Schwangerschaftsanzeichen

Schwangerschaftsanzeichen – woran du deine Schwangerschaft erkennst

Plötzliche Heißhungerattacken, morgendliche Übelkeit, empfindliche Brüste – was ist dran am Mythos der ersten Schwangerschaftsanzeichen vor dem NMT („Nicht-Mens-Tag“)? Kann man wirklich bereits vor dem Ausbleiben der Periode merken, dass da ein Baby in einem heranwächst? Auch wenn erst ein Test absolute Sicherheit geben kann, nehmen einige Frauen bestimmte Signale manchmal schon sehr früh wahr oder haben einfach eine untrügliche Ahnung, dass sie schwanger sind.

Fragt man schwangere Frauen, wie sie gemerkt haben, dass sie schwanger sind, gibt es ganz unterschiedliche Antworten: Die einen bemerkten ein Spannen der Brüste, andere hatten plötzlich unbändigen Appetit auf bestimmte Lebensmittel und wieder andere spürten ein flaues Gefühl im Magen. In den meisten Fällen wird aber erst nach dem Ausbleiben der Periode klar: Ich bin schwanger! Doch warum merken die einen etwas, während die anderen vergeblich auf ein Zeichen ihres Körpers warten? Jede Schwangerschaft ist so anders, wie jede Frau anders ist, daher fallen die ersten Schwangerschaftsanzeichen bei einigen stärker aus als bei anderen. Außerdem ist nicht immer ganz sicher, ob es sich bei einem Symptom um ein Schwangerschaftsanzeichen oder zum Beispiel um zyklusbedingte Erscheinungen handelt. 

schwanger erste Anzeichen Teaser
Foto: © Panthermedia.net/ Enie

Schwanger oder nicht?

Erste Anzeichen können manchmal bereits sehr früh nach der Befruchtung auftreten. Ob es sich dabei aber tatsächlich um eine Schwangerschaft handelt, ist oft erst im Nachhinein sicher zu sagen. Folgende Symptome können für eine Schwangerschaft sprechen, müssen aber nicht:

Spannende Brüste

Schon kurz nach der Befruchtung der Eizelle schaltet der Körper auf schwanger und beginnt, sich auf die Zeit der Schwangerschaft vorzubereiten. Verantwortlich dafür sind die Hormone Progesteron und Östrogen, die in der zweiten Zyklushälfte verstärkt gebildet werden – allerdings nicht nur in der Schwangerschaft. Aus diesem Grund sind empfindliche Brüste auch im normalen Menstruationszyklus vieler Frauen ein bekanntes Symptom. In einer beginnenden Schwangerschaft wird das Gefühl jedoch meist stärker wahrgenommen. Manchmal sind die Brüste so empfindlich, dass es ohne fest sitzenden BH kaum auszuhalten ist. Das liegt daran, dass die Milchkanäle und -drüsen, die später die Muttermilch produzieren, bereits jetzt angelegt werden. Die Brust wächst im Verlauf der Schwangerschaft um mehrere Größen. Nach den ersten drei Schwangerschaftsmonaten nimmt die Empfindlichkeit meist wieder ab.

Dunkle Verfärbung der Brustwarzen

Neben dem erwähnten Spannungsgefühl ist oft auch recht früh eine weitere Veränderung an den Brüsten zu bemerken. Die Brustwarzen werden dunkler und größer und die Brustwarzenhöfe nehmen an Umfang und Färbung zu. In der Schwangerschaft produziert der Körper verstärkt das Hormon Melanin, das die empfindlicher werdende Haut vor UV-Strahlen schützen soll. Besonders deutlich macht sich das an den Brustwarzen bemerkbar, aber auch andere Stellen des Körpers, etwa das Gesicht („Schwangerschaftsmaske“), können vorübergehend davon betroffen sein. Insbesondere die Linea Nigra, eine vom Busen bis zum Schambein verlaufende braune Linie, ist ein Resultat des erhöhten Melaninspiegels im Blut. Sie tritt allerdings erst im späteren Verlauf der Schwangerschaft auf. Die Verfärbung der Brustwarzen und Warzenhöfe ist ein relativ eindeutiges Schwangerschaftsanzeichen. Dennoch kann in seltenen Fällen auch eine hormonelle Störung Ursache sein.

Übelkeit

Eines der typischen Schwangerschaftsanzeichen ist die Morgenübelkeit. Allerdings tritt sie oft nicht nur morgens, sondern bei vielen Frauen auch im Tagesverlauf auf. Übelkeit per se ist nicht schwangerschaftsspezifisch. Ebenso können ein Infekt oder eine Lebensmittelvergiftung dieses Symptom hervorrufen. Meist tritt die typische Schwangerschaftsübelkeit erst ab der 6. bis 8. Woche auf. Einige Frauen leiden allerdings tatsächlich schon sehr früh an dieser unangenehmen Begleiterscheinung. Für die  Schwangerschaftsübelkeit wird das Hormon HCG (Human Choriongonadotropin) verantwortlich gemacht, dessen Gehalt im Blut etwa fünf Tage nach der Befruchtung der Eizelle rapide ansteigt. Es dient der Aufrechterhaltung der Schwangerschaft, wirkt sich aber auch auf das Geruchs- und Geschmacksempfinden sowie den Verdauungsapparat aus. Die Folge ist ein überempfindlicher Magen, kombiniert mit einer gesteigerten Sensibilität für starke Gerüche und Geschmäcker. Allerdings leidet nicht jede Frau unter diesem unangenehmen Schwangerschaftsanzeichen. Ob die Schwangerschaftsübelkeit auftritt und wie stark sie ausfällt, ist von Frau zu Frau und sogar von Schwangerschaft zu Schwangerschaft unterschiedlich.

Heißhunger

Hunger auf Saure Gurken mit Sahne?  Heißhungerattacken sind tatsächlich ein mögliches Schwangerschaftsanzeichen. Doch auch eine stärkere körperliche Belastung zum Beispiel nach dem Sport oder einem stressigen Tag können Auslöser für ein gesteigertes Hungergefühl sein. Zudem lechzt die werdende Mutter eher selten nach ungewöhnlichen Lebensmittelkombinationen. Der Körper hat von Beginn der Schwangerschaft an einen leicht gesteigerten Kalorienbedarf, etwa 250 Kalorien mehr dürfen es täglich sein. Immerhin hat er die nächsten neun Monate Schwerstarbeit zu leisten. Das führt dazu, dass er öfter nach wichtigen Nährstoffen verlangt und entsprechend stärker wird das Hungergefühl, wenn diese nicht rechtzeitig zugeführt werden. Die Devise heißt dann aber nicht unbedingt mehr essen, sondern häufiger und besser essen. Statt drei großer Mahlzeiten werden fünf kleinere empfohlen – so kommt auch kein Heißhunger auf.

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Müdigkeit

Eine lähmende Müdigkeit, die Körper und Geist gleichermaßen befällt und manchmal völlig außer Gefecht setzt, ist ein sehr typisches Schwangerschaftsanzeichen. Immerhin hat der Körper viel zu verarbeiten. Gerade zu Beginn, wenn er sich erst einmal auf die neue Situation einstellen muss, ist das stark zu spüren. Der Hormonhaushalt verändert sich, die Plazenta wird gebildet, das Blutvolumen nimmt zu und auch das Progesteron trägt durch die Entspannung der Muskulatur dazu bei, dass man sich schlapp und müde fühlt. Doch nicht jede Müdigkeitsattacke ist gleich eine Schwangerschaft. Stress oder ein leichter grippaler Infekt können ebenso Grund für eine tagelang anhaltende Müdigkeit sein. In jedem Fall ist Ruhe die beste Medizin. Wenn das Nickerchen am Nachmittag sich aber nicht mit der Arbeit vereinbaren lässt, hilft es auch ein wenig, kurz nach draußen zu gehen und frische Luft einzuatmen, sich etwas die Beine zu vertreten oder sich einmal genüsslich auszustrecken. Und sollte der Grund für die Müdigkeit tatsächlich ein freudiger sein, sind die paar Wochen gut mit einem Lächeln wegzustecken. Nach drei Monaten ist der Spuk übrigens bei den meisten Frauen erst einmal vorbei – bis es gegen Ende der Schwangerschaft wieder beschwerlicher wird.

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Einnistungsblutung

Auch eine leichte Blutung, die etwa am fünften bis sechsten Tag nach dem Eisprung stattfindet, kann ein Schwangerschaftsanzeichen sein. Es handelt sich dann um die sogenannte Nidationsblutung (Nidation = Einnistung), die bei einigen Frauen entstehen kann, wenn sich die Blastozyste in der Gebärmutterschleimhaut einnistet. Da der Zeitpunkt der Nidationsblutung in etwa mit dem regulären Beginn der Menstruation zusammenfällt, kann es hier leicht zu Verwechslungen kommen. Wenn die Blutung aber wesentlich leichter und kürzer ausfällt als normal, kann das ein gutes Zeichen sein. Ein Schwangerschaftstest wird Klarheit bringen.

Häufiger Harndrang

Ein etwas lästiges Schwangerschaftsanzeichen ist häufiger Harndrang. Dieses Gefühl, ständig auf Toilette zu müssen, kann – gerade wenn man unterwegs ist - ganz schön unangenehm sein. Während der Druck im späteren Verlauf der Schwangerschaft auf die wachsende Gebärmutter zurückzuführen ist, die mehr und mehr auf die Blase drückt, ist zu Beginn wieder einmal das Hormon Progesteron für den erhöhten Harndrang verantwortlich. Dieses sorgt für eine Entspannung der Muskulatur, die das Gewebe weich macht. So hält auch die Blase weniger Druck stand und macht sich wesentlich früher bemerkbar als sonst. Allerdings kann ein verstärkter Harndrang auch ein Anzeichen für eine Blasenentzündung sein. Ebenso sind Stress, entwässernde Lebensmittel und Medikamente sowie Diabetes mögliche Ursachen.

Sichere Schwangerschaftsanzeichen: Es gibt keinen Zweifel mehr!

Während die eben genannten Symptome noch nicht zwangsläufig Schwangerschaftsanzeichen sein müssen, liegt bei den folgenden kaum mehr ein Zweifel vor:

  • Höhere Basaltemperatur: Als Basaltemperatur bezeichnet man die Körpertemperatur direkt nach dem Aufwachen. Während des normalen Zyklus steigt die Temperaturkurve zum Zeitpunkt des Eisprungs messbar an. Sie verbleibt bis zum Ende des Zyklus auf diesem Temperaturhoch und stürzt dann wieder ab. Viele Frauen mit  Kinderwunsch kennen die  Temperatur-Methode vielleicht bereits von der natürlichen Familienplanung, um den Zeitpunkt des Eisprungs zu berechnen. Ein unfehlbares Schwangerschaftsanzeichen ist es allerdings, wenn die Basalkurve nicht wieder abfällt, sondern auch nach dem vermeintlichen Zyklusende dauerhaft erhöht bleibt. Jetzt ist es an der Zeit, einen Schwangerschaftstest zu machen!
  • Die Periode bleibt aus: Die Periode kommt nicht? Herzlichen Glückwunsch! Wer trotz regelmäßigem  Zyklus einige Tage auf seine Periode wartet, ist mit größter Wahrscheinlichkeit schwanger. Die Regelblutung entsteht dadurch, dass die Gebärmutterschleimhaut, die sich nach dem Eisprung aufgebaut hat, um das befruchtete Ei in Empfang zu nehmen, bei nicht erfolgter Befruchtung wieder abgestoßen wird. Bei erfolgreicher Empfängnis baut sich die Gebärmutterschleimhaut weiter auf, damit sich die befruchtete Eizelle dort einnisten und fleißig wachsen kann.
  • Frau Mann geschockt SSTest
    Foto: © iStockphoto.com/ CamiloTorres
    Ein positiver 
    Schwangerschaftstest lässt keine Zweifel offen, jetzt ist es an der Zeit zu feiern! Die Tests – egal ob ein Urin- oder Bluttest – messen den Gehalt des Schwangerschaftshormons HCG. Ist dieser deutlich erhöht, ist das ein eindeutiges Schwangerschaftsanzeichen. Um ein korrektes Ergebnis zu erhalten, sollte ein Heimtest allerdings tatsächlich erst zu dem Zeitpunkt gemacht werden, an dem man sonst seine Periode erwarten würde. Zwar gibt es Frühtests, die schon recht empfindlich sind, doch die besten Chancen auf ein zuverlässiges Ergebnis hat man erst etwa 14 Tage nach dem Eisprung.

Ab wann ist bei einer Schwangerschaft der HCG-Wert erhöht?

Übrigens: Fällt der Test positiv aus, bist du definitiv schwanger. Fällt er negativ aus, du bemerkst aber dennoch einige der hier aufgeführten Schwangerschaftsanzeichen, teste ein paar Tage später noch einmal. Vielleicht war es einfach noch zu früh.


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