Missbildungen früh erkennen

Schwangerschaft: Erst-Trimester-Screening

Eine erweiterte Ultraschalluntersuchung zwischen der 11. und der 14. Schwangerschaftswoche kann nach Ansicht von Experten bereits zu dieser frühen Zeit Aufschluss über Missbildungen geben.

von Marlis Heinz
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Erst Trimester Screening
Foto: © iStockphoto.com/ AlexRaths

Erweiterter Ultraschall im ersten Schwangerschaftsdrittel

Die Schwangerschaft als Zeit des Hoffens und Wartens und der Freude hat immer auch eine Kehrseite: Monatelange Ungewissheit, ob das Kind gesund zur Welt kommt. Seit einiger Zeit haben die Mediziner eine Möglichkeit mehr, das Risiko schwerer angeborener Fehlbildungen abzuschätzen: das First-Trimester-Screening. Das bedeutet, dass im ersten Drittel (First-Trimester) der Schwangerschaft eine vergleichsweise kostengünstige, aussagekräftige und für alle Frauen zugängliche Analyse (Screening) unternommen wird. Diese Ultraschalluntersuchung in der 11. bis 14. Schwangerschaftswoche geht weit hinaus über die schon seit langem für diesen Zeitraum obligatorische Ultraschalluntersuchung, bei der lediglich festgestellt werden kann, ob das Kind lebt, die erforderliche Größe hat und eventuell grobe Missbildungen aufweist.

"Das First-Trimester-Screening hat - und das zu solch einem frühen Zeitpunkt - wesentlich mehr Aussagekraft", so Prof. Dr. Renaldo Faber, Leiter der Abteilung für Pränatal- und Geburtsmedizin an der Frauenklinik der Universität Leipzig. "Es ermöglicht eine etwa 80-prozentige Risikoabschätzung hinsichtlich des Down-Syndroms, (Trisomie 21) und aller anderen häufigen Chromosomen-Anomalien, wie zum Beispiel Trisomie 18, Trisomie 13 oder dem Turner-Syndrom. Weniger einschneidende Veränderungen des Erbmaterials erkennen wir mit etwas geringerer Wahrscheinlichkeit." Eine mögliche Blutuntersuchung erhöht die Wahrscheinlichkeit dieser Risikofeststellung um weitere zehn Prozent. Auch Mehrlingsschwangerschaften lassen sich bei dieser Untersuchung sehr früh prognostisch einschätzen. Außerdem kann der erfahrene Arzt am fünf bis acht Millimeter winzigen Herzen, an Zwerchfell, Nieren, Rückenmark oder Extremitäten schwere angeborene Fehlbildungen entdecken beziehungsweise ausschließen. Sind Fehlbildungen zu befürchten, werden alle invasiven Techniken wie Plazentapunktion (Chorionzotten-Biopsie), Fruchtwasserpunktion (Amniozentese) und Nabelschnurpunktion (Kordozentese) zur Gewinnung von kindlichen (fetalen) Zellen beziehungsweise Geweben durchgeführt.

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