenen Namen „Bindungsanalyse“) soll eine Art „Nabelschnur der Seele“ zwischen Mutter und Ungeborenem entstehen. Mütter, die’s ausprobiert haben, waren bei der Geburt überrascht, wie gut sie ihr Baby gefühlsmäßig schon kannten. Und auch die Babys fühlten sich angeblich viel schneller in der Welt zu Hause. Ausprobieren lohnt sich also (s. Buchtipp).

Lieder ohne Worte: Die Stimmen der Lieben

Da diese Methode aber den Vater außen vor lässt, ist es tröstlich zu wissen, dass auch laut ausgesprochene Worte das Baby erreichen. Wobei es natürlich nicht ihren Wortsinn erfasst, sondern die Gefühle, die beim Sprechen mitschwingen. Alfred Tomatis, Mediziner und Psychologe, untersuchte jahrzehntelang die Wahrnehmung des Kindes im Mutterleib. Er glaubt, dass die Tonlage, die Sprachmelodie, die Klangfarbe und auch der Sprechrhythmus vom Baby genau wahrgenommen werden. Es kann dabei sogar die störenden Nebengeräusche (Herzschlag und Darmgeräusche der Mutter etc.) ausblenden. Mit einem Ungeborenen zu sprechen, ist für Tomatis entscheidend, damit es schon im Mutterleib Geborgenheit fühle, emotionalen Kontakt mit seinen Eltern habe und deren Stimme als angenehme Hörerfahrung erlebe – so könnten eventuelle ungünstige Fehleinflüsse keine Wirkung entfalten.

Natürlich lauscht das Baby aber nicht nur fasziniert Mamas oder Papas Stimme. Auch Botschaften der älteren Geschwister, oft lauter und energischer abgeschickt und gern mit einem kräftigen Patscher auf den Babybauch verbunden, erfreuen das Baby. Hohe Frequenzen kommen beim Ungeborenen besonders klar an. Und nach der Geburt erkennt es seine Geschwister an der Stimme sofort wieder.

Sind schon Mamas und Papas Stimmen fürs Baby fast wie Musik, gilt dies natürlich erst recht für richtige Musik. Ob Klassik oder Pop ist dabei nebensächlich. Auf Mozarts 40. Sinfonie reagieren Ungeborene genauso positiv und beruhigt wie auf „Love me tender“ von Elvis. Die Musik sollte lediglich harmonisch, ruhig und leichtfüßig daherkommen – harte House-Rhythmen goutiert ein Baby nicht. Sanfte Klänge verwöhnen das Baby aber auch indirekt: Sie entspannen die Mutter. Und ist sie entspannt, wird – wieder einmal – die Plazenta besonders gut versorgt, und damit auch das Baby.

Schmuse-Stunde mit dem Ungeborenen

Wenn das Baby im Mutterleib schon etwas größer ist, sollten Eltern oder Geschwister das Ansprechen auch mit einem Bauchstreicheln verbinden, weil es dies dann schon spürt und genießt. Die Mutter kann sich dem Kind dabei natürlich auch wieder innerlich über die Gedanken zuwenden, zum Beispiel über die erwähnten inneren Bilder. Wem diese Methode zu exotisch ist, der kann sein Kind einfach auch in Gedanken ansprechen. Diese kleine Kontaktaufnahme geht überall, auch im Job oder in den öffentlichen Verkehrsmitteln (statt zu streicheln, kann man hier einfach die Hand weich auf den Bauch legen). Manchmal kann man beobachten, dass das Baby sich regelrecht in die Hand hineinschmiegt. Oder dass es besonders ruhig (oder auch besonders fröhlich und zappelig) wird unter der Hand. Eltern, die ihr Baby und seine momentane Lage im Mutterleib noch besser erfühlen möchten, können dies in speziellen Haptonomie-Kursen lernen.

Gute Boten auf dem Weg zum Baby

Es wäre natürlich schön, wenn man nun ununterbrochen frohe Gedanken zum Baby schicken könnte. Fast alle Schwangeren sind aber gelegentlich von Ängsten, mancherlei Sorgen und düsteren Stimmungen geplagt. Man fragt sich, ob die Schwangerschaft normal verläuft, das Baby gesund ist, ob man das alles schaffen kann oder wie die Partnerschaft in Zukunft wohl aussehen wird. Ideal ist es, wenn man solche Gefühle jemandem anvertrauen kann. Ärzten fehlt hierzu meist die Zeit und die Bereitschaft. Deshalb kann eine eigene (Beleg-)Hebamme eine wunderbare Hilfe sein: Sie hört zu, versteht und gibt Rat. Auch eine gute Freundin (die optimalerweise schon Kinder haben sollte) oder die Frauen im Geburtsvorbereitungskurs sind eine gute Adresse – sie wissen, wovon man spricht. Was dies alles mit dem Verwöhnen des Ungeborenen zu tun hat? Gespräche helfen gegen Ängste, entspannen und entlasten die Seele. Der Spiegel des Stresshormons Adrenalin im Blut der Mutter sinkt, es werden stattdessen beruhigende Botenstoffe durch die Plazenta in Richtung Nabelschnur geschickt.

Zum Weiterlesen:

György Hidas / Jenö Raffai: „Nabelschnur der Seele:
Psychoanalytische orientierte Förderung der vorgeburtlichen Bindung zwischen Mutter und Baby“. Psychosozial-Verlag 2006. ISBN-10: 3898064581, ISBN-13: 978-3898064583.

Alfred Tomatis: „Der Klang des Lebens. Vorgeburtliche Kommunikation – Die Anfänge der seelischen Entwicklung“. Rowohlt Verlag 2003. ISBN-10: 3499187914, ISBN-13: 978-3499187919.

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